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Seit mehr als 50 Jahren

Baden-Badener Nikoläuse sind wieder für den guten Zweck unterwegs

Auch Wind und Wetter halten die Ehrenamtler nicht ab. Sie besuchen rund um den 6. Dezember Familien und sammeln so Spenden. Die Erlöse der Nikolauszentrale gehen je zur Hälfte an die Aktion „BT-Leser bereiten Weihnachtsfreude“ und die Neuroblastom-Kinderkrebsforschung.

Als Weihnachtsmänner verkleidete Männer.
Die Mannen der Nikolauszentrale Baden-Baden stehen bereit, Familien zu besuchen und Kinderaugen zum Strahlen zu bringen. Foto: Cornelia Hecker-Stock

Die Rentiere scharren schon mit den Hufen, die Kufen der Schlitten sind gewachst. Wie in den mehr als 50 Jahren zuvor stehen die Mannen der Nikolauszentrale Baden-Baden auch diesmal wieder bereit, um Hausbesuche zu machen und Kinderaugen zum Strahlen zu bringen. Sie können auch für Firmenevents gebucht werden.

Geboren wurde die Idee vor über einem halben Jahrhundert von Waldi Völker, Wolfgang Huck und Herbert Frick aus einer geselligen Schnapsrunde heraus, beim Stammtisch im früheren Kühlen Krug in Oberbeuern. Ursprünglich gedacht für Papas, die gerne mit ihrer Familie zusammen den Nikolaustag feiern und nicht selbst in das Kostüm des heiligen Mannes schlüpfen wollten.

Quasi ein Nikolaus zum Ausleihen, was auch nach über 50 Jahren nichts an Attraktivität eingebüßt hat. Von Anfang an stiftete die Nikolauszentrale ihre Einnahmen für einen karitativen Zweck.

Seit etlichen Jahren kommt der Betrag je zur Hälfte der Aktion „BT-Leser bereiten Weihnachtsfreude“ zugute sowie der Neuroblastom-Kinderkrebsforschung. Da sich die besuchten Familien mit diesem Hintergrundwissen häufig großzügig zeigen, kommt da alljährlich eine schöne Summe zusammen.

Nachfrage nach den Nikoläusen gibt es auch außerhalb von Baden-Baden

Seit 1972 werden Kinder im gesamten Stadtgebiet, aber auch darüber hinaus bis ins Elsass oder oben im Schwarzwald von den Nikoläusen und ihren Fahrern besucht. Die Fahrer kümmern sich um die Strecke, informieren sich über Wetterverhältnisse oder Baustellen und bringen die „heiligen Männer“ immer gut ans Ziel und wieder nach Hause.

Wobei oben auf dem Merkur, der Hornisgrinde oder entlang der Schwarzwaldhochstraße schon kräftige Schneestürme zu bewältigen waren, die den ehrenamtlich engagierten Männern einiges abverlangten.

Doch aufgeben gilt nicht, irgendwie haben sie bisher immer einen Weg gefunden, die Kinder glücklich zu machen. Eisige Kälte, Schnee oder Nebel kann so einen richtigen Nikolaus nicht aufhalten, doch richtig gefordert waren sie und ihre Fahrer schon einige Male.

Die meisten Familien wünschen sich einen Besuch des Nikolaus am 6. Dezember, und fast alle hätten ihn gerne um 17 Uhr vor der Haustür stehen.

Sebastian und Laura Frick, die vor wenigen Jahren die gesamte Organisation von Wolfgang Huck und dessen Frau Carmen übernommen haben, bemühen sich zwar, individuelle Wünsche zu erfüllen. Doch natürlich klappt das mit dem ersehnten Zeitfenster nicht immer.

Im Laufe der Jahre kommen Jüngere hinzu

Mittlerweile gibt es bereits drei Vater-Sohn-Paarungen bei den Nikoläusen, die nächste Generation hat sich gerne in das Projekt integrieren lassen. In den vergangenen beiden Jahren kamen einige junge, engagierte Nikoläuse und Fahrer neu hinzu.

Diesmal wird auch Eduard Klausmann als erfahrener, langjähriger Nikolaus wieder mit an Bord sein. Damit stehen in diesem Jahr elf „heilige Männer“ und Fahrer zur Verfügung, um Familien am Nikolaustag zu besuchen.

Denn eines hat Wolfgang Huck schon vor Jahren klargestellt: „Wir sind keine Weihnachtsmänner, an den Feiertagen wollen wir selbst mit unseren Familien zusammen sein, Besuche gibt es nur rund um den Nikolaustag.“

Meist besuchen sie die Familien daheim in der warmen Stube. Bei winterlich schönem Wetter aber auch gerne unter dem Carport, im Hof oder auf einer weihnachtlich schön dekorierten Terrasse, da sind die Mannen flexibel.

Die Baden-Badener Nikoläuse sind mit allem ausgestattet

Sie werden geschminkt und ordentlich angekleidet mit weißem Rauschebart, rotem Mantel und Stiefeln. Die Rute ist nur Dekoration, die wird selten gebraucht.

Das goldene Buch schon eher, aus dem die Missetaten der Kinder vorgelesen werden. Die werden dem Nikolaus nach dem Klingeln an der Haustür heimlich von den Eltern zugesteckt, ebenso wie die Geschenke für die Sprösslinge, die er dann vor den staunenden Augen der Kleinen aus seinem Sack zieht.

Für die Senioren unter den Nikoläusen sind diese Momente der Grund, dabei zu bleiben. „Wenn dich die Kinder mit großen Augen anschauen, manche sogar kleine Geschenke für den Nikolaus haben wie ein selbst gemaltes Bild oder ein Musikstück, dann geht dir das Herz auf und du machst weiter“, brachte Horst Wiener die Motivation einst auf den Punkt.

Service

Interessierte Familien können sich anmelden bei Laura Frick unter Nikolauszentrale-bad@gmx.de oder Telefon (0 72 21) 3 73 32 39.

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