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Polizei kontrolliert

Lichtentaler Allee in Baden-Baden soll an Ostern gemieden werden - coronabedingt

Trotz Corona-Krise erwartet die Stadt Baden-Baden über die Osterfeiertage einen großen Andrang in der weltberühmten Lichtentaler Allee. Deshalb hat die Rathausspitze jetzt einen bislang einmaligen Aufruf formuliert: Die Parkanlage soll am Wochenende gemieden werden.

Ein beliebtes Ausflugsziel ist die Lichtentaler Allee in Baden-Baden. Die Stadtverwaltung ruft nun dazu auf, den weltberühmten Park über die Osterfeiertage zu meiden. Ein einmaliger Vorgang. Foto: Bernd Kamleitner
Das hat es in der Geschichte der Stadt Baden-Baden noch nicht gegeben: Die Verwaltung appelliert an die Bevölkerung, die weltberühmte Lichtentaler Allee über die Osterfeiertage zu meiden. „Coronabedingt muss es jetzt sein“, meldet schwarz auf weiß die städtische Pressestelle an die Medien. Ein solcher Aufruf war bis vor kurzen nur eines, heißt es weiter: „unvorstellbar!“

Der Hintergrund ist bekannt: Um Ansteckungen mit dem Corona-Virus zu vermeiden oder zumindest einzudämmen, sind größere Menschenansammlungen untersagt. Auch wenn alle Spaziergänger versuchen, den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten, wird es in der Allee schwierig, dieser Vorgabe zu folgen, wenn Menschenmengen unterwegs sind – so wie es bei schönem Wetter an Wochenenden Alltag ist.

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Derzeit ist trotz Kaiserwetter dort nur wenig los, weil kaum noch Touristen in der Bäderstadt weilen. Das könnte sich mit Tagesgästen über die Feiertage aber ändern.

Aufruf gilt auch für weitere beliebte Ausflugsziele

Weitere beliebte Ausflugsziele sollen am Wochenende ebenfalls gemieden werden: die Battert-Felsen und das Alte Schloss, die Geroldsauer Wasserfälle und der Merkur-Gipfel. Das bekräftigte die Stadtspitze mit Oberbürgermeisterin Margret Mergen und ihren beiden Bürgermeistern in einer Pressekonferenz.

Als Alternativen wurden etwa der Stadtwald oder der über 40 Kilometer lange Panoramaweg und das Rebland genannt.

Verwaltung kündigt Kontrollen an

Ob sich die Menschen den Appel zu Herzen nehmen und wie gewünscht etwa um die Allee einen großen Bogen machen, dass soll kontrolliert werden, wie Maximilian Lipp vom Fachbereich Ordnung und Sicherheit ankündigt. Neben dem Vollzugsdienst der Stadt werde die Polizei Präsenz zeigen.

Schließung von Parkplätzen derzeit nicht geplant

Zu einer Schließung von Parkplätzen an beliebten Ausflugszielen wie etwa dem Geroldsauer Wasserfall wird es jedoch nicht kommen. Das sei in Abstimmung mit dem Landkreis Rastatt entschieden worden, betont Lipp: „Wir appellieren an die Vernunft der Bürger!“ Es sei nicht beabsichtigt, wegen einigen unvernünftigen Zeitgenossen entsprechende Parkplätze abzuriegeln.

Bislang halten sich die Baden-Badener an die ausgegebenen Regeln. So jedenfalls die Einschätzung von Oberbürgermeisterin Mergen. „Mein Dank gilt der Bevölkerung“, formulierte sie vor Journalisten: „Seit zweieinhalb Wochen halten sich die Bürger diszipliniert und konsequent an die Gebote!“

Rathauschefin entschleunigt bei Abendspaziergang

Auf Abendspaziergängen, die ihr derzeit möglich seien, weil keine Termine anstehen, überzeuge sie sich davon persönlich. Beruhigend sei zudem, dass die Versorgung mit Dingen, die man brauche, in der Stadt „insgesamt funktioniere“. Ihre Anerkennung gelte allen, die dazu beitragen.

46 Anzeigen wegen Verstößen gegen Vorgaben

Verstöße gegen die Vorgaben haben ein überschaubares Maß. 46 Anzeigen liegen aktuell vor: Allein 34 Fälle tangieren einen Verstoß gegen das Aufenthaltsverbot. Sechs Anzeigen wurden erstattet, weil mehr als fünf Personen an einer Versammlung teilnahmen, fünf wurden fällig, weil das Betriebsverbot nicht eingehalten wurde und etwa eine Kneipe geöffnet hatte.

Betroffenen drohen Bußgeldbescheide

Eine Anzeige betraf die so genannte Absonderungsanordnung: Eine Person hatte sich nicht an die verhängte Quarantäne gehalten. Den Betroffenen drohen Bußgeldbescheide.

Ein Altenheim steht komplett unter Quarantäne

Außerdem gibt es aus einem Altenheim die Meldung, wonach sieben der 57 Bewohner an Covid-19 erkrankt seien. Eine Person sei verstorben. Die Einrichtung stehe derzeit komplett unter Quarantäne, erklärt Lipp.

Dabei hat Baden-Baden möglicherweise Geschichte im Südwesten geschrieben: Gegen fünf demente Bewohner, denen der Grund für den Verbleib in ihrem Zimmer nicht vermittelt werden kann, hätten beim Betreuungsgericht freiheitsentziehende Maßnahmen beantragt werden müssen, Die Anträge seien am Freitag bestätigt und verlängert worden. Offenbar erstmals im Südwesten.

Fünf Corona-Tote bislang in Baden-Baden

In der amtlichen Statistik sind für den Stadtkreis 125 Corona-Erkrankte aufgelistet. Sozialbürgermeister Roland Kaiser geht aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Fünf Baden-Badener starben bislang an der Lungenkrankheit.

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