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Stadt setzt Bürgerentscheid um

Die Gestaltung der neuen Fußgängerzone in Baden-Baden gewinnt Kontur

Wie das Quartier um die neue Fieser-Brücke im Herzen des Stadtzentrums künftig aussehen soll, zeichnet sich nach den Beschlüssen des Bauausschusses ab. Die Arbeiten sollen im Januar beginnen.

Der Abschnitt zwischen der neu gestalteten Fieser-Brücke und den Kurhaus-Kolonnaden ist noch ein Flickenteppich. Das soll sich ändern. Foto: Michael Rudolphi

Bei der Neugestaltung des Areals um die neue Fieser-Brücke im Baden-Badener Stadtzentrum zeichnet sich eine einheitliche Lösung ab.

Der Bauausschuss des Gemeinderats hat in seiner jüngsten Sitzung einen Vorschlag der Freien Bürger für Baden-Baden (FBB) einstimmig befürwortet, den Abschnitt über die Kaiserallee zwischen der Brücke und den Kurhaus-Kolonnaden mit einem durchgehenden Pflaster zu versehen. Dadurch soll der Charakter eines einheitlichen Platzes entstehen.

Ursprünglich hatte das Rathaus dort einen Fahrstreifen mit Rand-Bordsteinen vorgesehen, um Straßenverkehr zu ermöglichen. Die FBB-Fraktion ist überzeugt, diese Pläne seien nach dem Bürgerentscheid, die Fieser-Brücke bis zu den Kolonnaden und die Kreuzstraße zur Fußgängerzone zu machen, hinfällig.

Wir haben einen klaren Auftrag der Bürgerschaft.
Wolfgang Niedermeyer, FBB-Stadtrat

„Wir haben einen klaren Auftrag der Bürgerschaft, dort etwas anderes zu machen“, argumentierte FBB-Stadtrat Wolfgang Niedermeyer. Er räumte ein, ursprünglich gegen eine erweiterte Fußgängerzone gewesen zu sein, müsse aber den Bürgerwillen respektieren.

Wir können uns mit dem Vorschlag der FBB anfreunden.
Alexander Uhlig, Bürgermeister

„Wir können uns mit dem Vorschlag der FBB anfreunden“, versicherte Bürgermeister Alexander Uhlig (parteilos). Die Verwaltung sei ebenfalls der Ansicht, diesen Entwurf aufzugreifen. Dieser Vorstoß sei auch deshalb sinnvoll, weil die städtische Behindertenbeauftragte Nora Welsch kürzlich darauf hingewiesen habe, dass Bordsteine am Straßenrand für mobilitätseingeschränkte Menschen häufig zu Stolperfallen würden.

Thomas Schwarz, Leiter des städtischen Fachbereichs Planen und Bauen, bekräftigte, die weitere Planung werde die Grundidee eines Brückenplatzes berücksichtigen.

Pflaster in Baden-Baden: Alle Fraktionen unterstützen den FBB-Vorschlag

Hansjürgen Schnurr (CDU) signalisierte, seine Fraktion werde den FBB-Vorschlag mittragen, weil dieser eine gleichmäßige und durchgängige Gestaltung ermögliche. Kurt Jülg sicherte die Unterstützung der Freien Wähler zu. Die SPD-Fraktion befürwortet diesen Vorstoß ebenfalls.

Stadtrat Werner Schmoll äußerte jedoch Bedenken, dass es in der neu zu schaffenden Fußgängerzone möglicher Weise zu problematischen Situationen zwischen Radfahrern und Fußgängern kommen könnte.

Es sei möglich, den Radverkehr durch Sitzbänke und Blumenkübel in eine bestimmte Richtung zu lenken, erläuterte Uhlig. Schnurr wies darauf hin, dass Radler in einer Fußgängerzone grundsätzlich absteigen und auch bei einer Ausnahmegenehmigung sich den Passanten unterordnen müssten. Uhlig sicherte zu, den Rad- und Fußverkehr mit Schildern zu regeln.

Der Bauzeitplan ist mit den Anwohner in Baden-Baden abgestimmt

Die Arbeiten sollen im Januar unmittelbar nach dem Ende des Christkindelsmarkts beginnen. Nach Auskunft der Bürgermeisters ist dieser Zeitplan mit den Anwohnern, Gastronomen und Einzelhändlern in diesem Quartier abgestimmt. Die Kosten für dieses Vorhaben sind mit rund 780.000 Euro veranschlagt.

Die Stadt möchte die Wintermonate nutzen, um den bestehenden Übergang in der Kaiserallee zu entfernen. Im späten Frühjahr sollen dann die Neugestaltung beginnen, um die Sommermonate uneingeschränkt nutzen zu können.

Die Arbeiten dauern voraussichtlich fünf Monate

Das Rathaus rechnet mit einer Bauzeit von fünf Monaten. Während der Bauphase soll der Durchgang für Fußgänger und Radfahrer in alle Richtungen gewährleistet sein. Der Schritt in der Unteren Sophienstraße zwischen Leopoldsplatz und Reinhard-Fieser-Brücke folgt im Nachgang, um den Anliegern dort nach den Einschränkungen der vergangenen Monate durch die Pandemie eine Erholungsphase zu ermöglichen.

Um für die geplante Umgestaltung in der Kreuzstraße, Unteren Sophienstraße und Kaiserallee Zuschüsse aus der Städtebauförderung zu erhalten, möchte das Rathaus dieses Quartier in das laufende Sanierungsgebiet Südliche Neustadt integrieren. Der Bauausschuss hat der dafür erforderlichen Satzungsänderung zugestimmt. Uhlig zufolge ist dadurch bei dem kalkulierten Investitionsvolumen von 950.000 Euro eine Finanzhilfe von 570.000 Euro möglich.

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