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Sie führte früher zum Wochenmarkt

Klosterpforte in Baden-Baden: Hinter geschlossenen Türen liegt die Klosterquelle

In Baden-Baden gibt es viele Orte, die für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Was verbirgt sich hinter der hölzernen Pforte? Sie führt auf das Areal des Klosters vom Heiligen Grab.

Klosterpforte: Der praktische Durchgang steht der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung. Früher benutzten ihn wahrscheinlich die Schwestern. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Es hat den Charme einer kleinen Zeitreise, lässt man das Ambiente unterhalb des Florentinerbergs zwischen Friedrichs- und Altem Dampfbad auf sich wirken. Auf der Ebene, auf der einst die Wochenmärkte abgehalten wurden, wirkt alles ein wenig geheimnisumwittert.

Dafür ist nicht zuletzt das Neue Schloss verantwortlich, das auf dem mächtigen Berg ruht, der von trutzigen Wänden gestützt wird. In genau die führen allerlei Türen. Was verbirgt sich etwa hinter dem kleinen Portal bei den Dernfeldstaffeln?

Hier oben führen verborgene Zugänge in Lager- und Putzräume, aber auch in den Friedrichsstollen, in dem Thermalquellen für das gleichnamige Bad gefasst werden. In fußläufiger Nachbarschaft befindet sich obendrein eine hölzerne Pforte, die gänzlich vergessen wirkt. Efeu rankt sich über das Mauerwerk, in welches die kleine Tür eingelassen ist. Lässt sie sich denn öffnen und wird sie heute noch genutzt?

Schulhausmeister und Thermen-Mitarbeiter haben Schlüssel

Auf diese Frage antwortet Dietbert Anderle mit einem klaren „Ja.“ Als Mitglied des Carasana-Technikteams besitzt er sogar einen Schlüssel für diesen Zugang, der auf das Areal des Klosters vom Heiligen Grab führt, genau genommen in den terrassenförmig angelegten Garten der Anlage, die sich bis hinauf zum Schloss erstreckt und auch eine kleine Kapelle enthält.

Auf diesem Gelände, gleich hinter der mächtigen Außenwand, befindet sich die sogenannte Klosterquelle. Vollständig eingehaust ist sie und somit nicht offen für Unbefugte begehbar. Wenn es die Notwendigkeit erforderlich macht, vermag das Carasana-Team den verschlossenen Durchgang zwischen Markt und Kloster zu nutzen.

„Wir haben natürlich auch einen Schlüssel“, erklärt Hausmeister Göhler von der nahen Schule. Er geht davon aus, dass ehedem auch die Schwestern die kleine Pforte regelmäßig genutzt haben. Denn sie führte einerseits zum Wochenmarkt, den sie sicherlich genutzt haben. Die kleine Pforte eröffnet also einen sinnvollen Verbindungsweg.

Der ehemalige Klostergarten hinter der dicken Holztüre in Baden-Baden

Der sei auch heute noch immer von großem Vorteil, erklärt der Hausmeister. Etwa wenn Dinge im Zusammenhang mit dem Garten- und Landschaftsbau auf dem Klostergelände an- und abgefahren werden müssen. Das lasse sich sich auf diesem Wege logistisch viel einfacher handhaben.

Denn hinter der dicken Holztüre erstreckt sich der ehemalige Klostergarten. Ein weitläufiges Gelände mit vielen Treppen und Terrassen, das noch immer gepflegt wird. Ob Gartenabfälle, Geräte oder benötigte Materialien – alles müsste ohne die Pforte in der Mauer durch die Schul- beziehungsweise die ehemaligen Klostergebäude transportiert und nach oben geschafft werden. „Dank dieser Tür ist das natürlich viel einfacher.“

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