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Entscheidung in den Gremien steht an

Evangelische und Katholische Pfarrgemeinden in Baden-Baden warten mit Oster-Gottesdiensten noch ab

Präsent oder nur digital: Die Kirchen hängen bei ihrer Planung für die Osterfeiern nach den Bund-Länder-Beschlüssen noch in der Luft. Was sind die verschiedenen Szenarien?

Sanierungsbedürftig ist die Stiftskirche Baden-Baden.
Bleiben die katholischen Kirchen leer? Die Planungen der Baden-Badener Seelsorgeeinheiten für Ostern sind noch nicht abgeschlossen. Foto: Bernd Kamleitner

Ob die Baden-Badener evangelischen und katholischen Kirchen nach den jüngsten Corona-Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz die bevorstehenden Osterfeiertage mit Präsenz-Gottesdiensten feiern werden, steht noch nicht fest. „Bislang hatten wir verschiedene Formate geplant und wollen möglichst daran festhalten“, sagt Marlene Bender, Pfarrerin der Evangelischen Stadtkirchengemeinde. Die Entscheidung fällt in den nächsten Tagen.

Bender zufolge hängt das weitere Vorgehen von den Gesprächen zwischen der Landesregierung und der Badischen Landeskirche ab. Am Freitag wollen die Pfarrer des Kirchenbezirks Baden-Baden und Rastatt beraten. Danach legen die Ältestenkreise fest, welche Angebote es geben wird.

Die Katholische Seelsorgeeinheit macht Streaming-Angebote

Auch die katholische Seelsorgeeinheit Baden-Baden wird erst am Freitag überlegen, wie sie mit den kirchlichen Feiern verfahren wird. „Wir haben nach wie vor eine sehr dynamische Situation“, betont Johannes Laub, Verwaltungsleiter der Seelsorgeeinheit. Der Pfarrgemeinderat werde in einer Sondersitzung das weitere Vorgehen abstimmen. Laub kündigt an, dass es auf jeden Fall Streaming-Angebote von Gottesdiensten geben werde.

Die katholische Kirchengemeinde Sinzheim-Hügelsheim hat sich bereits festgelegt und alle geplanten Gottesdienste abgesagt. Die Verantwortlichen nähmen angesichts sehr stark steigender Infektionszahlen das Anliegen der Bundesregierung sehr ernst, die Notbremse zu ziehen. Die Kirchengemeinde werde daher schon zum Palmsonntag keine Präsenz-Gottesdienste mehr feiern, heißt es in einer Mitteilung.

Evangelischer Kirchenbezirk möchte digitale Angebote bündeln

Nach Auskunft von Steffen Mahler, Dekan des Evangelischen Kirchenbezirks, sind bereits einige Gottesdienst als Videos aufgezeichnet. Es sei vorgesehen, alle digitalen Angebote gebündelt auf die Homepage zu stellen. „Wir wollen auf jeden Fall ein differenziertes Angebot machen“, bekräftigt Ute Jäger-Fleming, Pfarrerin der Paulusgemeinde. Marlene Bender spricht sich dagegen aus, grundsätzlich alle Präsenz-Gottesdienste zu streichen. Für die größeren Kirchen müssten andere Maßstäbe gelten als für die kleineren Gotteshäuser.

Eine Frau hält eine in Plastikfolie eingepackte Hostie, ein Mann eine Tüte mit diversen Ostergaben.
Gut vorbereitet: Pfarrerin Marlene Bender präsentiert eine hygienisch verpackte Hostie. Ihr Kollege Arno Knebel hält für die Gläubigen Ostertüten parat. Foto: Michael Rudolphi

Pfarrer Arno Knebel von der Friedensgemeinde hält es für wichtig, möglichst an den Feiern in den Kirchen festzuhalten, zumal viele Gläubige das wünschten. Jäger-Fleming weist darauf hin, dass die Gemeinden seit Monaten sehr gute Erfahrungen mit dem Buchungssystem und den Anmeldungen für die Gottesdienste gemacht und die Besucher die Abstands- und Hygieneregeln eingehalten hätten. „Die Gläubigen, die in die Kirche kommen, sind dafür sehr dankbar“, sagt die Pfarrerin. Gerade jetzt in der Passionszeit gebe es den seelsorgerischen Auftrag, sich um die Menschen zu kümmern.

Musik ist in reduzierter Form vorgesehen

Für Bezirkskantor Alain Ebert spielt dabei auch die Musik eine wichtige Rolle. Sie sei bei den Feiertags-Gottesdiensten in stark reduzierter Form vorgesehen. Michael Vogt, Diakon in der Stadtkirchen- und Matthäusgemeinde, hofft darauf, den Gottesdienst mit Live-Musik für Familien mit kleinen Kindern am Ostermontag in der Stadtkirche anbieten zu können.

Marlene Bender möchte mit ihrer Gemeinde das bisher ausgesetzte Abendmahl gerne wieder feiern. Dafür hat sie spezielle Hostien bestellt, in denen der Rotwein bereits enthalten ist. Auf diese Weise lässt sich das Trinken aus einem gemeinsamen Gefäß vermeiden. Wer mag, bekommt die einzeln in Plastikfolie verpackte Hostie am Platz überreicht.

Arno Knebel hat ebenfalls schon mal vorgesorgt: Die Gemeindemitglieder erhalten entweder in der Kirche oder Zuhause vorbereite Tüten, die ein Osterei, Traubensaft, ein Liturgieheft und zwei medizinische Schutzmasken enthalten.

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