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Viele Geschäfte wieder auf

Einkaufen mit Maske und Abstand: So shoppt Baden-Baden nach den Corona-Lockerungen

Am Montag durften viele Geschäfte auf Beschluss der Bundesregierung trotz Corona-Krise ihre Türen öffnen. Doch die Landes-Verordnung erlaubt die Öffnung nur Geschäften mit einer Fläche von bis zu 800 Quadratmetern. Diese Regelung sorgt für Verwirrung und Unverständnis.

Markierungen auf dem Boden vor und in den Geschäften der Fußgängerzone sollen den Kunden helfen, die Abstandsregelungen einzuhalten. Andere Geschäfte bieten ihren Kunden außerdem an, ihre Hände vor Betreten der Ladenfläche zu desinfizieren. Foto: Julian Meier

Am Montag durften viele Geschäfte auf Beschluss der Bundesregierung trotz Corona-Krise ihre Türen öffnen. Die Kurstädter ließen sich diese Chance nicht entgehen – mit oder ohne Atemschutzmaske. Die Inhaber der Geschäfte haben vielzählige Maßnahmen ergriffen, um die vom Bund vorgeschriebenen Abstands- und Hygienevorschriften einzuhalten. Doch die Landes-Verordnung erlaubt die Öffnung nur Geschäften mit einer Fläche von bis zu 800 Quadratmetern. Diese Regelung sorgt für Verwirrung und Unverständnis.

Von unseren Redaktionsmitgliedern Julian Meier und Alina Meier

Abstandsmarkierungen vor und in den Geschäften, Desinfektionsmöglichkeiten und mit Atemschutzmasken ausgestattete Kurstädter - ein ungewohntes Bild der Fußgängerzone. Auf Beschluss der Bundesregierung durften Geschäfte mit einer Ladenfläche von 800 Quadratmetern oder weniger unter Einhaltung der strengen Abstands- und Hygienevorschriften wieder öffnen.

Auch die Eisdiele darf endlich wieder öffnen

So auch die Eisdiele Crema Gelato. Marco Caimme, Besitzer des Gastronomiebetriebs, zeigt sich erleichtert. Noch bis vor vergangener Woche durften Eishungrige ausschließlich per Anruf oder Whatsapp-Nachricht Bestellungen aufgeben, erklärte der gebürtige Italiener.

Er ist froh, von nun an auch wieder Bestellungen vor Ort entgegenzunehmen und damit „viele Leute glücklich zu machen“, so Caimme. Über die Disziplin und Kooperation seiner Gäste zeigt sich der Inhaber zudem begeistert: 60 Prozent der Eisgenießer tragen eine Schutzmaske.

Absperr-Markierungen weisen den Kunden den Weg

Wenige Schritte weiter finden sich auf dem Boden angebrachte Absperrmarkierungen vor und in einer Tschibo-Filiale. Der Aufenthalt in den Geschäftsräumen ist auf vier Personen limitiert. Christiane Sanner war dort mit Schutzmaske einkaufen.

Das Tragen einer solchen Maske sieht sie als „Sache der Höflichkeit“. Im Gespräch verriet sie, dass sie es nicht verstehen könne, warum sich Menschen mit dem Tragen einer solchen Schutzvorrichtung schwertäten. Eine Maske diene schließlich „dem Schutz anderer“, so die Passantin.

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Die Betreiber der Einkaufszentren in Baden-Baden zeigen sich einerseits erleichtert. „Wir sehen Licht am Ende des Tunnels“, sagt Jürgen Ehlen, Center-Manager der Shopping Cité. Nach den gesetzlichen Bestimmungen der Landes-Verordnung dürfen viele der eingemieteten Filialisten seines Einkaufszentrums öffnen, weil ihre Verkaufsfläche unter der Begrenzung von 800 Quadratmetern liegt.

Richtlinien der Lockerung sind nicht für alle nachvollziehbar

Für die Größeren heißt das auf der anderen Seite aber: Weiterhin geschlossen. „Rein rational ist das verwirrend und nicht immer nachvollziehbar“, bemerkt Ehlen. Die Stimmung bei diesen Mietern befinde sich zwischen Verwirrung und Enttäuschung, berichtet er.

Trotzdem überwiegt für ihn der positive Aspekt der ersten Öffnungen. Auch sein Fazit der ersten Öffnungs-Stunden fällt am Montagmittag gut aus: „Die Kunden und Mitarbeiter verhalten sich sehr diszipliniert.“ Jeder sei auf Abstand bedacht, überfallartige Massen-Einkäufe seien auch ausgeblieben. Gerade in der Größe des Einkaufszentrums sieht Ehlen dabei einen Vorteil: „Wir haben eine sehr breite Mall und gute Möglichkeiten die Abstands-Vorschriften umzusetzen.“

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Viel Platz hat Franz Bernhard Wagener auch in seinem Mode Wagener. Der wird ihm in diesen Tagen allerdings zum Verhängnis. Er hält die jüngste Verordnung eine „unglückliche Geschichte“. Die einzelnen Geschäfte in seiner Wagener Galerie dürfen wieder öffnen, weil sie 800 Quadratmeter Ladenfläche nicht übersteigen.

Mode Wagener muss in Corona-Krise geschlossen bleiben

„Die einzelnen Mietpartner sind ab morgen da und öffnen. Unser Modehaus muss geschlossen bleiben“, sagt Wagener. Seit Donnerstag hat er gemeinsam mit Amt für öffentliche Ordnung nach einer Lösung gesucht, die ihm eine Öffnung erlaubt hätte.

„Wir haben das ganze Wochenende gekämpft“, sagt er. Doch an den Richtlinien des Landes lasse sich nicht rütteln. Deswegen sei auch eine Verkleinerung der Fläche mit Absperrungen, wie etwa in Rheinland-Pfalz, keine Option gewesen.

Die größeren Häuser können viel eher die Abstandsbedingungen erfüllen. Was Baumärkte können, können wir auch
Franz Bernhard Wagener

Dabei denkt Wagener, dass sich die Anzahl der Kunden gut steuern ließe: „Die größeren Häuser können viel eher die Abstandsbedingungen erfüllen. Was Baumärkte können, können wir auch“, sagt er.

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