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Bauausschuss lehnt Expressbus auf der B500 in Baden-Baden ab

Das letzte Wort bei dem Thema hat jetzt der Baden-Badener Gemeinderat: An der geplanten Spur auf der B500 scheiden sich die Geister.

An der geplanten Busspur auf der B 500 scheiden sich die Geister. Im Bauausschuss ist der Vorschlag durchgefallen. Das letzte Wort hat jetzt der Gemeinderat. Foto: Bernd Kappler

Der von der Stadtverwaltung vorgesehene Expressbus vom Bahnhof zum Augustaplatz einschließlich einer eigenen Busspur auf der B500 zwischen Feuerwehr und Ebertplatz ist im Bauausschuss durchgefallen.

Nach kontroverser Debatte stimmten am Ende bei einer Enthaltung sieben Stadträte gegen den Vorschlag. Sechs wären bereit, den auf ein Jahr befristeten und 135.000 Euro teuren Versuch zuzulassen. Die Einschätzung der Volksvertreter reichte in der Diskussion von „Plausibel“ bis zu „Ein einziger Schwachsinn“. Das letzte Wort hat jetzt am Montag, 26. Juli, der Gemeinderat.

Die Idee für den Versuch. Vom Bahnhof aus soll viermal pro Stunde der Expressbus die Innenstadt ansteuern. Zunächst über die Sinzheimer Straße und Schwarzwaldstraße. Bei der Feuerwehr geht es auf die B500 und von dort bis zum Ebertplatz, auf einer eigenen Spur am Stau vorbei. Durch den Michaelstunnel wird dann das Ziel Augustaplatz erreicht.

Acht bis zehn Busse für die Extraspur

Vier bis sechs Busse pro Stunde würden ferner aus Richtung Rheinstraße kommend die Busspur ebenfalls nutzen. Mit anderen Worten: Acht bis zehn Busse pro Stunde würden die Extraspur nutzen.

Hinzu kommt als Nebeneffekt, dass auch Feuerwehr, Rotes Kreuz und Polizei im Notfall schneller in die Innenstadt gelangen könnten. Aus Sicht vom städtischen Fachbereichsleiter Thomas Schwarz ein richtungsweisendes Modellprojekt.

Zudem ein zu jedem Zeitpunkt nachjustierbares Vorhaben, so Planer Michael Hügler vom Büro Karajan-Ingenieure in Stuttgart. Durch die Sperrung der rechten Fahrspur auf 900 Meter Länge, so der Planer, werde sich im Fall der Fälle der Stau auf der B500 logischerweise verdoppeln, allerdings nur optisch.

Zeitlich ändere sich indessen gar nichts, weil sich der Verkehr 120 Meter vor der „Pförtnerampel“ am Ebertplatz wieder zweispurig aufstellen könne. Hügler betonte, dass pro Grünphase genauso viele Fahrzeuge den Ebertplatz passieren könnten wie auch heute schon.

Die Zweifel im Bauausschuss waren aber groß. Sowohl die „Einfädelsituation“ bei der Feuerwehr, als auch das Ausfädeln vor dem Ebertplatz war etlichen Stadträten nicht klar genug erläutert. „Als Einzelmaßnahme ungeeignet“, befand Ulrike Mitzel (SPD).

Anreiz für Umstieg zum Bus fehlt

Und: Sie vermisste jeglichen Anreiz, damit Menschen vom Auto tatsächlich auf den Bus umsteigen. Ihr Fraktionskollege Werner Schmoll lehnte das Vorhaben kategorisch ab. Die Planung sei eine komplette Fehleinschätzung der Situation. Infolge des verlängerten Staus prophezeite er eine Dauerverstopfung der Rheinstraße.

Wolfgang Niedermeyer (FBB) forderte vor Beginn des Versuchs eine Computersimulation des Verkehrs, so wie das seinerzeit in der Jagdhausstraße erfolgt sei. Dann könne man Vor- und Nachteile abwägen und entscheiden. Für die Grünen signalisierte Barbara Nießen grundsätzliche Zustimmung, zumal jederzeit nachgesteuert werden könne.

Für Hansjürgen Schurr (CDU) ist der Vorschlag plausibel, seine Fraktionskollegin Reinhilde Kailbach-Siegle lehnte das Vorhaben in der Abstimmung aber ab. Hans Schindler (FDP): „Das ist doch von Anfang an zum Scheitern verurteilt.“ Martin Kühne (AfD) stufte es als utopisch ein, die Autokarawane würde sich problemlos vor dem Ebertplatz wieder einfädeln lassen.

Bis zur Entscheidung im Gemeinderat will Bürgermeister Alexander Uhlig die Anreize für den Umstieg auf den Bus noch klarer herausarbeiten lassen. Vertagt werden könne eine Entscheidung nicht, denn bis zum Weihnachtsmarkt, der ersten Nagelprobe, sollte der Versuch starten. Oder: „Wir lassen alles so wie es ist und ärgern uns weiter.“

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