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Biker filmen Rennen

Motorrad-Hotspot Helbingfelsen: Rüttelstreifen sollen Raser auf der B500 abschrecken

Die B500 bleibt ein Hotspot, wenn es um Motorrad-Unfälle geht. Trotz einiger Vorkehrungen passieren immer wieder tödliche Unfälle. Zudem gibt es massive Lärmbelästigung. Jetzt hat Baden-Baden sogenannte Rüttelstreifen auf der Schwarzwaldhochstraße installiert.

Leichte Vibration: Die fünf quer zur Fahrbahn verlaufenden Rüttelstreifen auf der Schwarzwaldhochstraße am Helbingfelsen sollen zu schnelle Biker warnen. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Blaue Linien, quer zur Fahrbahn verlaufend – inklusive Warnschild – sollen am Helbingfelsen dazu beitragen, das dort vorherrschende extreme Gefahrenpotenzial zu entschärfen.

Wer diese Streifen überrollt, spüre eine leichte Vibration, erklärt Dirk Nesselhauf vom städtischen Fachgebiet Tiefbau den Effekt. „Wir hoffen auf eine Verbesserung des Unfallgeschehens, ähnlich wie man dies im Rems-Murr-Kreis verzeichnen konnte.“

„Wir haben die Strecke im Blick“, erklärte der Leiter der Verkehrspolizeisinspektion Offenburg, Peter Westermann, dass man jedes Jahr exakt in diesem Bereich sowie an der Querung zur Schwarzenbachtalsperre Vorkehrungen treffe. Alleine 2020 hat es im Bereich vom Helbingfelsen acht Unfälle gegeben. In sieben waren Motorräder verwickelt.

Motorrad-Poser filmen Rennen auf der Schwarzwaldhochstraße

Die Kurve hat es in sich. Doch das ist nicht das einzige Problem. Größere Sorge bereiten den Beamten die Motorrad-Poser. Sie haben meist ober- und unterhalb der Strecke sogenannte Observanten in Pkw positioniert, um die Raser vor der Polizei zu warnen.

In der Zwischenzeit liefern diese sich kleine Bestzeitrennen. Besonders attraktiv scheint der Standort letztlich auch aufgrund des Ausblicks vom Felsen herab zu sein. Von dort oder auch vom Straßenrand werde das Ganze dokumentiert und anschließend in den sozialen Medien gepostet.

Die Polizei kontrolliert auch Motorradfahrer am Helbingfelsen. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Ob man just diese Biker von ihrem Tun abhalten kann, indem man Rüttelstreifen auf die Straße packe, ist kaum zu erwarten. „Gegen Unvernunft ist natürlich kein Kraut gewachsen“, bedauert Westermann.

Wer allerdings mit der gebotenen Umsicht unterwegs ist, dem kann ein solcher Hinweis, genau wie all die anderen bereits ergriffenen Vorkehrungen, die Gesundheit, vielleicht gar das Leben retten, hofft Bürgermeister Roland Kaiser (Grüne) auf eine Wirkung der Streifen. Im Vorjahr wurde der Parkplatz am Helbingfelsen schlichtweg dicht gemacht, um Schlimmeres zu verhindern.

Bis zu 9.500 Bikes im Monat in Geroldsau

Eine Grundlage für die Vorkehrungen bieten die Messwerte, die man an verschiedenen Stellen in der Stadt mit den installierten Hinweistafeln ermittelt hat. So wurden etwa in der Beuerner Straße zu Spitzenzeiten in einem Monat bis zu 7.077 Bikes gezählt, in Geroldsau sogar 9.574 und 7.462 in der Maximilianstraße. Die gemessenen Lärmwerte bewegten sich zwischen 91 bis 103 Dezibel.

Das Auswertungsergebnis zwischen April und Oktober 2020 zeigte etwa, dass das Verkehrsaufkommen stark wetterabhängig ist. Sprich an den Wochenenden und Feiertagen steigt die Lärmbelästigung massiv an. Dass die Zahl der Bikes in Geroldsau am höchsten ist, der Lärm allerdings besonders in der Maximilianstraße zu spüren ist, wird auf die dort ansässige Tankstelle zurückgeführt.

Sie zieht besonders viel Ausflugsverkehr an. Das Verlassen des Geländes sei obendrein jeweils mit einem Beschleunigungsvorgang verbunden, der sich besonders negativ auf die Lärmentwicklung auswirke.

Um diesen Themen weiter entgegenzuwirken, ist die Stadt schon früh der gemeinsamen Initiative von Land und Kommunen gegen Motorradlärm beigetreten.

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