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Eine Schule als Familienunternehmen

Andreas Büchler geht in den Ruhestand: Abschied vom Baden-Badener Pädagogium

Andreas Bühler war 36 Jahre lang Geschäftsführer und Schulleiter des Pädagogiums in Baden-Baden. Jetzt geht er in den Ruhestand.

Abschied vom Schuldienst: (von links) Michael, Andreas und Susanne Büchler vor einer Großaufnahme des Pädagogiums. Andreas Bühler geht in den Ruhestand. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Er ist ein sehr gut organisierter, ein akribischer Typ. Darin waren sich die Gäste bei der Verabschiedung von Andreas Büchler durchweg einig. Dass es dem Geschäftsführer der Schulstiftung Pädagogium jedoch gelungen ist, pünktlich zum Eintritt in den Ruhestand Großvater zu werden, ist dennoch beachtlich.

Einmal Päda, immer Päda, so ließe sich vermuten, dass mit Enkel Emil die inzwischen sechste Generation Büchler am Start ist. Doch bei genauerem Hinsehen, passt das nur bedingt. So ist Andreas Büchler zwar hineingeboren in den Familienbetrieb und hat ohne Zweifel sehr früh schon viel Pflichtbewusstsein mit auf den Weg bekommen. Doch hat er in 36 Jahren Schulleitung irgendwann begonnen, seine Fühler viel weiter auszustrecken.

So ließ er sich etwa von 1984 bis 2007 als Vorstandsmitglied des Hockeyclubs verpflichten, gehörte von 1986 an zehn Jahre den Wirtschaftsjunioren Karlsruhe an, war lange Zeit Vorsitzender des Verbands Deutscher Privatschulen und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen in Baden-Württemberg (AGFS), ließ sich 1999 in den Stadtrat wählen und übernahm 2008 der Vorsitz der Bürgerstiftung Baden-Baden. Obendrein ist er Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse.

In erster Linie aber trat er in die Fußstapfen seiner Vorfahren, wurde Lehrer und schließlich Schulleiter. Mathematik, Physik, Volkswirtschaft und Betriebswirtschaft waren seine Fächer. Sei Referendariat leistete er in der Handelslehranstalt Rastatt ab. Das, so unterstreicht die Schulpräsidentin des Regierungspräsidiums Karlsruhe, Anja Bauer, war wohl auch die einzige Zeit, die er an einer öffentlichen Schule verbrachte.

Seine Schwester attestiert ihm ein genaues Gedächtnis

Von da ab stand für ihn ziemlich viel im Zeichen des Familienbetriebs namens Pädagogium, in das er sich in vielen Facetten einbrachte. Viele Weichen stellte er mit, leitete Bauarbeiten ein, die nie zu enden scheinen, wie zuletzt die Errichtung der großen Cafeteria und der Sporthalle im Rotenbachtal.

Doch auch das hat Tradition, stellte sein jüngerer Bruder Michael in einem schwungvollen Vortrag unter Beweis. „Das Patriarchat regierte in der Familie“, erinnerte er an Kindertage, in denen genau wie heute viel gebaut wurde. Aber es gab auch klassische Kindheitserlebnisse, erinnerte Schwester Susanne an Wochenenden in Schmalbach, wo die Geschwister Baumhäuser bauten. „Zweigeschossig, mit Dachterrasse.“

Aber Andreas Büchler hat offenbar noch ganz andere Gesichter, weiß etwa Lions Club-Freund Rolf Metzmaier von wohlkoordinierten Segeltörns mit Andreas Büchler als Skipper zu berichten. Vor allem aber verfüge er über ein digitales Gedächtnis, testierte ihm Schwester Susanne: „Er vergisst nichts.“ So will er sich noch nicht ganz aus der Verantwortung stehlen, werde er etwa seine Aufgaben in verschiedenen Gremien noch für eine Zeitlang beibehalten.

Gemüsebauer und leidenschaftlicher Koch

Und dann ist da noch ein weiteres Gesicht des Andreas Büchler, den seine Geschwister als sehr talentierten Koch outeten, der obendrein leidenschaftlicher Hobbygärtner ist. In Ebersteinburg baut er eigenes Gemüse und auch Obst an, wie seine Kollegen längst wissen. Eine große Kiste mit der Ernte stand stets zur Selbstbedienung im Sekretariat bereit. Die Erträge werden nun noch etwas größer werden. Eine weitere Fläche hat er sich dafür bereits gesichert.

Eine Straußwirtschaft wäre doch eine schöne Option, um dies alles zu verbinden, riet seine Schwester ihm schmunzelnd und gab ihm mit auf den Weg, ein guter Opa zu werden. „Verwöhne Deinen Enkel und sei nicht so streng zu ihm wie zu Deinen eigenen Kindern“, hatte sie am Ende noch eine sehr persönliche Bitte an den großen Bruder. „Und sei bitte immer da, lieber Andi, wenn wir Dich brauchen.“

Mit einem dicken Dankeschön an seine Mitstreiter, ohne die kaum etwas zu bewegen gewesen wäre, wie er betonte, verabschiedete er sich. „Ich gehe. Ihr bleibt noch etwas.“ Die Schule sieht er für die kommenden Jahre als gut aufgestellt an. „Das gibt Ruhe für mich.“ Was nun kommen wird, das wisse er noch nicht. Vieles habe man ihm bereits angetragen. Doch festlegen mag er sich jetzt noch nicht. „Ich will mich sortieren“, kündigte er an, dass danach wieder etwas kommen werde.

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