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Spender ermöglichten Restauration

Fatimastatue in der Kapelle in Baden-Baden-Neuweier erstrahlt in neuem Glanz

Sie hat schon einiges mitgemacht, jetzt erstrahlt sie in neuem Glanz: Die Fatimastatue in der Kapelle in Baden-Baden-Neuweier ist restauriert worden. Ein Blick zurück in die Entstehung des Gebäudes.

Zurück in der Kapelle: Johanna und Josef Knopf präsentieren die restaurierte Muttergottesstatue. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Im Stillen, ganz leise ist die Aktion vonstattengegangen. Die 165 Zentimeter hohe Fatimastatue in der gleichnamigen Kapelle hat eine fachliche und vor allem grundlegende Verjüngungskur erfahren.

Ihr helles Gewand mit den Goldornamenten und der Sternenkranz auf ihrem Haupt erstrahlen in neuem Glanz. „Die Sanierung war sehr aufwendig“, berichtet Johanna Knopf, die gemeinsam mit Ehemann Josef seit vielen Jahren ehrenamtlich das schmucke Gebäude betreut, während eine Abordnung des Heimatvereins Neuweierer Rebläuse viel Arbeit in den Erhalt der gepflegten Außenanlage investiert.

Uschi Merkel, Felizitas Blödt und Ines Vollmer sind Teil der rund 15-köpfigen Truppe, die seit mehr als 15 Jahren pflanzt, pflegt, gießt und schneidet, damit die Anlage in Form bleibt. Ist der Sommer gar zu trocken und der Bach läuft trocken, dann wird selbst das Gießwasser auf den Berg gebracht.

Bürger in Neuweier suchten in ihrer Not Schutz bei der Mutter Gottes

Doch wie es hier ursprünglich aussah, damals, als die ursprüngliche Kapelle errichtet wurde, daran erinnern sich außer Josef Knopf wohl nur wenige. Knopf berichtet von einem Gelübde. Abgelegt hatten es die Neuweirer in ihrer Not, als der Krieg immer näher rückte, Menschen starben und es zu Verwüstungen kam. Wieder einmal, genau wie Ende des 18. Jahrhunderts, als die Heimat von einer Viehseuche heimgesucht wurde, suchten die Menschen Schutz bei den Heiligen.

Hatte man damals als Dank für die erflehte Hilfe eine besondere und obendrein regelmäßige Ehrung des Heiligen Wendelinus versprochen, sah das im Advent 1944 anders aus. Neuerlich war die Furcht sehr groß. Innerhalb von nur einer Woche sollen sich damals rund 350 Kirchenmitglieder gefunden haben, die bereit waren, ein neues Gelübde per Unterschrift abzulegen.

Sollte die Heimat verschont bleiben, dann wollte man der Mutter Gottes auf besondere Weise zu huldigen. „So geschah es“, erinnert sich Josef Knopf.

Kleine Kapelle in Neuweier sollte der Statue Schutz bieten

In den folgenden Jahren entstand Stein um Stein eine Art kleine Kapelle, die der Statue Schutz bieten sollte. Als Knabe habe Knopf den Vater oft an den Ort begleitet, an dem sich alsbald ein befestigter Unterstand in den Felsen zu schmiegen begann. Bei diesem ehrenamtlichen Einsatz der Neuweirer entstand dort die erste Fatimakapelle.

„Das Fundament ist noch erhalten“, sagt Josef Knopf und zeigt auf einen Bereich, der rechts auf der oberen Plattform zu erkennen ist. Eine Sitzbank steht dort heute und legt gewissermaßen Zeugnis vom ersten Bauwerk ab. Denn man war vor großen Verwüstungen verschont geblieben und hatte Wort gehalten.

Der Umzug der Muttergottesstatue und ihre Restaurierung

Sehr schnell zeigte sich jedoch, dass die Fatima-Figur, benannt nach dem in Portugal gelegenen katholischen Wallfahrtsort, an einem Ort stand, der massiv von eindringender Nässe betroffen war. Da halfen auch die später erfolgten Anbauten nicht, die den ursprünglich offenen Raum schlossen.

Ein Neubau musste her. Kein einfaches Unterfangen, schildert Josef Knopf die Problematik. Denn das Gebäude sollte weiter nach links verrückt werden und somit über dem Taleinschnitt entstehen. „Unter der Kapelle gibt es deshalb einen Hohlraum, der bis zu drei Meter tief ist“, so Knopf.

Der sei weder begehbar noch zugänglich, sei aber erforderlich gewesen, um eine Ebene zu schaffen, auf welcher die Kapelle gebaut wurde. „Die ganze Zeit über, als hier gearbeitet wurde, stand das alte Gebäude noch“, erzählt er und zeigt alte Fotografien, die beide Kapellen zeigen. Erst als der Neubau fertiggestellt war, erfolgte der Umzug der Muttergottesstatue.

In all den Jahren habe sie natürlich schon gelitten, die Fatima, die jetzt eine fachliche Restaurierung erfahren durfte. Viele Spender haben ihr Scherflein dazu beigetragen, damit die Materialien, die dafür erforderlich waren, finanziert werden konnten. Allein der Restaurator, der sich des Projekts angenommen hat, tat dies unentgeltlich. „Er will auch nicht genannt werden“, weiß Johanna Knopf.

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