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Bejubeltes Gastspiel

Jazz-Gipfeltreffen im Festspielhaus Baden-Baden: Wolfgang Haffner glänzt mit „Dreamband“

Internationale Größen des Jazz waren zu erleben, als der Schlagzeuger Wolfgang Haffner seine „Dreamband“ im Festspielhaus Baden-Baden präsentierte. Zum Schlussapplaus hielt es das Publikum nicht mehr auf den Sitzen.

Internationale Größen des Jazz auf einer Bühne: In der „Dreamband“ von Wolfgang Haffner (Schlagzeug) traten unter anderem Randy Brecker (Trompete), Bill Evans (Saxofon) und Nils Landgren (Posaune) auf. Foto: Peter Bastian

Ein Jazz-Gipfeltreffen der Sonderklasse fand jetzt im Festspielhaus statt: Wolfgang Haffner und seine „Dreamband“ waren zu Gast in Baden-Baden und brachten das Publikum am Schluss zu Recht zu stehendem Applaus.

Der Schlagzeuger ist ein „...musikalischer Triebtäter. Ein Tag ohne Musik ist für mich ziemlich grauenhaft“. Seine Musikbegeisterung führte schon früh zum Erfolg: Als er 17 war, kam der Anruf von Albert Mangelsdorff.

Was folgte ist Legende: Haffner spielte mit Klaus Doldinger, Peter Herbolzheimer, Chaka Khan und vielen mehr.

Hochkarätige Besetzung

Heute kann er sich seine Musiker ebenfalls selbst aussuchen. Seinem Ruf nach Baden-Baden folgten jetzt der Trompeter Randy Brecker – mit fast 76 der Oldie der Band –, der bereits mit seinem Bruder Michael Jazzgeschichte schrieb.

Mit dem Saxofonisten Bill Evans, ebenfalls ein ehemaliges Mitglied der Miles-Davis-Band, und dem Posaunisten Nils Landgren – er spielte in den 70ern mit Abba den Song „Voulez Vous“ ein – hat Haffner schon des öfteren zusammen gespielt.

Christopher Dell ist einer der weltweit besten Vibrafonisten, und der Keyboarder Simon Oslender und der Bassist Thomas Stieger sind eh schon die Mitglieder seines jüngsten Trios, das kürzlich im Tollhaus Karlsruhe zu Gast war.

Einzigartige Virtuosität

Gleich der erste Titel zeigt, wo es bei diesem über zweistündigen Konzert langgeht: „Soulbop“. Ja, dem Souljazz und dem Funk hat sich dieses Septett verschrieben. Und es brennt ein Feuerwerk an heißen Nummern ab, das sich gewaschen hat. „Walk Tall“ ist von Nat Adderley, einem der Erfinder dieses Stils.

Darin: ein irrer Battle zwischen Evans und Haffner, der sich in dichte Höhen schraubt. Gleich in „New Life“ zeigt Dell seine Einzigartigkeit. Kein Mensch begreift, wie das spielerisch machbar ist, was er mit vier Schlägeln auf die Metallplatten zaubert. In „Bones In The Ground“ setzt sich Bill Evans ans Klavier und singt in Trio-Begleitung – und das gar nicht mal schlecht.

Die Freundschaft unter den Musikern ist spürbar

In verschiedenen Formationen präsentieren die sieben Musiker ihr herausragendes Können, in Balladen oder in dichten Fusionnummern mit vollem Bebläse. Die Songs haben viel Seele und Groove und man hört die Freundschaft, die die Musiker verbindet. „Like a family on the road“, so drückt es Bill Evans aus. Haffner sagt: „Man kann den Fan nicht täuschen“, und meint damit die vielen kühl-funktionalen Allstar-Bands.

Der Drummer drängt sich nicht in den Vordergrund, seine „Solo-Einlagen“ sind immer begleitet, oft am Ende eines Songs, den er damit verdichtet, und man denkt: „Wow!“. Eine der Zugaben ist Miles Davis’ genial einfacher Song „Jean Pierre“, den Bill Evans 1982 mit eingespielt hat, gefolgt von einem noch ruhigeren „Silent Way“ von Haffner. Das war ein runder Abend, der viel Spaß gemacht hat.

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