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Ärgernis für die Bürger

Es bleibt wohl noch länger laut in Baden-Baden

Der Hauptausschuss bespricht die Ergebnisse eines Zwischenberichts über Motorradlärm in Baden-Baden. Die gemessenen Werte sind eindeutige. Kommt es nun auf der Schwarzwaldhochstraße zu Fahrverboten?

Wenige Raser machen vielen Ärger: Die meisten Motorradfahrer halten sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen. Eionige wenige nutzen jedoch die Schwarzwaldhochstraße als Rennstrecke und machen den Anwohnern Ärger. Foto: Bernd Kappler

Die Zahlen sind eindeutig und trotzdem ist eine schnelle Abhilfe nicht in Sicht: Motorräder und der damit verbundene Lärm ist ein Ärgernis. Darüber waren sich die Mitglieder des Hauptausschusses bei der Vorstellung eines Zwischenberichts zur Lärmbelastung einig.

Allerdings, auch das wurde betont, es sollten nicht alle über einen Kamm geschoren werden. Es gebe auch vernünftige Biker, die Rücksicht nehmen würden. Das Problem seien vielmehr die Rowdys.

Ob es auf der Schwarzwaldhochstraße zu Fahrverboten kommen könnte, ist dabei völlig offen, denn juristisch liegt die Messlatte sehr hoch, wie Fachbereichsleiter Mats Tilebein nochmals erläuterte.

Immerhin: Zwischen Ortsausgang Geroldsau und der Bühlerhöhe ist es zwischen 2016 und 2021 zu 78 Unfällen gekommen. In 68 Fällen waren Motorradfahrer verwickelt, zum Teil auch unschuldig, wie Bürgermeister Roland Kaiser (Grüne) bilanzierte.

Zahl der „Rennveranstaltungen“ habe zugenommen

Seit 2019, so der Eindruck von Ansgar Gernsbeck (CDU) habe die Zahl von „Rennveranstaltungen“ subjektiv zugenommen. Er beobachtete Motorradtouristen auch aus England und den Niederlanden.

Eine Verkehrsüberwachung lauf oft ins Leere, weil die Szene sehr gut vernetzt sei. Für die Anwohner werde es immer unerträglicher.

Gernsbeck, wie auch alle anderen Redner sehen den Gesetzgeber in der Pflicht. Rolf Pilarski (FDP) forderte, dass die Europäische Union bei der Zulassung von Motorrädern deutlich schärfere Vorgaben machen müsse.

Bürgermeister Roland Kaiser erinnerte in diesem Zusammenhang an den Vorstoß des Bundesrates bei der Bundesregierung. Leider sei es nicht mehr gelungen, das Thema vor dem Ende der Legislaturperiode auf die Tagesordnung zu bringen. Das könne jetzt vermutlich erst im kommenden Jahr passieren.

Vorgaben nach dem Lärmaktionsplan seien auch nicht so schnell umsetzbar. Hier bedürfe es noch weiterer Lärmmessungen. Das Problem: In die Bewertung fließen nicht allein die gemessenen Spitzenwerte ein, sondern die Durchschnittswerte. Hier fehle es aber noch an Daten, weil die Messungen erst im vergangenen Jahr begonnen hatten.

Spitzenwerte mit bis zu 103 Dezibel

Die Spitzenwerte sprechen wiederum eine deutliche Sprache. An den drei Messstellen in der Maximilianstraße, der Beuerner Straße und der Geroldsauer Straße liegen die Höchstwerte weit über dem zumutbaren. In der Maximilianstraße, also mitten in der Stadt, liegt der Höchstwert sogar bei 103 Dezibel – lauter als eine Kreissäge.

Was der Stadt im Moment bleibt, sind Geschwindigkeitsbeschränkungen. Ab dem Ortsausgang von Geroldsau ist inzwischen auf vier Kilometer Länge Tempo 50 angeordnet worden – auch ein großer Eingriff in den Straßenverkehr, wie Bürgermeister Roland Kaiser feststellte.

Bei allen behördlichen Entscheidungen, so stellte Mats Tilebein klar, müsse immer die Verhältnismäßigkeit geprüft werden. Ansonsten seien Anordnungen juristisch angreifbar und im schlimmsten Fall am Ende nichtig.

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