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Gala nur virtuell

Freundeskreis Festspielhaus hat in seinem 25-jährigen Bestehen 14,3 Millionen Euro gespendet

14,3 Millionen Euro haben die Mitglieder des Baden-Badener Freundeskreis Festspielhaus im 25-jährigen Bestehen des Vereins gespendet. Dieses Engagement verdient eigentlich eine feierliche Gala. Doch wegen der Corona-Einschränkungen muss das Jubiläum auf anderem Wege gefeiert werden.

Gemeinsam durch Dur und Moll: Intendant Benedikt Stampa (rechts) und Petra Gerstner-Schröder sowie John Feldmann stoßen auf das 25-jährige Bestehen des Freundeskreises Festspielhaus an. Foto: Bernd Kamleitner

Der Anlass hätte eine Gala verdient gehabt. Doch die Corona-Krise mit den Einschränkungen des gesellschaftlichen Lebens hat dem Freundeskreis Festspielhaus einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das 25-jährige Bestehen des Fördervereins, der am 23. September 1995 in Brenners Parkhotel in Baden-Baden gegründet wurde, kann derzeit unter dem Motto „Gemeinsam durch Dur und Moll“ nur virtuell im Internet gefeiert werden .

In den kommenden Wochen sollen dort Fotos, Videos und Text geteilt werden. „Sobald es wieder geht, werden wir gemeinsam mit wunderbaren Künstlern nachfeiern“, kündigt Festspielhaus Benedikt Stampa an. Wegen Corona ruht der Veranstaltungsbetrieb in Europas zweitgrößtem Opernhaus seit Mitte März.

Auftakt mit Einschränkungen, aber mit Stars auf der Bühne

„Gerade in der Krise ist das Ehrenamt ganz wichtig“, meint dazu ein erfahrener und außerordentlich gut vernetzter sowie vielbeschäftigter Mann, der zum Pressetermin im Festspielhaus live aus Berlin zugeschaltet ist. Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble ist Baden-Baden und dem Festspielhaus sehr verbunden, nicht nur, weil er seit November 2004 den Freundeskreis als Vorsitzender leitet.

Mit Blick auf Corona gibt sich der CDU-Politiker optimistisch: „Wir werden auch diese Krise meistern!“ Für viele Branchen, darunter die Kulturszene, stellt das eine große Herausforderung dar. Derzeit laufen im Festspielhaus die Vorbereitungen für die Wiederaufnahme des Betriebs am 8. Oktober.

Ein Normalbetrieb wird es nicht werden, vielmehr ein Auftakt mit vielen Einschränkungen, aber mit Stars auf der Bühne. Das Hamburg Ballett John Neumeier wird wieder einmal an der Oos gastieren. Ohne Förderer wie den Freundeskreis oder die Stifter und Einzelspender würde das Festspielhaus nicht funktionieren.

Über 1,1 Millionen Euro flossen aus den Reihen des Freundeskreises allein in diesem Jahr bereits an das Festspielhaus. Viele Mitglieder spendeten etwa den Wert ihrer Eintrittskarten für die ausgefallenen Festspiele, berichtet der stellvertretende Vorsitzende John Feldmann. Über eine Million war es im vergangenen Jahr.

14,3 Millionen Euro Spenden in 25 Jahren Vereinsgeschichte

In den vergangenen 25 Jahren sponserten die Mitglieder das Programm des Hauses über Mitgliedsbeiträge und Spenden mit dem stolzen Betrag von 14,3 Millionen Euro. „Ich habe den Verein und seinen Vorstand als eine Gruppe engagierter Musikliebhaber kennengelernt, die den Kern des Privat-Öffentlichen Modells Festspielhaus Baden-Baden bildet“, würdigte Stampa den Kulturförderverein, der einer der leistungsstärksten seiner Art in Europa sei.

Die Mitglieder haben sich zudem in der Vergangenheit stets als fleißige Ticketkäufer erwiesen, was den Intendanten natürlich auch sehr freut. Der Mehrwert, Karten vor dem Start des Vorverkaufs erwerben zu können, sei angemessen, findet Feldmann. Die Geschäftsstelle des Freundeskreises führt von Anfang an Petra Gerstner-Schröder.

In Baden-Baden ist sie keine Unbekannte: Bis Anfang des vergangenen Jahres war sie über vier Jahrzehnte Leiterin des Oberbürgermeister-Referats im Rathaus der Bäderstadt. Unter den Kulturhäusern dieser Größe werde jedoch der Konkurrenzkampf nach Corona zunehmen, prophezeit Stampa.

Der Standort Baden-Baden „mit dem größten Saal in der kleinsten Stadt“ sei jedoch nach wie vor ein wichtiger Teil des Gesamtpakets. Einfluss auf die Programmgestaltung will der Freundeskreis nicht ausüben. Das würde die künstlerische Entwicklung behindern, findet Feldmann. Aber: „Eine sauber Trennung schließt nicht aus, dass man seine Meinung äußert.“

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