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Mehr Pfützen als Kauflustige in der Baden-Badener Kaiserallee

Flohmarkt in Baden-Baden leidet unter den Fluten

Zum feuchtfröhlichen Stöbern geriet am verregneten Samstag der Besuch des Flohmarkts in der Baden-Badener Kaiserallee. Die nasse Witterung setzte Besuchern und Beschickern gleichermaßen zu. So mancher Stammgast strich gegen Mittag die Segel.

Wetterfeste Kleidung war Trumpf: Zu einem feuchtfröhlichen Vergnügen geriet am verregneten Samstag der Besuch des Flohmarkts in der Baden-Badener Kaiserallee. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Es war eine klatschnasse Angelegenheit. Aber die wirklich Harten, die Stammgäste des Kaiserallee-Flohmarkts, stellten sich dieser Herausforderung, bauten trotz Regens tapfer ihre Stände auf und hofften auf Sonnenschein.

Um vier Uhr in der Frühe war für Christa Salem bereits die Nacht zu Ende. In die Kaiserallee zu kommen, das ist für die Offenburgerin seit vielen Jahren gewissermaßen Ehrensache. Seite an Seite mit Krimhild Berghüser aus Gengenbach baut sie ab sechs Uhr gleich bei der Zufahrt zur Kaiserallee ihren Stand auf. Ein guter Platz, wie sich auch am verregneten Samstag zeigte.

Wenigstens unsere Standmiete haben wir wohl drin.
Christa Salem, Flohmarkt-Beschickerin

„Wenigstens unsere Standmiete haben wir wohl drin“, schätzt sie, während ihre Nachbarin mit den wenigen Kunden, die sich in Straße verirrten, in der es mehr Pfützen als Kaufinteressenten gab. Dabei hat Organisator Klaus Scheppe so allerlei geplant und getüftelt, damit auch in Corona-Zeiten die Flohmärkte wieder stattfinden können. Doch die eigens berücksichtigten Abstände zwischen den Ständen waren rasch viel größer als gedacht, weil manch einer flugs wieder zusammenpackte.

Auch Familie Wendt – sprich die Flohmarkt-routinierte Mutter Karin und ihre beiden Töchter Petra Mauel und Ulrike Wendt-Vorgic - streichen gegen Mittag die Segel. Seit 1975 sind sie schon mit dabei, haben Organisatoren kommen und gehen sehen. Auch die unterschiedlichsten Witterungsbedingungen sind ihnen begegnet. „Aber das...?“ Keine Frage, die Witterung ist ein echter Härtefall.

Hinzu kommt, dass sich gerade der Monat dem Ende entgegen neigt. „Wir hatten jetzt so viele Wochen draußen zu sein, dass es vermutlich nicht allzu schwer fällt bei einem solchen Tag auch mal zu Hause zu bleiben“, vermutet Ulrike Wendt Vorgic, die schon in Kindertagen mit der Mutter auf den Markt mitgenommen wurde. Eine gewisse Leidenschaft ist in dieser Familie nicht von der Hand zu weisen. Denn wenn gerade mal Flohmarkt-frei ist, dann darf es auch gerne der Antikmarkt sein, den Mutter Karin auch beschickt.

Wackere Besucher werden trotzdem fündig

Unterdessen rollen immer mehr Fahrzeuge in die Gasse, beginnen nasse Waren und Zeltplanen einzuladen. Auch ein paar wackere Besucher bahnen sich - mit Schirmen und dicken Jacken ausstaffiert – den Weg zwischen den wenigen Ständen hindurch. Deva Schubert und Kim Dallarmi werden schließlich bei Krimhild Berghüser und Christa Salem fündig. Einen kleinen Epressobereiter – noch unbenutzt – erstehen sie und obendrein zwei kleine geschliffene Weingläser.

„Nehmen sie aller vier, dann mache ich Ihnen einen Sonderpreis“, verspricht Verkäuferin Krimhild. Die beiden jungen Kunden überlegen kurz ob sie auch die beiden nicht geschliffenen Exemplare mitnehmen sollen und entscheiden sich dagegen. Doch was werden sie nun tun mit ihren Errungenschaften? „Benutzen“, lautet die simple Erklärung von Kim Dallarmi.

Genau wie seine Kollegin Deva arbeitet auch er gegenwärtig mit vielen jungen Künstlerin in der Kunsthalle und gönnt sich nun ein wenig Stil während des Arbeitsalltags mit diesen Gläsern. Und den Expressokocher, den will er auch sofort ausprobieren gehen, macht er sich auf den Rückweg durch die regennasse Straße, zurück zu seiner Arbeit, in den Taschen Erinnerungsstücke an die Stadt mit dem verregneten Flohmarkt. Am 24. Oktober findet der letzte Kaiserallee-Flohmarkt der Saison 2020 statt.



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