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Alternative zum Autoverkehr?

Expressbus soll Baden-Badener Bahnhof mit dem Zentrum verbinden

Der ÖPNV in Baden-Baden soll attraktiver werden. Um das zu erreichen, soll künftig ein Schnellbus auf einem Abschnitt des Autobahnzubringers B500 eine eigene Fahrspur erhalten. Wie soll das funktionieren?

Vorrang für den ÖPNV: Die Stadt prüft ein Konzept für eine Express-Busverbindung vom Bahnhof Baden-Baden über die B500 ins Zentrum. Foto: Michael Rudolphi

Baden-Baden möchte den Busverkehr mit einer Expresslinie attraktiver machen. Dafür soll es auf der B500 (Zubringer) eine eigene Spur geben. Der vorgesehene Abschnitt reicht stadteinwärts von der Einmündung der Schwarzwaldstraße in Höhe der Feuerwehr bis kurz vor den Ebertplatz.

Das Ganze ist als Versuchsprojekt geplant, das am 15. November starten und vorerst ein Jahr dauern soll. Das geht aus der Beschlussvorlage für den Bau- und Umlegungsausschuss am 22. Juli hervor.

Die endgültige Entscheidung fällt dann am 26. Juli im Gemeinderat.

Das Rathaus weist darauf hin, dass die Innenstadt und die B500 vor allem während größerer Veranstaltungen wie etwa dem Christkindelsmarkt sowie im Berufsverkehr morgens und abends stark überlastet sei. Vor allem an der Ampel am Ebertplatz staue sich zu diesen Spitzenzeiten der Verkehr. Bei Überlastung des Zubringers sei dies auch in der Rheinstraße der Fall.

Die Stadt möchte zum Umstieg auf den ÖPNV animieren

Um die Situation zu verbessern, plant die Stadtverwaltung, die B500 vom Individualverkehr zu entlasten, indem sie den Busverkehr stärkt. Da Busse und Autos bislang gleichermaßen im Stau stehen, ergibt sich nach Ansicht des Rathauses kein Zeitvorteil für den ÖPNV, was Menschen zu einem Umstieg animieren könnte.

Deshalb möchte die Stadt gemeinsam mit den Verkehrsbetrieben ein Modellprojekt mit einer Expressbuslinie starten, die vom Bahnhof bis ins Zentrum führen und auf einem Abschnitt der B500 einen eigenen Sonderfahrstreifen erhalten soll.

Die beauftragten Verkehrsplaner schlagen vor, dafür die rechte Fahrspur durch sogenannte Leitschwellen abzutrennen. Der Schnellbus hätte dadurch vor der Ampel am Ebertplatz wenig bis keine Wartezeiten mehr. In der Grünphase könnte er direkt die Ampel passieren und sich dann wieder in den Verkehr Richtung Michaelstunnel einordnen.

Fahrspur für den Baden-Badener Bus ist 900 Meter lang

Die Ampeln am Ebert-und Verfassungsplatz sind nach Angaben des Rathauses bereits jetzt koordiniert und ermöglichen dem ÖPNV nach der Ampel am Ebertplatz einen guten Abfluss in Richtung Michaelstunnel. In einem späteren Schritt ist vorgesehen, die Schaltungen der Ampeln zu prüfen und bei Bedarf, oder falls möglich, weiter zu optimieren.

Obwohl dem Autoverkehr auf einer Länge von 900 Metern lediglich ein Fahrstreifen zur Verfügung steht, ändert sich nach Auskunft der Stadtverwaltung die Reisezeit für die übrigen Verkehrsteilnehmer durch die abgrenzte Spur für den Expressbus nicht. Dieser Sonderfahrstreifen endet 180 Meter vor dem Ebertplatz, danach stünden allen Verkehrsteilnehmern wieder beide Fahrstreifen zur Verfügung.

Das Ziel: Eine schnelle Busverbindung in die Innenstadt

Die neue Expressbuslinie wird den Bahnhof in Baden-Oos mit dem Augustaplatz verbinden. Die Verkehrsbetriebe sehen vier Expressbusse pro Stunde vor. Sie soll Bürgern, Pendlern und Besuchern bei jeder Verkehrssituation ermöglichen, das Zentrum schnell zu erreichen. Die geplante Route führt von Oos über die Schwarzwaldstraße. Von dort wechselt der Expressbus in Höhe der Feuerwehr auf den neuen Sonderfahrstreifen der B500.

Über Ebert- und Verfassungsplatz nutzt die Expressbuslinie den Michaelstunnel, um von der Ausfahrt bei der Russischen Kirche sein Ziel am Augustaplatz anzusteuern. Die Strecke über die Schwarzwaldstraße erlaubt es, das P&R-Parkhaus Cineplex anzubinden. Das Parkleitsystem soll Autofahrer auf die Umstiegsmöglichkeit auf den Bus hinweisen.

Neben dem Expressbus sollen die Linien 218, 243, 244 und X45, die bereits auf der B500 zwischen Rheinstraße und Ebertplatz verkehren sowie Rettungsdienste den Bussonderfahrstreifen nutzen und davon profitieren.

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