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Festspielzeit in Baden-Baden

Für die Osterfestspiele in Baden-Baden wird die Bel Etage im Kurhaus zur Festivallounge

Endlich wieder Festspielzeit in Baden-Baden: Zu den Osterfestspielen wird in der Bel Etage des Kurhauses der Bäderstadt die Festival-Lounge eingerichtet. Gezeigt wird auch eine multimediale Ausstellung.

Vor dem Kurhaus in Baden-Baden wehen die Flaggen, die für die Osterfestspiele werben.
Treffpunkt für Musikfreunde: In der Bel Etage des Kurhauses wird zu den Osterfestspielen mit den Berliner Philharmonikern die Festivallounge eingerichtet. Foto: Bernd Kamleitner

Das Kurhaus in Baden-Baden hat schon viele hochkarätige Galas gesehen. Zuletzt ging es dort während der Corona-Pandemie beim Pieksen allerdings eher nüchtern zu: Der Weinbrenner-Bau war monatelang Impfzentrum. Vermutlich das exklusivste in Deutschland. Jetzt zieht wieder das kulturelle Leben ein. Die Räume der Bel Etage des Wahrzeichens der Bäderstadt werden während der Osterfestspiele zur Festivallounge.

In der Festspielhaus-Chefetage gab es schon länger Überlegungen, zum bedeutendsten Musikfestival im Jahreskalender von Deutschlands größtem Opernhaus einen Treffpunkt für Musikfreunde einzurichten. „Ich finde, dass wir im Zentrum von Baden-Baden auch als Festspielhaus präsent sein sollen“, sagt Intendant Benedikt Stampa.

Beim Neustart nach der Corona-Zwangspause wird das Konzept nun realisiert. Stampa ist gespannt, ob es aufgehen wird. Zweifel, dass das nicht der Fall sein wird, beschäftigen ihn im Vorfeld aber nicht. „Ich bin ganz optimistisch.“

Opernhaus Baden-Baden will Besucher nahe an die Stars bringen

Gespannt, wie es laufen wird, ist auch Dany Weyer. Er ist im Festspielhaus für eine noch recht neue Abteilung zuständig: Es geht um Partizipation. Dahinter steht die Absicht, das Festspielhaus-Publikum so nahe wie möglich an die Musikstars zu bringen.

So steht etwa an diesem Samstag, wenige Stunden vor der Premiere der Neuinszenierung der Oper „Pique Dame“ im Festspielhaus, in der Lounge ein Gespräch mit den Regisseuren des Höhepunkts der Osterfestspiele auf dem Programm.

Der Festivaltreffpunkt, der am Samstag um 14.30 Uhr vom Intendanten persönlich eröffnet wird, ist dann bis zum 18. April täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Besucher, Musiker und Experten können sich zum Gespräch und zur Musikvermittlung in den prachtvollen Räumen in Obergeschoss des Kurhauses in gemütlicher Atmosphäre treffen. „Man kann sich in der Lounge einfach inspirieren lassen - auch wenn man kein Ticket für ein Konzert hat“, sagt Weyer.

Multimediale Ausstellung „Liebe.Sucht.Glück“

Zum Beispiel von der multimedialen Ausstellung „Liebe.Sucht.Glück“. Dahinter verbirgt sich ein Projekt von Festspielhaus und der Start-Stiftung. Diese fördert Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte. 60 Jugendliche haben sich im Vorfeld in Workshops mit diesen drei Schwerpunkten im Hinblick auf die Oper „Pique Dame“ künstlerisch auseinandergesetzt. Das Tschaikowsky-Werk steht in einer Neuinszenierung mit den Berliner Philharmonikern im Mittelpunkt der Osterfestspiele.

Für die Ausstellung in Baden-Baden haben die jungen Menschen aus ganz Deutschland in ihren Treffen Fotos, Videos und Slam-Texte vorbereitet. „Die Schau soll jedem dem Besucher einen eigenen Blick auf die drei Themen geben“, betont Weyer.

Besucher der Lounge, die auf Konzerte der Osterfestspiele neugierig geworden sind, können sich in der Lounge am Info-Point des Festspielhauses über das Programm informieren. Tickets können vor Ort nicht erworben werden. Online oder telefonisch werden Kartenwünsche, sofern verfügbar, auf den zur Verfügung stehenden Kanälen aber schnell erfüllt.

Philosoph Sloterdijk ist Premieren-Gast

In der Festivallounge feiert am Montag, 11. April, 15 Uhr, zudem ein neues Format Premiere: der Baden-Badener Salon. Bei den Osterfestspielen soll mit dieser Reihe das Wissen über die Kunst, die Zeit, aus der sie kommt, und die Zeit, in der sie wirkt, reflektiert werden. Premieren-Gast ist der Philosoph Peter Sloterdijk, der im nahen Karlsruhe nicht nur geboren wurde, sondern viele Jahre an der dortigen Hochschule für Gestaltung lehrte.

Mit diesem Format wollen die Organisatoren der Festspiele an die glanzvollen Zeiten Baden-Badens im 19. Jahrhundert erinnern. Damals galt die Stadt als „Sommerresidenz Europas“. Kreative Runden trafen sich zu der Zeit regelmäßig in den Salons der Hotels und in den prächtigen Villen zum Meinungsaustausch.

Bei der Umsetzung der Lounge-Pläne arbeitet das Festspielhaus eng mit dem Betreiber des Kurhauses, der Bäder- und Kurverwaltung, zusammen. Die stilvollen Konferenzräume im Obergeschoss des Kurhauses entstanden vor über 100 Jahren. Damals wurde die Kurhaus-Gastronomie erweitert. Derzeit wird das Kurhausrestaurant aufwändig saniert.

Dachterrasse der Bel Etage ermöglicht Ausblick auf Baden-Baden

Der größte Raum ist der Spiegelsaal. Ferner gibt es das Damen- und Herrenzimmer. Die Bezeichnungen stammen noch aus der Zeit, als es für Damen und Herren jeweils eigene Räume gab. Das Raum-Quartett komplettiert das Empfangszimmer.

Das Wetter wird über den Erfolg der Lounge auch ein Wörtchen mitreden, glaubt Weyer. Wenn es sich von seiner besten Seite zeigt, lohnt sich auch ein Besuch der Dachterrasse der Bel Etage: Von dort eröffnet sich ein eindrucksvoller Blick über die Bäderstadt. Schon allein deswegen lohnt sich ein Besuch in der Lounge.

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