Skip to main content

Liefer- und Abholdienste

Mit diesen Ideen kämpfen Betriebe in Baden-Baden gegen die Corona-Krise

Geschlossene Geschäfte und Restaurants und Hotels mit leeren Zimmern. Für Betriebe in Baden-Baden sind die Zeiten alles andere als einfach. Um gegen die Umsatzeinbußen durch die Coronakrise anzukämpfen, bieten einige Inhaber zum Beispiel Liefer- und Abholdienste an.

Radelnd gegen die Corona-Krise: Josua Strass liefert Bücher-Bestellungen per Fahrrad an seine Kunden. Foto: Christiane Krause-Dimmock
Von Christiane Krause-Dimmock und Alina Meier

Dabei kommt es vor allem auf die Unterstützung aus der Bevölkerung an sagt Matthias Vickermann, Vorsitzender des Vereins Baden-Baden Innenstadt (BBI). Und auch Oberbürgermeisterin Margret Mergen bittet die Bürger um rege Nutzung der Angebote.

Das Geschäft muss zwar geschlossen bleiben. Aber aufs Lesen zu verzichten, gerade jetzt, ist für viele ein Unding. Das kann Josua Strass sehr gut verstehen. Er schreibt deshalb die Bestellungen der Bücherwürmer aufs Blöckchen, sucht sich eine möglichst optimale Lieferroute und dann geht es ab aufs Rad.

In die Pedale zu treten ist ihm gar nicht fremd. Und jetzt tut er’s sogar noch lieber. Denn das sei ja der Sinn der Übung. Die Menschen sollen zu Hause bleiben. Da ist es am sichersten, tritt er im wahrsten Sinne des Wortes nun tagtäglich gegen das gefährliche Virus an.

Bestellung per Telefon: DRK liefert nach Hause

Einen Einkaufsdienst bietet das Deutsche Rote Kreuz in Zusammenarbeit mit dem Scheck-In Center in der Cité seit Mittwoch an. Die ersten Bestellungen tröpfeln bereits herein, erklärt Karin Ihli vom DRK. Per Telefon gehen die Wünsche am Schweigrotherplatz ein, werden dort zu veritablen Einkaufszetteln und wandern digitalisiert in die Cité, wo entsprechende Päckchen im Scheck-In zusammengestellt und im Anschluss vom DRK geliefert werden.

Bestellung bequem per Telefon: Zusammen mit Scheck-In in der Cité liefert das DRK Baden-Baden Einkäufe nach Hause Foto: Christiane Krause-Dimmock

Eine Lösung, bei der weder Bargeld in die Hand genommen noch direkter Kontakt mit dem Lieferanten notwendig ist. Denn am Ende gibt es eine Rechnung für das Ganze. Und so ist die neue Aufgabe auch für das Team risikoärmer.

Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Überblick

30 leer stehende Zimmer und einen hohen finanziellen Ausfall durch abgesagte Kongresse hat das Waldhotel Forellenhof. „Es ist heikel im Moment, wir sind echt an der Grenze“, sagt Madeleine Holl, die das Hotel mit ihrem Partner Oliver Vetter betreibt. Deswegen bieten auch sie nun einen Lieferservice an.

Ein Bestell-Anruf genügt und von 12 bis 19 Uhr bereiten die Köche die Wunschgerichte zu, die Vetter dann direkt zu den Kunden ausfährt. Vor allem Stammkunden bestellen bisher, etwa drei bis zehn am Tag. „Das Feedback und die moralische Unterstützung tun gut“, sagt Holl. Trotzdem wären mehr Bestellungen nicht schlecht.

Volker Maier vom gleichnamigen Weingut liefert normalerweise viel in die Gastronomie. Die bricht jetzt aber weg. Sein Gästehaus steht leer und die Straußwirtschaft ist geschlossen. Trotzdem laufen seine Kosten in der Produktion weiter. Deshalb hat er sich ebenfalls entschlossen, seine Weine zu Lieferung anzubieten und hat das Angebot noch um Wurstwaren und die Floristik seiner Frau erweitert.

Außerdem bietet er eine Online-Weinprobe für Daheimbleibende. Er versendet dafür ein „Frühlingspaket“ mit sechs Weinen, optional dazu ein Vesperpaket. Am Samstagabend stellt der Winzer die Weine in einem Live-Video vor und beantwortet die Fragen der Teilnehmer. Maiers Tochter hat dafür vorab ein Video gedreht und in den sozialen Medien geteilt. Mit Erfolg: Etwa 30 Bestellungen aus ganz Deutschland sind schon bei dem Winzer eingegangen.

Betriebe brauchen dringend die Unterstützung der Bevölkerung

So gut die Ideen sind, es braucht trotzdem die Kaufkraft der Bevölkerung, weiß BBI-Vorsitzender Vickermann. Der Bevölkerung müsse bewusst werden: „Durch diesen Kauf unterstütze ich jemanden.“

Auch OB Mergen wandte sich an die Bürger der Kurstadt: „Nutzen Sie diese Angebote hin und wieder. Das hilft den Betrieben und ihren Mitarbeitern, die nicht gerade einfache Situation doch ein klein wenig zu verbessern.“ Auf ihrer Internetseite listet die Stadt die Betriebe auf, die noch geöffnet haben oder einen Liefer- oder Abholdienst anbieten. Ihren Appell richtete Mergen auch an Vermieter von Geschäftsräumen, Mieten wenn möglich zu stunden oder zu mindern. Das helfe vielen schon spürbar weiter.

nach oben Zurück zum Seitenanfang