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Expertin für Einrichtungstrends

Teures kann auch mit Preiswertem kombiniert werden

Wie richten wir uns ein? Bei dieser Frage sind Paare nicht immer einer Meinung. Iris Piening aus Baden-Baden kennt das. Als Expertin für Inneneinrichtung ist sie immer wieder auch als Moderatorin gefragt.

Experten für Wohnungstrends: Iris und Roger Piening. Die Firma IP Interior Design besteht in Baden-Baden bereits seit einem Vierteljahrhundert. Foto: Bernd Kamleitner

Wie sieht es in noblen Villen in Baden-Baden aus? Iris Piening könnte davon berichten. Als Einrichtungsexpertin steht sie Interessenten zur Seite, wenn diese etwa die erste gemeinsame Wohnung, das neue Haus oder eben die noble Villa ausstatten.

Bei der Frage nach dem Einrichtungsstil gehen die Meinungen zwischen Frau und Mann allerdings bisweilen weit auseinander. Piening kennt solche Konflikte durchaus – und versucht, diese mit den Betroffenen zu lösen. Wie sie das macht? „Wir moderieren“ sagt die Expertin für exklusive Wohn- und Geschäftsraumkonzepte. Dabei ist auch Psychologie gefragt.

Die Auftragsumfänge sind unterschiedlich: von klein bis umfassend. Manchmal geht es „nur“ um einen neuen Bezug und eine Aufpolsterung für den liebgewonnen Sessel der Oma oder um farbliche Akzente mit neuen Gardinen.

Über 4.000 Dekorations- und Polsterstoffe stehen dafür zur Auswahl. Darunter außergewöhnliche, etwa von dem französischen Modeschöpfer Christian Lacroix.

Für betuchte Kunden richtet sie die Villa fertig ein

Ein Komplettprogramm ist ebenfalls möglich. Für betuchte Kunden hat Piening schon den Schlüssel für die Wohnung oder Villa beim Makler abgeholt und die Einrichtung für den Besitzer abgewickelt. Dann ist bis zum Einzug der Internetanschluss eingerichtet, Möbel und Accessoires sind aufeinander abgestimmt, Teller, Tassen und sonstige Alltagsgegenstände eingeräumt und Kleidungsstücke, die per Spedition geliefert wurden, liegen im Schrank bereit.

Diese Dienstleistung nehmen etwa Kunden aus dem Ausland in Anspruch, die einen Zweitwohnsitz in Baden-Baden haben. In der Vergangenheit waren es vor allem Russen, die in Immobilien an der Oos investierten.

Am Ende soll ein harmonisches Ganzes entstehen: Einrichtungsexperte Roger Piening steht vor einem Regal mit Wohnaccessoires. Foto: Bernd Kamleitner

IP Interior Design ist nicht auf eine Stilrichtung festgelegt. Ziel ist vielmehr immer „ein harmonisches Ganzes“, stellt die Firmeninhaberin heraus. Das muss nicht nur aus teuren Designermöbeln und hochpreisigen Accessoires bestehen. „Wir haben auch Kunden, bei denen wir Teile von Ikea eingesetzt haben“, berichtet Piening.

Und: „Teure Sachen können mit preiswerten kombiniert werden.“ Manchmal sei das Billigste unter dem Strich aber das Teuerste, weil es in kürzeren Zeitabständen ersetzt wird. Hochwertige Produkte seien beständiger. An reichlich Erfahrung mangelt es Iris Piening in ihrem Job nicht. „Dadurch haben wir einen anderen Blick“, nennt sei den Vorteil, wenn die Expertin an der Planung der Einrichtung beteiligt ist.

Sohn Roger hat seine Ausbildung in England absolviert

Ein Faible fürs Einrichten hatte sie schon immer. Nach einem dreijährigen Fernstudium an einer Schule für Inneneinrichtung in London baute sie sich ihr Geschäft in Baden-Baden auf. Der Startschuss für IP Interior Design fiel vor 25 Jahren in einem kleinen Geschäft in der Sophienstraße.

Nach einem Umzug in die Kreuzstraße sitzt die Firma inzwischen in einem repräsentativen Anwesen in der Ludwig-Wilhelm-Straße. Piening lobt unter anderem die gute Anbindung der Bäderstadt an Metropolen wie Paris oder den Messestandort Frankfurt. Inzwischen ist auch Sohn Roger mit an Bord. Er hat seine Fachausbildung ebenfalls in England absolviert.

Anregungen für ihre Arbeit holen sich Mutter und Sohn auf internationalen Messen – wenn nicht gerade eine Pandemie solche Aktivitäten ausbremst. Darüber hinaus behalten sie Neuerungen ihrer über 400 Lieferanten ständig im Blick. Bei denen mache sich die Corona-Pandemie zum Teil schon deutlich bemerkbar: Für viele Produkte müssen längere Lieferfristen in Kauf genommen werden.

Kunstverständnis schade bei der Planung der Inneneinrichtung von Wohnungen und Geschäftsräumen übrigens keineswegs, findet die gebürtige Heidelbergerin, die mit neun Jahren nach Baden-Baden kam. Sofern es ihr auf Reisen möglich ist, hält sie immer nach Schlössern, Museen, Kirchen und interessanten Häusern Ausschau. „Wenn ich kann, auch von innen!“ Aufmerksam studiert sie zudem große Hotels, denn: „Die setzen auch Trends.“

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