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15. und 16. April

Kongress in Baden-Baden: Heilpraktiker diskutieren über die „Gesundheit der Zukunft“

Um die „Gesundheit der Zukunft“ geht es beim 55. Heilpraktiker-Kongress in Baden-Baden. Auch Folgen von Covid-19-Erkrankungen und -Impfungen sind bei der Tagung der Naturheilkundler ein Thema.

Ausstellung beim Heilpraktiker-Kongress in Baden-Baden
Breites Angebot: Über 130 Aussteller aus allen Bereichen der Naturheilkunde sind auf dem Heilpraktiker-Kongress am 15. und 16. April in Baden-Baden vertreten. Foto: Stefan Herp

Keine Frage: Gesund sein, das will jeder. Die „Gesundheit der Zukunft“ steht als Motto im Mittelpunkt des 55. Heilpraktiker-Kongresses am 15. und 16. April in Baden-Baden. Rund 1.500 Teilnehmer werden bei der traditionsreichen Veranstaltung im Kongresshaus der Bäderstadt erwartet.

Auch nach dem Abklingen der Corona-Pandemie ist das Virus noch ein Thema. Unter anderem geht es um den Umgang mit Folgen von Covid-19-Erkrankungen und -Impfungen.

Als Kern der „Gesundheit der Zukunft“ sieht Franca Rauscher die Nutzung von Synergien aus der naturheilkundlichen Arbeit und der Schulmedizin.

Wir sehen uns als Teil einer langen Tradition und als Teil unserer Kultur.
Franca Rausch, Vorsitzende Heilpraktikerverband

Punktuell gebe es diese Verbindung auch schon. „Patienten wünschen sie und suchen sie“, sagt die Vorsitzende des baden-württembergischen Fachverbands Deutscher Heilpraktiker. Mit knapp 1.400 Mitgliedern ist er der zweitgrößte der 16 Landesverbände in Deutschland.

Franca Rauscher aus Breisach ist Vorsitzende des Landesverbands Baden-Württemberg der Heilpraktiker.
Franca Rauscher ist Vorsitzende des Landesverbands Baden-Württemberg der Heilpraktiker. Foto: Verband der Heilpraktiker Baden-Württemberg

Bei den Themen Prävention und bei Gesundheitskonzepten bilden die Heilpraktiker in der Wahrnehmung jedoch eher eine Randgruppe, stellt die Heilpraktikerin aus Breisach fest. „Wir decken da aber einen großen Bereich ab.“

Das sei ein wichtiger Beitrag, „um die Gesundheit unserer Gesellschaft auch in Zukunft zu gewährleisten“. Insgesamt sei ihr Berufsstand „ein unverzichtbarer Bestandteil der Gesundheitsversorgung“.

In den rund 50 Vorträgen, Seminaren und Diskussionsrunden beim Kongress werden neue und bewährte Therapie- und Diagnoseverfahren vorgestellt. Ferner geht es um die Behandlung von Erkrankungen, die häufig auch chronisch seien und um die gezielte naturheilkundliche Betreuung von Patientengruppen.

Auf einer Begleitmesse zeigen über 130 Aussteller Produkte und geben einen Überblick über Entwicklungen in der Branche.

„Wir sehen uns, ausgehend von der mittelalterlichen Klostermedizin, als Teil einer langen Tradition und als Teil unserer Kultur“, sagt Rauscher. Der Kongress ist seit dem Jahr 1967 in Baden-Baden beheimatet.

Kongress in Baden-Baden bündelt neue Denkansätze

Für die Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker sei die Veranstaltung eine Plattform, um neue Denkansätze zu bündeln, und darüber hinaus Inspiration für die Arbeit in den Praxen.

Die Kosten für eine Heilpraktiker-Behandlung müssen in der Regel aus eigener Tasche bezahlt werden, sofern keine Zusatzversicherung oder Beihilfeberechtigung besteht. Grundlage ist das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker.

Ein Mann läuft vor dem Kongresshaus Baden-Baden.
Im Kongresshaus Baden-Baden tagen die Heilpraktiker am 15. und 16. April. Zur 55.Auflage des Treffens der Naturheilkundler werden rund 1.500 Teilnehmer erwartet. Foto: Bernd Kamleitner

Im Alltag der Heilpraktiker spielen auch Folgen der Corona-Pandemie eine Rolle. „Wir lernen alle gerade, wie die Schulmedizin“, sagt Rauscher. Nicht immer könne bei Folgen aber genau gesagt werden, was wovon komme. Beim Thema für oder gegen die Corona-Impfung habe der Verband in der Pandemie beide Lager abgebildet.

Am Fachkongress können nicht nur Heilpraktiker und Heilpraktikerinnen teilnehmen. Die Veranstaltung ist offen für Anwärter des Berufs und für Angehörige anderer Heilberufe. „Wer teilnehmen will, muss einen medizinischen Hintergrund haben“, sagt Rauscher.

Eine der ältesten Naturheilkundetagungen

Sie hat das Programm mit dem Team der Geschäftsstelle des in Baden-Baden ansässigen Landesverbands auf die Beine gestellt. Der Kongress in der Bäderstadt gilt als eine der ältesten und größten regelmäßig stattfindenden Naturheilkundetagungen im deutschsprachigen Raum.

Bei den Anmeldungen zeigt sich ein Trend, den auch Kultureinrichtungen kennen: Die Entscheidung für den Erwerb eines Tickets fällt immer kurzfristiger.

Der Heilpraktikerverband setzt auch auf Kontakt und Austausch mit der Politik. Deren Rückendeckung sei wichtig, betont Rauscher. Der Kongress sei „einer der wichtigsten der Stadt“, schreibt Oberbürgermeister Dietmar Späth in einem Grußwort.

„Patienten müssen zwischen schulmedizinischen und naturheilkundlichen Behandlungsmethoden wählen oder beides ergänzend nutzen können“, wird der parteilose Kommunalpolitiker weiter zitiert. Das deckt sich mit der Ansicht des Berufsverbandes.

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