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Baden-Baden fiebert Welterbe-Entscheidung entgegen

Festspielhaus Baden-Baden überträgt erstmals ein Gala-Konzert live in den Kurgarten

Das Festspielhaus Baden-Baden blickt gespannt auf die Premiere eines neuen Formats: Am Samstag wird erstmals ein Gala-Konzert aus Deutschlands größtem Opernhaus live in den Kurgarten übertragen.

Die Gitter stehen schon bereit: Am Samstag wird im Kurgarten erstmals ein Konzert aus dem Festspielhaus live auf Großleinwand übertragen. Foto: Bernd Kamleitner

Als Intendant des Festspielhauses wäre Benedikt Stampa an diesem Samstagabend gerne parallel an zwei Orten präsent: Im Saal des größten deutschen Opernhauses und im Kurgarten. Beim Opern-Gala-Konzert steht die international gefeierte Sopranistin Sony Yoncheva auf der Bühne des Festspielhauses.

Dazu gibt es eine Premiere: 400 Klassik-Freunde können die Live-Übertragung unter freiem Himmel auf Großleinwand im Kurgarten der Bäderstadt verfolgen.

„Ich habe schon überlegt, ob ich hin- und herlaufe“, sagt Stampa und lacht. Abwegig ist die Überlegung nicht. Die rund 1.000 Meter Entfernung zwischen Festspielhaus und Kurgarten wären zu Fuß in gut zehn Minuten zu schaffen, mit dem Wagen in wenigen Minuten.

Das Pendeln hätte freilich den Nachteil, Teile des hochkarätigen Programms zu verpassen, das Yoncheva in Begleitung der Würth Philharmoniker unter der Leitung von Dominga Hindoyan interpretieren wird.

Festspielhaus will Open-Air-Übertragungen ausbauen

Wie auch immer der Intendant am Samstagabend entscheiden wird: Vor dem Problem, gleichzeitig an zwei Orten sein zu wollen, wird Stampa künftig immer mal wieder stehen. Das Festspielhaus will es nicht bei der Premiere einer solchen Open-air-Veranstaltung belassen. „Wir wollen das weiter ausbauen, wenn es die finanziellen Mittel zulassen.“ Stadtverwaltung und Festspielhaus würden dabei an einem Strang ziehen.

An eine Neuauflage im nächsten Jahr wird bereits gedacht. „Es wird was geben“, verrät Stampa. Mehr aber nicht. Seine Vision für die Zukunft geht gar in Richtung eines Sommerfestivals - vielleicht sogar mit Picknick-Möglichkeit in der weltberühmten Lichtentaler Allee.

Die Open-air-Premiere am Samstag könnte unterdessen eine denkwürdige werden: Bereits um die Mittagszeit wird sich entscheiden, ob Baden-Baden künftig den Welterbe-Titel tragen darf. Das Urteil des Unesco-Welterbe-Komitees wird ebenfalls live von 12.30 bis etwa 15 Uhr im Kurgarten übertragen. Einlass ist ab 12 Uhr. Dabei kann die Stadtverwaltung die technische Ausstattung nutzen, die für die Live-Übertragung des Opern-Gala-Konzerts aufgebaut wird.

Gratis-Tickets für Festpielhaus-Openair bereits vergriffen

Sollte die Bäderstadt mit dem Welterbe-Titel dekoriert werden, könnte der abendliche Musikgenuss als Sahnehäubchen gewertet werden. „Das sieht man, was alles möglich ist“, hofft Stampa auf eine gelungene Premiere und auf den Welterbe-Titel.

Für Klassik-Freunde gibt es aber leider eine schlechte Nachricht gibt: Die 400 Tickets, die für den Open-air-Event zur Verfügung stehen und kostenlos vergeben wurden, sind bereits vergriffen.

Kurzentschlossene können dagegen noch Karten für den Abend im Festspielhaus erwerben. Bis zu 1.000 Besucher sind im Saal zugelassen.

Eigentlich sollte die Open-air-Premiere des Festspielhauses an diesem Samstag im Kurpark noch viel üppiger ausfallen. Ursprünglich war das „Tosca-Open-air“ geplant - die Live-Übertragung des Auftritts das Mariinsky-Theaters aus St. Petersburg im Festspielhaus. Doch der Aufführung der großen italienischen Oper aus der Feder von Giacomo Puccini mit russischer Handschrift im Festspielhaus und damit auch der planten Live-Übertragung machte die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung.

Im Kurgarten Baden-Baden laufen Vorbereitungen für Sommer-Kunstprojekt

Besucher des Kurgartens wundern sich unterdessen über Grabarbeiten und andere Erdbewegungen in der Anlage. Das sind Vorboten für das Baden-Badener Sommer-Kunstprojekt „kunst findet stadt“. Ab Samstag, 31. Juli, werden im Park vor dem Kurhaus Kunstwerke des dänischen Künstlers Jeppe Hein aufgestellt.

Vorarbeiten für Kunstprojekt: Im Kurpark in Baden-Baden werden ab Samstag, 31. Juli, Werke des dänischen Künstlers Jeppe Hein ausgestellt. Foto: Bernd Kamleitner

Für die geplante Wasserinstallation „Appearing Rooms“ bereitet ein Landschaftsgärtner auf der Wiese bei den Kolonnaden schon den Untergrund vor. Dafür musste auch Rasen abgetragen werden. Für die „Modified Social Benches“ (modifizierte Gemeinschafts-Bänke) von Hein, die im Boden verankert werden, müssen zudem Fundamente vorbereitet werden. Sie dienen nicht nur zum Sitzen, sondern sollen ihre Nutzer auch dazu anregen, sich einander zuzuwenden, Halt auf den Sitzmöbeln zu finden oder sie sich spielerisch anzueignen.

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