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Rastatter Behörde ist auch für Stadtkreis Baden-Baden zuständig

Gesundheitsamt Rastatt hinkt bei Corona-Nachverfolgung hinterher

Bei den Corona-Neuinfektionen gibt es offenbar keine Hotspots. Die Infektionsherde sind bereit gefächert, sagt Stefan Biehl vom Gesundheitsamt Rastatt. Es ist auch für den Baden-Baden zuständig.

Aber bitte mit Maske: Die Maskenpflicht in der Fußgängerzone besteht weiterhin. Inzwischen wird der Mund-Nasen-Schutz nur noch in der Zeit von 8 bis 20 Uhr gefordert. Foto: Bernd Kamleitner

Das Gesundheitsamt Rastatt hinkt bei der Rückverfolgung von Corona-Infektionsketten zeitlich hinterher. Allein im Zeitraum vom 1. Oktober bis 5. November seien 1.176 neue Covid-19-Fälle hinzukommen, davon 312 im Stadtkreis Baden-Baden und 864 im Landkreis Rastatt. Die Zahl der Personen, die auf Listen für die Nachverfolgung stehen, sei in diesem Zeitraum auf über 15.500 angestiegen.

„Vor Wochen wäre das für uns noch eine unvorstellbare Zahl gewesen“, sagte Stefan Biehl, Leiter des auch für Baden-Baden zuständigen Gesundheitsamts in Rastatt bei einem aktuellen Lagebericht am Montagabend im Hauptausschuss des Gemeinderats Baden-Baden.

Die Kontaktaufnahme von Ärztinnen oder Ärzten des Gesundheitsamtes mit Neuinfizierten verzögere sich durch die hohe Zahl um ein bis zwei Tage. In der Folge verzögere sich die Erstellung der Kontaktlisten und ebenso die Nachverfolgung der Kontakte. Eine Steuerungsmaßnahme, um Abhilfe zu schaffen, sei mehr Personal. Gegenüber dem regulären Personalstand habe sich die Belegschaft der Behörde aktuell bereits verfünffacht, erläuterte Biehl. Derzeit seien bis 150 Personen mit unterschiedlichen Zeitdeputaten tätig. Seit Anfang November werde im Zweischichtbetrieb von 7 bis 19 Uhr an sieben Tagen die Woche gearbeitet. Die Integration der zusätzlichen Mitarbeiter, darunter auch 13 Kräfte der Bundeswehr, sei „eine riesige logistische Herausforderung“.

Aus der Sicht der Behördenmitarbeiter sie die Lage derzeit „sehr angespannt und sehr arbeitsintensiv“. Biehl warb um Verständnis für Verzögerungen und die „nicht immer optimale Erreichbarkeit“ der Mitarbeiter der Behörde.

Infektionsherde gibt es in allen denkbaren Lokalitäten.
Stefan Biehl, Gesundheitsamt Rastatt

Das Infektionsgeschehen bezeichnete Biehl als „breitflächig“. Herausragende Corona-Hotspots gebe es im Stadt- und im Landkreis nicht. Infektionsherde seien „in allen denkbaren Lokalitäten denkbar“ - also in Schulen und Kitas ebenso wie in Familien oder Vereinen. Die 135 neuen Fälle zwischen dem 15. Oktober und 4. November, die Biehl auf einer Baden-Baden-Karte veranschaulichte, verteilten sich etwa über das komplette Stadtgebiet.

Menschen, die positiv getestet wurden, legte Biehl nahe, auf den Anruf des Gesundheitsamts zu warten. Auch wenn der erst am nächsten oder übernächsten Tag eingehe. In der Quarantäne könnten Betroffene schon einmal Kontaktpersonen informieren und Listen mit Namen, Mailadresse und Telefonnummern vorbereiten.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also der Wert mit den Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, lag im Stadtkreis am Montag bei 79,7, im Landkreis bei 116,7. Für Stadt- und Landkreis liegt der Wert bei 109,6 (Baden-Württemberg: 139,0). Die meisten Fälle gibt es aktuell in Rastatt (165), dahinter folgen Baden-Baden (97), Gaggenau (76), Bühl (37), Sinzheim (29) und Gernsbach (28).

Keine aktiven Fälle hat derzeit nur die Gemeinde Au am Rhein. Männer und Frauen sind nahezu gleich betroffen. Seit dem 7. März erkrankten 1.166 Männer und 1.133 Frauen. Die Zahl der Corona-Toten wird in der Statistik mit 42 angegeben: 22 im Landkreis und 20 im Stadtkreis.

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