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Vor Gericht in Baden-Baden

Mit Messer am Baden-Badener Bahnhof: Prozess geht in die nächste Runde

Der Prozess um einen Deutsch-Amerikaner, der Menschen am Baden-Badener Bahnhof mit einem Messer bedroht und versucht haben soll Fahrzeuge zu klauen, konnte noch nicht beendet werden. Das Verfahren wird im Oktober fortgesetzt.

Neben versuchten Raub wird dem 35-jährigen Tatverdächtigen auch vorgeworfen mehrere Menschen mit einem Messer bedroht zu haben. Foto: Friso Gentsch/dpa

Von Christiane Krause-Dimmock

Am Abend des 23. Januar soll ein 35-jähriger Deutsch-Amerikaner für Angst und Schrecken gesorgt haben. Mit einem Messer – so wird ihm vorgeworfen – habe er Menschen bedroht und versucht sich ihrer Fahrzeuge zu bemächtigen. Doch erwies es sich als schwierig, die geladenen Zeugen zur Sache zu vernehmen.

Wurde es am ersten Verhandlungstag aufgrund der mangelnden Sprachkompetenz problematisch, einen der Geschädigten zu vernehmen, musste dies nun im Beisein eines Dolmetschers nachgeholt werden. Ein weiterer Zeuge erschien gar nicht. Gegen ihn wurde nun ein Ordnungsgeld in Höhe von 200 Euro festgelegt.

Der Angeklagte, der am Tagabend reichlich dem Alkohol zugesprochen haben soll, machte schon zu Prozessbeginn geltend, er habe keine Erinnerungen an den versuchten schweren Raub. Eine junge Frau soll er probiert haben aus ihrem Wagen zu ziehen und geriet darüber mit deren Vater in Streit. Dabei kam es zur Bedrohung durch das Messer. Im Anschluss stürmte er ein Taxi. Als der Fahrer angesichts der zuvor beobachteten Ereignisse sofort ausstieg, nahm der Angeklagte auf dem Fahrersitz Platz.

Allerdings will sich der Chauffeur nicht mehr recht an den verhinderten Fahrgast erinnern, gab er vor Gericht an. Sprich er könne ihn nicht identifizieren. Auch seine Angaben bei der polizeilichen Vernehmung schwächte er reichlich ab. Von dem Messer sei er nicht wirklich bedroht worden, wiegelte er etwa ab.

Allerdings hat man an der Klinge Blutspuren festgestellt. Die seien womöglich von ihm selbst, hatte der Angeklagte sich gegen dieses Indiz verteidigt. Ein Polizeibeamter brachte nun im Zeugenstand allerdings einen anderen Aspekt ein.

Denn der Ermittler hatte einen Vorfall bearbeitet, bei dem der ferngebliebene Zeuge vom Angeklagten zuerst eine Ohrfeige bekommen hat. Später soll er diesen obendrein mit einem Messer am Arm verletzt haben. Als die Blutung, die er dabei verursachte, auch am Folgetag nicht zum Stillstand gekommen war, ging er deshalb zum Arzt, berichtete der Polizeibeamte.

Dieser Vorfall und das Geschehen am Bahnhof hatte beide mit Messereinsatz zu tun und lagen obendrein zeitlich so nahe zusammen, dass er einen Zusammenhang herstellte. Vorsorglich ließ er deshalb das Messer untersuchen, welches seine Kollegen dem Angeklagten am Bahnhof abgenommen hatten. Dabei zeigte sich, dass die Blutspuren dem zuvor gestochenen Mann zugeordnet werden konnten.

Der Angeklagte ließ indessen offenbar nichts unversucht, die Aussagen der Zeugen detailliert zu hinterfragen. So kristallisierte sich heraus, dass er den Wagen des Taxifahrers hätte ohne weiteres starten und wegfahren können, wie der Zeuge bekräftigte. Die Schlüsselkarte habe in der Zwischenablage gelegen, neben dem Geldbeutel, den der Angeklagte gestohlen haben soll. Selbst beobachtet habe er den Diebstahl indessen nicht, räumte der Zeuge ein.

Nun wird der Sachverständige sein Gutachten ausarbeiten, obendrein soll versucht werden den Mann zu finden, der mit dem Messer verletzt wurde.

Das Verfahren wird am 5. Oktober um 8.30 Uhr vor dem Schöffengericht in Baden-Baden fortgesetzt. Es wird obendrein einen weiteren Termin geben, ehe das Urteil zu erwarten ist.

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