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Kinderkrebs-Neuroblastom-Forschung

Eine Million Euro aus Steinbach für die Hoffnung

Die Grenze von einer Million Euro für die Forschung ist geknackt: Die Steinbacher Fördergesellschaft Kinderkrebs-Neuoblastom-Forschung finanziert zwei weitere Forschungsprojekte an den Universitätskliniken in Hamburg und Tübingen.

Jubilare unter sich: Dennis und Leander Schnell (von links) sowie Ulrike und Markus Schuster von der Fördergesellschaft Kinderkrebs-Neuroblastom-Forschung. Foto: Wilfried Lienhard

Die Steinbacher Fördergesellschaft Kinderkrebs-Neuroblastom-Forschung finanziert zwei neue Forschungsprojekte an den Universitätskliniken Hamburg-Eppendorf und Tübingen mit insgesamt 200.000 Euro.

Beide befassen sich mit dem Einsatz von Antikörpern in der Neuroblastom-Therapie. Damit überschreitet der Verein die Grenze von einer Million Euro, die er seit seiner Gründung im Oktober 1995 bundesweit in Forschungsprojekte investiert hat.

Ulrike und Markus Schuster hatten den Verein gegründet, nachdem ihr Sohn David der Krankheit erlegen war. Dass mittlerweile eine Million Euro gesammelt und an die Forschung weitergeleitet werden konnte, mache sie stolz, sagt Ulrike Schuster. Es war ein Beitrag, die Überlebensrate von 44 auf 76 Prozent zu steigern.

„Wenn wir nur einem Kind das Leben retten, hat es sich gelohnt“: Das hatte das Ehepaar Schuster vor 25 Jahren gesagt. Gemessen an diesem Ziel, hat es sich mehr als gelohnt, ans Zurücklehnen denkt Markus Schuster aber keinesfalls. Denn da ist immer noch das vierte von vier Stadien, in dem sich keine wirkliche Verbesserung eingestellt hat: „Darum kümmern wir uns nun“, sagt er. „Man wusste vor 25 Jahren zwar schon, dass es Antikörper gegen das Neuroblastom gibt, konnte aber nichts mit anfangen. Heute ist das anders.“

Auf die mit der Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie abgestimmte Projektausschreibung waren sechs Anträge eingegangen. Eine Jury sprach von innovativen Vorhaben, von denen zwei ausgewählt wurden - es sind die Projekte Nummer neun und zehn der Fördergesellschaft. Nach Hamburg gehen 150.000 Euro, nach Tübingen 50.000 Euro.

Die Wissenschaftler am Neckar haben ihr Vorhaben ebenfalls mit 150.000 Euro angesetzt, und Markus Schuster lässt keinen Zweifel daran, die restliche Summe auch zusammentragen zu wollen. Es fehlen also 100.000 Euro - genauer gesagt: 95.000 Euro.

Zum Jahreswechsel überreichten Leander und Dennis Schnell eine Spende von 5.000 Euro - von Jubilar zu Jubilar. Seit 25 Jahren als Franchise-Nehmer sechs McDonalds-Filialen betreibend, gehe jedes Jahr verpflichtend ein gewisser Teil des Umsatzes an die Ronald-Mcdonald-Kinderhilfe. Zusätzlich würden jährlich regionale Initiativen bedacht, berichtet Leander Schnell. So habe man beispielsweise einem mehrfach behinderten Kind aus Bruchsal eine Delfin-Therapie in Florida ermöglicht, in einem anderen Fall sei es um die Finanzierung von Reittherapien gegangen.

Unser Verein finanziert die Arbeit nach wie vor nur durch Spenden.
Markus Schuster, Vorsitzender der Fördergesellschaft

Große Spendensummen seien auch bei Aktionen in den einzelnen Filialen zusammengekommen, so Dennis Schnell: „Das waren teilweise mehr als 50.000 Euro im Jahr.“ Vor zwei Jahren unterstützte das Unternehmen den Steinbacher Verein Malaika Smile, der sich in Uganda engagiert. Jetzt sei die Fördergesellschaft Kinderkrebs-Neuroblastom-Forschung ausgewählt werden, die im Corona-Jahr 2020 ihre Veranstaltungen alle hatte absagen müssen und so auch auf Einnahmen verzichten musste.

Umso erfreulicher war es für Ulrike und Markus Schuster, dass die Spendenbereitschaft im zurückliegenden Jahr durchaus zugenommen habe, wie Ulrike Schuster sagt. „Unser Verein finanziert die Arbeit nach wie vor nur durch Spenden“, ergänzt Markus Schuster. Mittlerweile kämen auch häufiger Anfragen, die darauf zielten, die Fördergesellschaft im Testament zu bedenken. Erst kurz vor dem Jahreswechsel sei eine entsprechende Nachricht aus Siegen gekommen, von einer Frau, die ihr Kind an das Neuroblastom verloren hat.

Wenn es die Corona-Situation zulässt, wird der Verein wieder in die Vollen gehen. Markus Schuster möchte auf jeden Fall das Jubiläumsfest nachholen. Und an weiteren Ideen mangelt es ihm ganz und gar nicht. Wenn es um die Hilfe für die am Neuroblastom erkrankten Kinder, sagt er: „Ich denke gerne groß.“

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