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Unfallbilanz

Kontrollen auf der Schwarzwaldhochstraße: Polizei will gegen Motorradposer vorgehen

Motorradlärm ist ein Dauerproblem, vor allem auf der Schwarzwaldhochstraße. Die Polizei in Baden-Baden kündigt weitere Kontrollen an. Auch gegen Motorradposer plant sie Aktionen.

Alles in Ordnung: Ein sachverständiger der Polizei überprüft bei einer Verkehrskontrolle den Auspuff eines Motorrades. Foto: Frank Rumpenhorst picture alliance (Archiv)

Die Polizei plant zusammen mit der Stadt Baden-Baden auch in dieser Saison Kontrollen, um Auftritte von Rasern und Posern auf zwei Rädern entgegenzuwirken. Das kündigt der vor kurzem zum Polizeioberrat beförderte Leiter des Polizeireviers Baden-Baden an. Auch gegen Motorradlärm wollen die Ordnungshüter weiter vorgehen. „Dem werden wir uns intensiv annehmen“, sagt Lutz Kirchner.

Weil der Parkplatz Helbingfelsen an der Schwarzwaldwaldhochstraße im vergangenen Jahr immer wieder von sogenannten Motorradposern genutzt wurde, hatte die Stadt zeitweise eine Sperrung bis Ende Oktober angeordnet. Laut Kirchner hätten sich Motorradfahrer bei rasanten Kurvenfahrten am Helbingfelsen gefilmt und sich dabei auch gegenseitig angefeuert. In der Unfallstatistik des vergangenen Jahres nahm die Zahl der Motorradunfälle entgegen dem allgemeinen Unfalltrend um 5,1 Prozent auf 43 Fälle zu.

Die Schwarzwaldhochstraße (B500) zwischen Baden-Baden und Freudenstadt zählt zu einer bei Motorradfahrern besonders beliebten Route. Die Zuständigkeit des auch für Baden-Baden zuständigen Polizeipräsidiums Offenburg reicht bis zum Ruhestein beim neuen, aber wegen der Corona-Pandemie noch geschlossenen Besucherzentrum des Nationalparks Schwarzwald.

Manche Motorradfahrer reizen ihre Grenzen aus

Stark frequentiert von den Zweiradfahrern wird auch die L83, die Verbindung vom ehemaligen Kurhaus Sand nach Forbach-Raumünzach im Murgtal. Während viele Biker unauffällig unterwegs sind, nutzen einige die Strecken, um mit ihren Maschinen fahrerische Höchstleistungen und ihre persönlichen Grenzen auszureizen.

Auch Radfahrer verunglückten häufiger. Die Unfallzahl stieg um drei Prozent oder zwei Fälle auf 68. Den deutlichsten Anstieg um 66,7 Prozent gab es bei Fahrten mit den immer beliebteren Pedelecs. Diese gelten wie E-Bikes grundsätzlich als Leicht-Elektrofahrzeuge. Während man beim E-Bike nicht mehr selbst in die Pedale treten muss, ist das beim Pedelec noch notwendig, damit der Elektromotor seine Kraft entfalten kann.

17 Prozent weniger Unfälle, aber mehr Schwerverletzte

Wegen der Corona-Pandemie und damit verbundenem geringeren Verkehrsaufkommen waren die Unfallzahlen nicht nur in Baden-Baden zurückgegangen. Demnach krachte es auf den Straßen im Stadtkreis (ohne Unfälle auf der Autobahn 5) im vergangenen Jahr 1.595 Mal. Das waren 329 Unfälle oder 17,1 Prozent weniger als im Jahr davor. Entsprechend gingen auch die Zahl der Unfälle mit Personenschaden zurück. Im vergangenen Jahr waren es 189 (2019: 206), das entspricht einem Minus von 8,3 Prozent. Dabei wurden 218 (2019: 247) Menschen verletzt.

Die Zahl der Leichtverletzten ging um 21,1 Prozent zurück, allerdings gab es 35,7 Prozent mehr Schwerverletzte. Diese Zahl stieg um 15 Betroffene auf 57. Eine Person kam ums Leben. Im Jahr davor waren noch zwei Unfalltodesopfer zu beklagen. Häufigste Unfallursachen waren Fehler der Fahrzeuglenker beim Abbiegen oder Rangieren, Vorfahrtsverletzungen und überhöhte Geschwindigkeit.

Beamte müssen sich gegen Angriffe wehren

Bei der Vorstellung der Polizeistatistik für das vergangene Jahr im Hauptausschuss des Gemeinderats fragte AfD-Rat Kurt Hermann den Offenburger Polizeipräsidenten Reinhard Renter nach möglichen Ursachen für immer häufigere Angriffe auf Beamte.

Wie berichtet, waren in Baden-Baden im vergangenen Jahr zwölf Ordnungshüter durch Widerstände und tätliche Angriffe verletzt worden. Insgesamt wurden zudem 83 Beleidigungen aktenkundig. Das sei aber kein Baden-Badener Phänomen, meinte der auch für den Stadtkreis zuständige Polizeichef. Ob höhere Strafen für solche Fälle eine abschreckende Wirkung haben, könne er nicht sagen.

Die Beamten seien aber auch sensibler gegenüber solchen Angriffen geworden. Vorfälle kamen eher zur Anzeige als früher. Insgesamt habe sich aber in der Gesellschaft im Vorgehen gegenüber der Polizei schon etwas verändert, findet Renter. Heutzutage gingen „gleich fünf Handys hoch und es wird gefilmt, wenn wir auftauchen“.

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