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Arbeitsluft schnuppern in der Schulzeit

Prominente Baden-Badener und ihre Ferienjobs: OB Mergen begann als Postbotin

Eine kleine Finanzspritze fürs erste Moped, für den Urlaub oder fürs Studium: So haben sich bekannte Baden-Badener früher in den Schulferien Geld dazuverdient.

Briefe austragen, beim Bäcker aushelfen oder beim Tiefbauunternehmen: So haben sich promintente Baden-Badener ihr erstes Geld verdient Foto: BNN

Nach der Schulzeit Arbeitsluft schnuppern: Für viele Menschen ist das Jahre oder gar Jahrzehnte her. Entweder ging es direkt in eine Ausbildung oder ein Ferienjob musste her, um sich den einen oder anderen Wunsch zu erfüllen. Wie haben sich bekannte Baden-Badener ihr erstes Geld verdient?

Margret Mergen verdiente sich ihr erstes Geld als Aushilfspostbotin. Foto: Rake Hora

An ihren ersten Ferienjob als Aushilfspostbotin kann sich Oberbürgermeister Margret Mergen noch sehr gut erinnern. Vom Verdienst hat sie sich als 16-Jährige eine E-Gitarre gekauft. In ihrer Heimatgemeinde im Münsterland wurde sie am ersten Tag vom Postboten eingewiesen, dann ging es nach dem Vorsortieren der Post gemeinsam mit dem Rad ans Austragen. Zu der Zeit war noch eine kleine Einkehr selbstverständlich, wenn im Haus etwa ein Geburtstag gefeiert wurde. So wurde etwa mit einem Schnaps angestoßen. „Ich war für den Rest des Tages nicht mehr zu gebrauchen”, erinnert sich die Rathauschefin an den ersten Arbeitstag. Eine Lehre daraus beherzigt die Kommunalpolitikerin bis heute: „Nie mehr Alkohol im Dienst!”

Sabine Iding-Dihlmann verdiente sich ihr erstes Geld bei einem Bäcker. Foto: Christiane Haumann-Frietsch

Bei einem Bäcker, der in ihrer Heimat Konstanz Bäckermeister und Stadtrat der CDU war, schnupperte Sabine Iding-Dihlmann erstmals die Luft des Arbeitslebens. Der hatte nur Samstags geöffnet und sich Vitalbrot verschrieben. Es war eine der ersten Bio-Bäckereien. Das Brot wurde gebacken und mit Brötchen gleich anschließend verkauft - solange der Vorrat reichte. „Schon damals wurde mein Bewusstsein für Öko entwickelt”, betont Iding-Dihlmann. Der spätere Weg zu den Grünen war geebnet bzw. der Grundstein gelegt. Heute ist sie Fraktionschefin der Grünen im Gemeinderat. Das erste selbst verdiente Geld wurde übrigens für einen Urlaub gespart. Etwas zum Anziehen sprang auch noch heraus.

Stadtwerke-Chef Helmut Oehler verdiente sich bei einem Tiefbauunternehmen Geld für ein Moped. Foto: Bernd Kamleitner

Helmut Oehler war 16 Jahre alt, als er von einem Moped träumte. Die Eltern schlugen ihm vor, dafür arbeiten zu gehen. Der Vater besorgte ihm einen Job bei einem Tiefbauunternehmer in Pforzheim. In sommerlicher Hitze war der junge Oehler im Einsatz, als Makadam aufgebracht und Randsteine gesetzt wurden: „Es war eine harte Zeit, aber ich habe gut verdient”. Das reichte für eine Honda XL 50. Unvergesslich blieb der Ferienjob aber wegen einer völlig anderen Begebenheit: In der Straße, in der er damals arbeitete, wohnte seine spätere Ehefrau. Was er natürlich zu der Zeit nicht wusste. Und: „Ich glaube aber nicht, dass wir uns damals gesehen haben”, erinnert sich der damalige Stadtwerke-Chef.

Michael Teipel jobbte einst bei einer Druckerei. Foto: Bernd Kamleitner

Michael Teipel denkt bei seinem ersten Ferienjob an die Farbe Lila. Er arbeitete als junger Mann für eine Druckerei im Dreiländereck, die für den Süßwarenhersteller Suchard in Lörrach Papiere druckte. Teipel war als Fahrer dafür zuständig, die Paletten mit den Bögen in verschiedenen Sprachen nach Lörrach zu fahren. Eine Tafel Schokolade als Belohnung war nicht drin. Das Angebot gab es bei einem späteren Job bei einer Reinigungsfirma, die einmal im Jahr den den dreitägigen Produktionsstopp bei Suchard für eine zusätzliche Großreinigungsaktion. nutzte. Da hätten die Beschäftigten Schokolade bis zum Abwinken essen dürfen. Laut Teipel hatte darauf keiner Appetit - wegen der vielen Schokoladenreste beim Putzen.

Bürgermeister Roland Kaiser trug mal Zeitungen aus. Foto: pr

Bürgermeister Roland Kaiser hatte schon früh einen Nebenjob. Mit einem älteren Nachbarsjungen trug er in seiner Heimatgemeinde das Wochenblatt aus. Sein erster richtiger Ferienjob folgte während seiner Studienzeit: beim Daimler in Untertürkheim. Da hatte er es leicht, denn er verfügte bereits über eine erste technische Ausbildung als Maschinenschlosser, erinnert sich der Grünen-Politiker. „Das war schon etwas anders als ein klassischer Ferienjobber.” Ansonsten erging es ihm aber wie jedem Ferienjobber: Das verdiente Geld konnte er gut gebrauchen. Die Erfahrung aus der damaligen Zeit beim großen Automobilhersteller war für das weitere Berufsleben ebenfalls wertvoll, findet Roland Kaiser.

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