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Kampf gegen Corona-Pandemie

Neues Internetportal: Baden-Baden setzt auf Impfangebote

Die Stadt Baden-Baden will mit Impfangeboten die Impfquote in der Bäderstadt erhöhen. Die Terminvergabe erfolgt über ein zentrales Internetportal. Es steht kurz vor dem Start.

Immer noch aktuell: die Einhaltung von Hygieneregeln wie die Händedesinfektion. Oberbürgermeisterin Mergen rät zudem zur Einhaltung der Abstandsregel. Foto: Bernd Kamleitner

Wenn es nach Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU) ginge, dann würde eine Impfpflicht den Kampf gegen Corona erleichtern. „Das wäre für alle schmerzfreier“, findet sie.

Sie wundert sich, dass die Forderung immer noch nicht kommt, sagt die Rathaus-Chefin am Mittwoch vor Journalisten. Was in der Bäderstadt dagegen sicher kommt, sind neue Impfangebote.

„Wir müssen schnell was tun und die Strukturen dafür aufbauen“, betont Ingo Wiedenlübbert. Der Baden-Badener Hausarzt war der medizinische Leiter des Ende September geschlossenen Impfzentrums im Kurhaus.

Impfaktion am 27. November im Löwensaal in Baden-Baden

An solchen Angeboten wird in der Bäderstadt mit Hochdruck gearbeitet. Mit Unterstützung der IT-Experten im Rathaus soll bereits an diesem Donnerstag eine Internetseite freigeschaltet werden.

Dort können Impfinteressenten Termine für den Piks für sich reservieren, etwa für eine Impfaktion im „Löwensaal“ in Lichtental am 27. November. Von 9 bis 18 Uhr können an dem Samstag maximal bis zu 1.500 Menschen geimpft werden.

Es kann dabei eine Erst- oder Zweitimpfung oder die Auffrischung (Booster) verabreicht werden. Generell werde in Baden-Baden dabei der Impfstoff von Biontech verabreicht.

Sollte das Angebot eines solchen Aktionstags gut angenommen werden, können weitere folgen, heißt es aus dem Rathaus. Grundsätzlich können Impfwillige auch ohne Terminreservierung kommen.

Dann sei aber nicht sicher, ob ihr Impfwunsch erfüllt werden kann. „Wenn noch was da ist, dann gibt es was“, betont Wiedenlübbert.

Auch Angebot im Klinikum Balg ist geplant

Parallel zu Haus- und Fachärzten, die impfen, soll es in Kürze werktags auch am Klinikum Mittelbaden ein Impfangebot geben: in den Räumen der Notfallpraxis. Pro Tag sind zwischen 200 und 250 Impfungen möglich. Wann es konkret losgeht, wird noch abgestimmt. Möglicherweise fällt der Startschuss bereits in der nächsten Woche.

Angedacht ist, täglich vier Stunden zu impfen, etwa von 14 bis 18 oder von 12 bis 16 Uhr. Die Corona-Schwerpunktpraxen in Baden-Baden wollen zudem ebenfalls am Wochenende für einige Stunden Impfangebote machen, kündigt Wiedenlübbert an.

Mobiles Corona-Impfteam kommt zu drei Terminen

Darüber hinaus sind bereits drei Termine festgezurrt, an denen das Mobile Impfteam (MIT) aus Karlsruhe in die Bäderstadt kommt: am Freitag, 26. November, Samstag, 4., und Samstag, 18. Dezember. Auch hierfür soll die Terminvergabe über das zentrale Internetportal erfolgen. Weitere Termine sind geplant, betont Oberbürgermeisterin Mergen.

Denkbar sei zudem, dass das MIT in Stadtteilen Präsenz zeigt. Die Bereitstellung von Räumen sei für solche Angebote kein Problem, sagt Sozialbürgermeister Roland Kaiser (Grüne). Dafür sei aber medizinisches Fachpersonal erforderlich.

Bei Impfquote steht Baden-Baden im Vergleich gut da

Bei der Impfquote steht die Bäderstadt nach Angaben der Oberbürgermeisterin im Landesvergleich gar nicht schlecht da: Baden-Baden habe die höchste Quote. Bei der Erstimpfung waren es zuletzt 75,4 Prozent, beim zweiten Piks 73,1 Prozent. Die jetzt anstehende dritte Impfung sei eine logische Konsequenz, weil die zweite auf Dauer keinen ausreichenden Schutz biete, erläutert Wiedenlübbert.

Wie lange diese Verlängerung des Impfschutzes halte, sei derzeit aber nicht zu sagen. Möglicherweise sei dann in einem Jahr sowie in zwei oder fünf Jahren eine weitere Auffrischung erforderlich – wie bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer von Zecken übertragene Infektionskrankheit.

Im Klinikum Mittelbaden in Balg wurden in den vergangenen Tagen nach Angaben der Stadtverwaltung jeweils um die 30 Corona-Patienten versorgt, darunter jeweils zwei in den vergangenen beiden Tagen auf der Intensivstation. Am Sonntag lagen sechs Corona-Erkrankte auf der Intensiv. Die Auslastung der Klinikbetten lag am Mittwoch bei 85,3 Prozent.

Die 33 Corona-Patienten machten 5,8 Prozent der belegten Betten aus. „Wir müssen davon ausgehen, dass die Zahlen nach oben gehen“, prophezeit Mergen. Daher sollten die Menschen wieder Abstand und Hygieneregeln sowie dort, wo sie vorgegeben ist, auch die Maskenpflicht einhalten.

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