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Rund zehn Prozent weniger als 2016

Zahl der untergebrachten Flüchtlinge in Baden-Baden geht zurück

Die Zahl der in Baden-Baden untergebrachten Flüchtlingen ist leicht gesunken. Das geht aus einem aktuellen Bericht hervor, den die Stadtverwaltung dem Gemeinderat am kommenden Montag vorlegen wird. 

Nur noch auf dem Waldseeplatz sind Flüchtlinge in der so genannten Erstunterbringung einquartiert. Foto: Bernd Kappler

So sind in städtischen Unterkünften, Stand 31. August 2021, rund 800 Flüchtlinge untergebracht, ein Rückgang gegenüber 2016 von rund zehn Prozent, wie die Stadtverwaltung bilanziert.

Unter Berücksichtigung der jährlichen Zuweisungen – seit 2016 insgesamt rund 410 Personen – sowie der rund 100 Geburten sei es gelungen, dass etwa 350 Personen Wohnungen auf dem regulären Wohnungsmarkt hätten finden können.

Hierzu habe erheblich die Unterstützung der Beratungsdienste beigetragen, aber vor allem auch das Engagement der ehrenamtlich Tätigen. Der Bericht: „Die Wohnungsversorgung bleibt aber für die Verwaltung eine große Herausforderung. Es wird in den nächsten Monaten immer wichtiger, gemeinsam mit den Flüchtlingen individuell Herangehensweisen und Lösungen für die drängende Frage zu entwickeln.“ Das Wohnen in Unterkünften könne insbesondere mit Blick auf Integration nur eine vorübergehende Lösung sein.

Drei bis vier Flüchtlinge werden pro Monat in Baden-Baden untergebracht

Aktuell werden Baden-Baden drei bis vier Flüchtlinge pro Monat zugewiesen. Sie finden zunächst in der Erstunterbringung auf dem Waldseeplatz eine Unterkunft. Die Kapazität dort mit 84 Plätzen ist zu knapp 65 Prozent belegt. Auf dem Waldseeplatz sowie in 15 anderen Liegenschaften sind derzeit 731 Menschen in der so genannten Anschlussunterbringung erfasst, eine Auslastung der Kapazitäten von 92 Prozent.

145 Personen (18,1 Prozent) haben nach Angaben der Stadt eine Aufenthaltsgestattung, 329 Personen (41,1 Prozent) eine Aufenthaltserlaubnis nach der Anerkennung in einem Asylverfahren und 327 Personen (40,8 Prozent) eine Duldung. 472 Personen haben einen grundsätzlichen Leistungsanspruch nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Interessant: 160 von ihnen benötigen keine Leistung, können sich also selbst versorgen. Insgesamt 2.069 Leistungsempfänger waren im April 2021 beim Jobcenter registriert.

Fast 40 Prozent der Asylsuchenden sind Kinder oder Jugendliche

Wie der Bericht weiter darlegt, leben derzeit 313 Kinder und Jugendliche (39,1 Prozent der Flüchtlinge) in den Unterkünften der Stadt Baden-Baden. 174 Kinder sind jünger als sechs Jahre. Einen Kindergarten besuchen 111 Kinder, 51 Kinder sind laut Bericht für die Aufnahme in die Kindertagesbetreuung vorgemerkt. Bei Bedarf könnten für vorgemerkte Kinder ohne Kindergartenplatz niederschwellige Angebote über das Förderprogramm KiTa-Einstieg genutzt werden.

128 Kinder und Jugendliche besuchen Schulen in Baden-Baden. Knapp die Hälfte sind an den Grundschulen, 53 Kinder besuchen weiterführende Schulen, wie Werkrealschulen, Realschulen oder die Gymnasien). Elf Kinder sind in sonderpädagogischen Förderschulen untergebracht und zwei Jugendliche besuchen eine Berufsschule.

Für die Betreuung der Unterkünfte und der Außenanlagen stehen rechnerisch 9,5 Hausmeisterstellen zur Verfügung. Theoretisch zumindest, denn zwei Stellen sind nicht besetzt, wie die Stadt einräumen muss.

Bislang 94 Corona-Fälle bei Flüchtlingen registriert

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie Ende 2019 habe es bis zum 31. August 2021 bei den untergebrachten Flüchtlingen 94 Corona-Fälle gegeben. Rund 65 Prozent der Flüchtlinge sei Ende August vollständig geimpft gewesen.

Die Pandemie sei für die Geflüchteten wegen der Wohnsituation, des Ausfalls von Schul- und Sprachunterricht und dem stark eingeschränkten Kontakt zu Ehrenamtlichen eine besondere Herausforderung gewesen. Gruppenangebote wie ehrenamtliche Sprachkurse, die Fahrradwerkstatt, Kindergruppen oder Sitzungen der Unterkunftsräte, hätten nicht stattfinden können.

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