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Acht auf einen Streich

Für erfahrene Halter: Tierheim in Baden-Baden sucht neues Zuhause für zwei Jagdhunde

Hundebabys aus dem Baden-Badener Tierheim finden normalerweise schnell Abnehmer. Bei jungen Jagdhunden sieht die Sache etwas anders aus. Und noch schwieriger wird es, wenn die Jagdhunde erwachsen sind.

Wild und verspielt: Die Welpen aus dem Jagdhund-Wurf begrüßten jeden Besucher im Tierheim mit Begeisterung. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Nicht nur von Klopapier-Engpässen zum Lockdown-Auftakt, die auch das Tierheim trafen, kann Katja Damalis berichten, wenn sie auf das vergangenen Jahr zurückblickt. Da gab es nämlich gleich eine ganze Reihe von familiären Glücksfällen zu verzeichnen.

Mitten hinein in die erschwerten Bedingungen, die zu einer Schließung der Einrichtung für den Publikumsverkehr führten, gab es im August eine große Überraschung. „Eine Jagdhunde-Zucht wurde aufgelöst und ein benachbartes Veterinäramt suchte händeringend Unterbringungsmöglichkeiten für Dutzende Hunde.“

Hier war einem Privatmann die Sache wohl völlig aus dem Ruder gelaufen, so dass rasch reagiert werden musste. Die beiden Hündinnen Lara und Ebony wurden im Märzenbachweg aufgenommen.

Der erste Blick ließ vermuten, was bald darauf der Tierarzt bestätigte. „Ebony war tragend und so konnten wir am 7. September acht muntere Welpen begrüßen, die zuerst ihre Mutter und dann unsere Pfleger auf Trab hielten.“

So niedlich die kleinen Kerle im Baden-Badener Tierheim auch waren, der pflegerische Aufwand, den eine solche Großfamilie auf vier Pfoten mit sich bringt, ist enorm. Sind Tierbaby sonst sehr leicht zu vermitteln, war dies jedoch ein Sonderfall. Denn es handelte sich, wie bereits erwähnt, um Jagdhunde, die ein passendes Zuhause benötigten.

Der kleinen Rasselbande wurde ihre Welt nämlich sehr schnell zu klein, trotz all der Aufmerksamkeit, die ihr zuteil wurde und all der Spielsachen, die für Abwechslung sorgen sollten. Menschen wurde stürmisch begrüßt, sobald sie in den Auslauf traten, Schürsenkel angekaut und der Besuch voller Begeisterung gefeiert.

Babys sind vermittelt, zurück bleibt die Mutter

„Als sich das Jahr 2020 dem Ende zuneigte, hatten alle Welpen ein Zuhause gefunden“, erzählt Katja Damalis aus dem Baden-Badener Tierheim. Zurück bleiben die Hunde-Seniorinnen, die aus jener Übernahme standen. Dabei ist die Mutter der inzwischen vermittelten Welpen noch nicht wirklich alt.

Ebony, die übrigens zu der Rasse Grand Bleu des Gascogne gehört, ist vermutlich 2015 geboren. Genau wie ihre Kameradin Lara, eine etwa 2013 geborene Griffon-Hündin, hat sie nie ein wirkliches Hundeleben kennengelernt. Mit vielen Artgenossen lebte sie auf einem Gelände, ohne die typischen Erfahrungen sammeln zu können.

„Ebony muss deshalb noch einiges lernen, selbst an der Leine geführt zu werden, ist ihr gänzlich unbekannt“, schildert Katja Damalis eine sehr anhängliche Hündin, die sich offenbar gerne auf den Menschen einlassen möchte. „Neue Besitzer brauchen Geduld und Einfühlungsvermögen, denn hoppla-hop Erfolge gibt es nur im Fernsehen.“

Bei Hündin Lara ist der Fall ganz ähnlich. „Sie wurde, bis sie zu uns kam, noch nie an der Leine spazieren geführt“, sagt Katja Damalis vom Tierheim in Baden-Baden. Obendrein erzählt Laras stark ausgeprägtes Gesäuge von unzähligen Würfen. „Als sie zu uns kam, war sie außerdem sehr verwahrlost und unterernährt.“

Katja Damalis hofft, dass die anschmiegsame Lara nun in eine bessere Zukunft für ihren zweiten Lebensabschnitt durchstarten kann. Doch Lernen muss auch sie noch einiges. „Da sie eine herzensgute Hündin ist und sich gerne an Bezugspersonen bindet, wird sie bereitwillig mitarbeiten. Hierfür braucht sie aber Menschen, die sich die Zeit nehmen, Lara kennen und lieben zu lernen.“

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