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Lastenrad für mehr Umweltschutz

Dieser Baden-Badener Gärtner fährt mit dem Lastenrad zur Arbeit

Thomas Armbruster arbeitet in Baden-Baden als Hausmeister und Gärtner. Für die Arbeit nutzt er ein Lastenrad - ganz ohne Abgase. Aber die Umweltbilanz ist für ihn nicht der einzige Vorteil.

Thomas Armbruster mit seinem Lastenrad. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Motorsense, Rasenmäher, Blasgerät, Benzinkanister, Besen, Rechen, Regenklamotten und natürlich zusätzliche Akkus hat Thomas Armbruster bei sich, wenn der selbstständige Unternehmer zur Arbeit fährt. Und zwar mit dem Fahrrad.

Ein ganz herkömmliches Rad ist es freilich nicht. Das wird klar, als der Besitzer sein dreirädriges E-Bike nebst Anhänger präsentiert. Bis zu 280 Kilogramm – Fahrer inklusive – kann sein Fahrzeug wuppen, wenn er lädt, was er für seine Hausmeister- und Gartenpflegetätigkeit benötigt.

„Je mehr ich geladen habe, desto besser fährt es“, hat er festgestellt. Dafür ist nicht zuletzt die besondere Neigungstechnik verantwortlich, welche sein Fahrzeug bietet. Sprich wenn er um die Ecke fährt, dann legt es sich geschmeidig in die Kurve, ohne dass kräftig abgebremst werden muss. „Ich fahr’ durchaus mit 45 den Buckel runter.“

Lange Suche nach dem richtigen Lastenrad

Die Auswahl habe er sich nicht leicht gemacht. Lange hat er recherchiert, hat auch private Städtereisen dazu genutzt, um zu sehen, wie man etwa in Berlin in Sachen Lastenräder ausgestattet ist. Vor zwei Jahren wurde er endlich fündig. In Frankfurt stand er das erste Mal vor seinem HNF Hersenberg CD1 Cargo.

Die ersten Meter zu fahren war gar nicht so leicht, erinnert er sich noch sehr gut. „Aber mit jedem Meter wurde es besser.“ Inzwischen ist er nur noch in besonderen Ausnahmefällen mit dem Auto unterwegs. Ansonsten rolle er mit seinem auffälligen Lastenbike zu Kunden nach Balg, in die Seelachstraße oder auch nach Geroldsau. Steigung sei kein Problem, verweist er auf stramme 69 Kilometer, die er an einem Arbeitstag zurückgelegt hat. „Normalerweise sind es rund 30.“

„Die Kundschaft findet das natürlich toll.“ Denn Thomas Armbruster hat sich nicht etwa ein neues Spielzeug angeschafft. Er lebt die Idee der Nachhaltigkeit. Ein Lastenrad sei für seine Zwecke völlig hinreichend. Ein Auto wäre dagegen überdimensioniert, findet er. Weil er ohnedies im Freien arbeitet, schreckt ihn eine verregnete Anfahrt auch nicht weiter, wie er versichert.

Thomas Armbruster mit seinem Lastenrad. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Das Ganze dient auf jeden Fall der Senkung des CO2-Ausstoßes. Und genau das ist seine Motivation, erklärt er. Folglich findet er es sensationell, wenn ihm Autofahrer unterwegs zuwinken oder mit erhobenem Daumen ihren Respekt zum Ausdruck bringen.

Auch in der Freizeit begeisterte Radfahrer

Doch Nachahmer finden sich zu seinem Bedauern eher nicht. Beirren lässt er sich dennoch nicht. Mit seinem „Dreirad“, wie er es nennt, ist er gerne unterwegs. „Wenn ich am Abend nach Hause fahre, dann bin ich natürlich müde. Aber auf diesem Rad zu sitzen, gibt mir ein Gefühl von Befriedigung.“ Sprich Parkplatznot, das war also nie der Grund, warum er umgesattelt hat. Im Gegenteil. Genau wie er ist auch Ehefrau Susanne eine begeisterte Radlerin. Mit eigener Muskelkraft mal eben nach Brüssel oder Berlin zu reisen, das ist für das Paar nichts außergewöhnlich.

Doch das Lastenbike, das ist ein ganz anderes Thema. „Ich kann nur jedem raten, sich genau damit auseinanderzusetzen, wofür er das Rad einsetzen will und erst dann nach einer passenden Lösung zu suchen.“ So hat er es gemacht. Herausgekommen ist sein Dreirad im Wert von rund 6.500 Euro zuzüglich weiteren 1.000 Euro für den Anhänger. Nach beidem habe er intensiv gesucht. „Aber für die meisten Belange tut es auch ein zweirädriges.“

Allein vier Geschäfte habe er in Berlin entdeckt, die nur Lastenräder veräußern. „Dort hat man mich auf die Dreiräder erst aufmerksam gemacht.“ Aber auch im Umfeld bleibt das Angebot nicht ohne Folgen, wie ihm sofort auffiel. „Nebenan bei einem Kindergarten standen jede Menge dieser Räder.“ Und die sollten noch viel mehr Fans finden, meint Thomas Armbruster.

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