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Rückkehr nach Baden-Baden

Trainerneuling Michael Baumer strebt mit den United Colors nach oben

Seine erfolgreiche Karriere als Basketballer musste Michael Baumer früh beenden. Jetzt will der 29 Jahre alte Karlsruher mit den United Colors Baden-Baden auch als Trainer Aufstiege feiern.

Antreiber: Michael Baumer (am Ball) ging einst für die zweitklassigen Kirchheim Knights auf Korbjagd, jetzt will er die United Colors Baden-Baden als Trainer zu neuen Höhen führen. Foto: Zink/imago images

Die große Party zu seinem 30. Geburtstag am 8. August fällt bei Michael Baumer angesichts der Corona-Lage aus. „Da hätte ich schon Lust drauf, aber leider ist das nicht möglich”, sagt Baumer, den eine andere Einschränkung mehr stört.

Nach einer Hüft-Operation ist es dem früheren Basketball-Profi nämlich nicht mehr möglich, seinen Sport wettkampfmäßig zu betreiben. Die Korbjagd, sie sei nur noch zum Spaß möglich. „Ich hätte gerne noch zwei, drei Jahre aktiv gespielt”, berichtet Baumer, dessen Verletzungspech sich nun als Glück für die United Colors Baden-Baden erweist.

In der ersten Saison geht es darum, den Klassenerhalt zu sichern.
Michael Baumer, Trainer UC Baden-Baden

Kürzlich unterschrieb der Karlsruher, der inzwischen etwas außerhalb im Stadtteil Wolfartsweier wohnt, einen Trainervertrag beim Oberligisten in Baden-Baden. Dort war Baumer zwischen 2017 und 2019 bereits als Spieler aktiv und 2018 maßgeblich am Aufstieg in die Oberliga beteiligt.

„In der ersten Saison geht es darum, den Klassenerhalt zu sichern. Der Kader ist noch recht dünn besetzt”, sagt Baumer. Unter diesen Voraussetzungen sei maximal ein Platz im Mittelfeld der Tabelle realistisch.

Schwierige Suche nach Talenten für die United Colors

Die mittelfristigen Ziele sind dagegen deutlich höher. In die erste Regionalliga, die vierthöchste Spielklasse nach Bundesliga, Pro A und Pro B, möchte Baumer die United Colors führen. Dafür wären zwei Aufstiege nötig.

Gelingen soll dies bestenfalls mit eigenen Kräften. „Es wäre schön, wenn ich den Nachwuchs fördern und eigene Spieler in die erste Mannschaft integrieren könnte.”

Die Suche nach Talenten ist in Mittelbaden, das nicht als Basketball-Hotspot gilt, allerdings nicht leicht. So versucht Baumer, einige Akteure aus Karlsruhe nach Baden-Baden zu lotsen. Doch in der Fächerstadt ist dieser Markt umkämpft, wie der neue UC-Coach aus eigener Erfahrung weiß.

Michael Baumer war einst Topscorer in der Nachwuchs-Bundesliga

Viele Jahre seiner erfolgreichen Laufbahn spielte er für Karlsruher Teams. Nach dem Wechsel vom SSC Karlsruhe zur BG Karlsruhe avancierte der Aufbauspieler in der Saison 2008/09 zum Topscorer in der Nachwuchs-Bundesliga mit 25,9 Punkten pro Partie.

Danach spielte er ein Jahr für die SG Ehingen/Urspring in der Pro B, ehe es zurück ging nach Karlsruhe zum Regionalligisten KIT SC. Beim VfL Kirchheim wirkte er 2013/14 in der zweitklassigen Pro A, dann gelang ihm mit den PSK Lions bis 2016 der Durchmarsch von der zweiten Regionalliga in die Pro B.

Unterschrift: Michael Baumer signiert den Trainervertrag beim Basketball-Oberligisten United Colors Baden-Baden. Foto: Andreas Kunz

Verletzungsbedingt musste Baumer seine „richtige Karriere” danach beenden, mit eingeschränkten Möglichkeiten führte er die United Colors später noch in die Oberliga. Zuletzt war er „just for fun” für den in die Zweite Regionalliga abgestürzten Ex-Erstligisten BG Karlsruhe aktiv.

„Der Kontakt nach Baden-Baden ist seit meiner Zeit als Spieler eigentlich nie abgebrochen und am Ende war es nur eine Frage der Zeit, wann die Wege wieder zusammenführen würden”, sagt Baumer zu seinem ersten Engagement als Coach.

Geplant ist eine langfristige und nachhaltige Partnerschaft.
Andreas Kunz, Geschäftsführer UC Baden-Baden

Für die United Colors war Baumer, der beruflich als Personaldisponent bei einer Verpackungsfirma arbeitet, der Wunschkandidat für diese Schlüsselposition. „Geplant ist eine langfristige und nachhaltige Partnerschaft”, teilt UC-Geschäftsführer Andreas Kunz mit.

Der Trainingsbeginn in der Halle des Markgraf-Ludwig-Gymnasiums ist für Mitte September geplant, die Saison soll Mitte Oktober starten. Der Spielplan steht noch nicht fest, die Oberliga wird aber zunächst in zwei Gruppen geteilt. Die jeweils besten drei Teams absolvieren ein Aufstiegsrunde, die restlichen spielen gegen den Abstieg, dem die United Colors aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie entgingen.

Six übernimmt die Sportliche Leitung neben Trainer Baumer

„Die letzten Jahre liefen etwas holprig, jetzt sind wir intern sehr gut aufgestellt”, sagt Kunz. Nachdem zuletzt nur eine Mannschaft am Spielbetrieb teilnahm, melden die United Colors zur kommenden Runde wieder ein zweites Team, das in der Kreisliga C einsteigt.

„Es geht darum, einen Kern aufzubauen mit Spielern aus Baden-Baden und Umgebung”, so Kunz, dessen zusätzliche Funktion als Sportlicher Leiter seit der jüngsten Mitgliederversammlung von Dirk Six übernommen wird.

Dies passt zum Motto „back to the roots”, denn der 28 Jahre alte Six ist seit der Vereinsgründung im Jahr 2013 dabei, als Spieler sowie als Trainer der Frauen. Wegen mehrerer Knie-Operationen stand er zuletzt nicht mehr auf dem Feld. Jetzt will er unter Baumers Regie aber noch einmal angreifen in der Oberliga. „Man kann es einfach nicht lassen.”

Pioneers freiwillig in Landesliga

In der vergangenen Saison waren neben den United Colors Baden-Baden auch die TV Rastatt-Rheinau Pioneers in der Basketball-Oberliga vertreten. Baden-Baden belegte mit vier Punkten den elften und vorletzten Platz, Rastatt landete nach nur einem Sieg aus 18 Spielen auf dem letzten Rang. Nachdem es wegen des corona-bedingten Saisonabbruchs keine Absteiger gab, ziehen sich die Pioneers ein Jahr nach dem Aufstieg freiwillig in die Landesliga zurück.

Abteilungsleiter Tobias Serzisko bezeichnet diesen Schritt als zweckmäßige und klügere Entscheidung. „Der Schritt in die Oberliga kam vielleicht zu früh”, sagt Serzisko, der wie auch zwei weitere TV-Spieler seine aktive Karriere beendete. Dennoch wollen die weiterhin von Daniel Cirjak trainierten Pioneers in der Landesliga vorne mitmischen. „Das Team hat das Potenzial, um oben mitzuspielen”, meint Serzisko. Der Saisonstart ist am 26. September geplant.

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