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Instagram dient als Ersatz-Forum

Fridays for Future in Baden-Baden setzt in Corona-Zeiten auf soziale Medien

Der Klimawandel war das Thema – dann kam Corona. Und mit dem Virus wurde es ruhig um die lokale Protest-Bewegung. Statt Demos auf der Straße machen die Jugendlichen im Internet weiter. Aber dabei soll es nicht bleiben.

Aktiv im Netz: Weil die Fridays for Future-Bewegung Baden-Baden nicht mehr auf der Straße protestieren kann, machen sie im Internet auf Missstände aufmerksam. Foto: Pauline Roth

Seit dem globalen Klimastreik Ende September 2020 ist es um die Baden-Badener Fridays-for-Future-Bewegung ruhig geworden – zumindest auf den Straßen.

Zum Schutz vor dem Coronavirus und wegen der strengeren Corona-Verordnung verzichtet die Gruppe seitdem auf Kundgebungen und Versammlungen.

Auch im Privaten treffe sich der Kern der Organisation nur noch über Zoom oder kommuniziere über WhatsApp, erklärt Pauline Roth. Die 16-Jährige ist eine der Sprecherinnen der neunköpfigen Baden-Badener Gruppe.

Soziale Medien sind in Coronazeiten besonders wichtig

Die Jugendliche erklärt: „Die sozialen Medien sind enorm wichtig und das beste Ersatzprogramm in der aktuellen Zeit.“ Um dort spannende Inhalte präsentieren zu können, hat die Initiative eine Untergruppe mit dem Titel „Redaktion“ gebildet. Jüngst teilte das Team einen Video-Jahresrückblick, bei dem es auf die wichtigsten Klima-Ereignisse des vorigen Jahres zurückschaut.

Außerdem wirbt die Bewegung für nachhaltige Bio-Produkte. Trotzdem kann das Internet den persönlichen Austausch für Pauline Roth nicht komplett ersetzen. „Mein persönliches Highlight war auf jeden Fall die Demonstration am 3. Juli – das war ein absoluter Erfolg“, meint sie.

Aber auch vom anhaltenden Lockdown und den Schutzvorkehrungen lassen sich die Jugendlichen der Organisation nicht unterkriegen. Für die Zukunft planen sie teils alleine, teils mit der Unterstützung der Ortsgruppe Bühl konkrete Aktionen, um auf regionale Missstände aufmerksam zu machen.

„Sobald es im Gemeinderat Baden-Baden um das Klimaaktionspaket geht, wollen wir aktiv sein“, verrät Roth. Unter anderem plane die Gruppe, mit Schildern in der Versammlung aufzutreten und sich zu Wort zu melden. Im Vergleich mit anderen Städten werde das Ziel der Klimaneutralität in der Bäderstadt nicht zeitnah genug angestrebt, meint die 16-Jährige und ergänzt: „Baden-Baden kann da überhaupt nicht mithalten.“

Bewegung plant Podiumsdiskussion zur Landtagswahl

Auch mit Blick auf die anstehende Landtagswahl am 14. März haben sich die Ortsgruppen etwas einfallen lassen. Baden-Baden und Bühl planen eine digitale Podiumsdiskussion mit Kandidaten verschiedener Parteien.

Die Veranstaltung ist für den 7. März um 18 Uhr geplant und soll komplett über Zoom stattfinden. Sowohl die Kandidaten werden über den Videochat zugeschaltet, als auch die Zuschauer. Für die Vorbereitung der Diskussion erweisen sich erneut die sozialen Medien als nützlich. „Wir haben die Kandidaten beispielsweise über Facebook angeschrieben, die meisten freuen sich“, erklärt Roth.

Obwohl die Corona-Verordnungen die Arbeit der Klimastreik-Bewegung enorm erschweren, hat die Sprecherin der Baden-Badener Organisation nichts dagegen.

„Klar, Corona steht gerade mega im Vordergrund, aber der Klimawandel wird uns viel länger beschäftigen“, ist die Jugendliche überzeugt. Sie sieht eher die positiven Effekte der Pandemie. Corona zeige, dass die Gesellschaft zusammenhalten könne: „Wenn ein Wille da ist, kann auch etwas erreicht werden.“

Sprecherin hofft auf Umdenken durch Corona

Pauline Roth hofft außerdem, dass die Menschen den Klimaschutz nicht immer nur als Verzicht sehen: „Es geht darum, positive Alternativen zu finden.“ Das sei auch bei Corona der Fall, denn die Baden-Badener hätten sich mit der Situation arrangiert. Sie seien öfter auf das Rad umgestiegen oder hätten eine bedachtere Wochenplanung gemacht, beobachtet Roth. Beide Verhaltensweisen seien auch im Kampf gegen den Klimawandel nützlich.

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