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Fragen an die Bundestagskandidaten

Grüne feiern bei Podiumsdiskussion mit Schülern in Baden-Baden klaren Punktsieg

Bei einer Podiumsdiskussion an der Klosterschule vom Heiligen Grab in Baden-Baden mit den Bundestagskandidaten konnten die Schüler ihre Fragen loswerden. Wer hat die jungen Menschen vor der Bundestagswahl überzeugen können?

Die örtlichen Bundestagskandidaten erschienen bei der von Schülern organisieren Podiumsdiskussion in der Aula der Klosterschule vom Heiligen Grab in Baden-Baden. Nur der Platz für die AfD blieb leer – unentschuldigt. Foto: Karl-Heinz Fischer

Wenn es um Politik geht, steht für junge Menschen meist die Klimapolitik oder die Sozialpolitik im Vordergrund. Dies hat sich einmal mehr gezeigt bei einer Podiumsdiskussion mit den örtlichen Bundestagskandidaten am Montag in der Aula der Klosterschule vom Heiligen Grab.

Organisiert von einem sechsköpfigen Team aus der Klasse 12 und unterstützt von dem Gemeinschaftskundelehrer Florian Deny stellten sich die Kandidaten Kai Whittaker (CDU), Gabriele Katzmarek (SPD), Thomas Gönner (Grüne), Sven Gehrke (FDP) und Tudor Costin von der Linken zunächst den Fragen der Moderatoren Fabio Lang, Katharina Kiener und Raphael Schenkel und anschließend dem knapp 200-köpfigen Publikum aus den Klassen 10 bis 12.

Der Platz der Kandidatin der AfD war leer geblieben, offenbar ohne Abmeldung, denn in der Anmoderation wurde noch die Hoffnung ausgesprochen, dass sie noch eintreffen werde.

Das Konzept war interessant und informativ zugleich: Nachdem sich die fünf Kandidaten vorstellen durften, wurden sie mit „Blitzfragen“ konfrontiert, die sie mit einem Schild mit Ja oder Nein beantworten mussten, wobei sich die Politiker nicht immer klar entscheiden wollten und manchmal auch mit dem Schild wedelten. Dann ging es ins Detail zu Themenblöcken und schließlich bekamen die anwesenden Schüler Gelegenheit, Fragen zu stellen.

Wie die Bundestagskandidaten die Schüler in Baden-Baden überzeugt haben

Nach der Gesprächsrunde stimmten die Schüler in einem Probewahlgang ab. Dabei gaben 29 Prozent der Schüler an, dass sich ihre Meinung durch die Podiumsdiskussion geändert habe, bei 71 Prozent war das nicht der Fall.

Die erste Frage, die die Schüler beantworten sollten, war, wer sie in der Diskussion am meisten überzeugt hatte. Hier war klarer Sieger Thomas Gönner von den Grünen mit 43 Prozent, gefolgt von Gabriele Katzmarek, SPD und Sven Gehrke, FDP, mit jeweils 17 Prozent, Kai Whittaker, CDU, mit 15 Prozent und Tudor Costin, Linke, mit vier Prozent. Obwohl nicht anwesend, erhielt auch die AfD hier vier Prozent.

Die für die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag entscheidende Zweitstimme gaben die Schüler zu 51 Prozent den Grünen, zu 16 Prozent der FDP, zu zehn Prozent der CDU, zu 13 Prozent der SPD und zu jeweils fünf Prozent der Linken und der AfD.

Podiumsdiskussion in Baden-Baden: Das sagen die Parteien zum Thema Sozialpolitik

Beim Thema Sozialpolitik ging es vorrangig um den Mindestlohn und die Rente. Hier liegen Grüne und SPD recht nahe beieinander, beide wollen die Rente auf eine breitere Basis stellen, so dass alle oder zumindest fast alle Berufsgruppen künftig in die Rentenkasse einzahlen. Während die Grünen auf das schwedische Modell einer kapitalgedeckten Zusatzrente setzen, will die SPD akzeptable Renten durch höhere Löhne gewährleisten.

Die CDU will Altersarmut durch eine verpflichtende Betriebsrente für alle und für eine Generationenrente verhindern, nach der für jedes Neugeborene ein bestimmter Betrag auf dem Kapitalmarkt angelegt und bei Renteneintritt als monatliche Rente ausgezahlt wird.

Die Linke ist gegen eine kapitalgedeckte Rente, da der Kapitalmarkt zu unsicher sei. Das sieht, nicht ganz auf Parteilinie, auch Sven Gehrke so, der die Ermöglichung von selbstgenutztem Wohneigentum durch staatliche Bürgschaften beim Wohnungsbau favorisiert.

Das Ziel Klimaschutz ist klar – doch die Wege unterscheiden sich

Etwas härter als beim Thema Sozialpolitik prallten die Positionen der Kandidaten beim Klimaschutz aufeinander, wobei sich allerdings alle einig waren, dass hier mehr als bisher passieren müsse. Nur die Wege, wie man die politisch ja bereits abgesteckten Klimaziele erreichen will, unterscheiden sich teilweise stark.

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