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Verträge sind verlängert

Landeszuschüsse für Baden-Baden fließen bis 2030

Vor allem das Theater, die Philharmonie sowie die Parks und Gärten profitieren von den rund zehn Millionen Euro, mit denen das Land Baden-Württemberg jährlich die Kur- und Bäderstadt unterstützt.

Bereit zur Abfahrt: Die Pferdekutschen von Sabrina Möller zählen zu den touristischen Attraktionen Baden-Badens Foto: Michael Rudolphi

Margret Mergen freut sich riesig: „Das ist für Baden-Baden ganz, ganz wichtig“, betont die Oberbürgermeisterin und hat dabei die weitere Zusammenarbeit zwischen dem Land Baden-Württemberg und der Stadt im Blick. Die Rathaus-Chefin und Finanzministerin Edith Sitzmann haben am Montag in Stuttgart die sogenannten BKV-Verträge unterzeichnet, die Baden-Baden bis 2030 einen Landeszuschuss von rund zehn Millionen Euro pro Jahr garantieren.

Mergen erinnert am Dienstag vor Medienvertretern daran, dass beide Seiten bereits 2018 eine erste Teiletappe erreicht hätten. Damals verständigten das Land und die Bäderstadt sich darauf, die seit 1995 bestehende Vereinbarung, die Ende dieses Jahres ausgelaufen wäre, bis 2025 zu verlängern. Das Finanzministerium stellte eine weitere Laufzeit von fünf Jahren in Aussicht, knüpfte dies jedoch an die Bedingung, dass die Stadt bis 2023 ein nachhaltiges und tragfähiges Tourismus-Konzept vorlegt.

Beide Vertragspartner einigen sich vorzeitig

Mergen zufolge galt es zu rechtfertigen, dass die Stadt an der Oos eine langfristige finanzielle Unterstützung aus Stuttgart erhält. „Wir mussten darlegen, was das Besondere an Baden-Baden ist, warum es als touristischer Leuchtturm für das Land gilt“, erläutert die Oberbürgermeisterin. Sie wertet es als großen Erfolg, dass es gelungen sei, dieses Konzept vorzeitig zu präsentieren und damit sowohl das Finanz- als auch das Tourismusministerium von den langfristig angelegten Strategien zu überzeugen.

„Baden-Baden ist eine attraktive Stadt für Gäste aus dem Land und weit darüber hinaus. Deshalb ist die Unterstützung des Landes für Kunst und Kultur ein wichtiger finanzieller Beitrag für die Kurstadt. Die Verlängerung der Verträge schafft für beide Seiten Planungssicherheit“, betont Finanzministerin Sitzmann in einer Mitteilung.

Die Zahlungen enthalten eine Dynamisierung

Stadtkämmerer Thomas Eibl weist darauf hin, dass die Landeszuschüsse essentiell für Baden-Baden seien, zumal Theater, Philharmonie und die Kuranlagen 1995 in städtische Trägerschaft übergegangen seien und das Land sich in den BKV-Verträgen verpflichtet habe, dafür einen finanziellen Ausgleich zu schaffen. „Die Bedürftigkeit haben wir zweifellos dargelegt“, sagt Eibl und freut sich, dass die Zahlungen eine jährliche Dynamisierung beim Verbraucherpreisindex und den Tariferhöhungen berücksichtigten.

Auf einen Einwohner kommen 18 Übernachtungsgäste

Kur-und Tourismus-Chefin Nora Waggershauser macht darauf aufmerksam, dass das Tourismus-Konzept auf einem Strategiepapier beruht, das die Stadt unabhängig von der Landes-Forderung bereits 2018 erarbeitet habe. Demnach spielt der Tourismus für Baden-Baden eine entscheidende Rolle als Einnahmequelle. Dies zeige sich etwa daran, dass auf einen Einwohner 18 Übernachtungsgäste kämen. Die Destination an der Oos zeichne sich durch viele Stärken aus, weise aber auch einige Schwächen auf.

„Unser Ziel ist es, die Risiken in Stärken umzuwandeln“, sagt Waggershauser. Baden-Baden biete ein so breites Spektrum wie kaum eine andere Stadt, weshalb es in Europa einen herausragenden Stellenwert habe. Ein entscheidender Dreh- und Angelpunkt sei, dass die Stadt sowohl Kultur als auch Natur biete und Jung und Alt anspreche. Das seien keine Ausschlusskriterien.

Baden-Baden strebt ein qualifiziertes Wachstum an

Waggershauser sieht einen nachhaltigen Effekt vor allem darin, dass Baden-Baden bei den Gästezahlen kein größtmögliches, sondern ein qualifiziertes Wachstum anstrebe. „Das schützt die Stadt vor einem Over-Tourismus und macht sie für die Einwohner weiter lebenswert“, ist sie überzeugt. Auch das angestrebte Prädikat eines Unesco-Welterbes spiele eine wichtige Rolle. Es gehe darum, diese Marke den Menschen zukommen zu lassen und sie dafür zu begeistern.

Die touristisch bedingte Umsätze liegen bei 368 Millionen Euro

Die Tourismus-Strategen kommen zu dem Ergebnis, dass die Stadt auch Gäste für das Land erschließe. Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (dwif) bestätigt diese Aussage. „Baden-Baden ist unbestritten einer der wichtigsten touristischen Leuchttürme in Baden-Württemberg“, heißt es in einer Studie. Das spiegele sich in der ökonomischen Bedeutung der Bäderstadt. Mit touristisch bedingten Umsätzen von 368 Millionen Euro stelle Baden-Baden einen Marktanteil von 10,4 Prozent der touristischen Umsätze aller 56 Heilbäder und Kurorte in Baden-Württemberg.

Landtagsabgeordnete befürworten die Vertragsverlängerung

„Das Gutachten belegt, dass jeder Euro, den das Land im Zuge der BKV-Verträge bezahlt, gut angelegtes Geld ist“, versichert der CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Wald. Das vorgelegte Tourismus-Konzept sei eine gute Basis für die Weiterentwicklung der Stadt. „Die Perle Baden-Baden hat Strahlkraft nicht nur in Europa, sondern weltweit“, ergänzt der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Behrens. Er wirbt dafür, das Tourismus-Konzept vor allem im Hinblick auf den Natur- und Nationalpark weiterzuentwickeln.

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