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Spende für Ausbildung

FC-Bayern-Fans aus dem Rebland unterstützen das Palliativ-Team Mittelbaden

Die FC-Bayern-Fans der Rebland Batzis haben bei ihrem Wintertreffen 1.000 Euro gesammelt. Die Spende fließt beim Palliativ-Team in die Ausbildung von Pflegekräften.

Bei der Übergabe der Spende sprechen Angehörige Dietmar Oser (links) und Brigitte Mast (rechts) mit Elke Fischer (2.vr.) über ihre Erfahrungen mit dem Palliativteam.
Bei der Übergabe der Spende sprechen Dietmar Oser (links) und Brigitte Mast (rechts) mit Elke Fischer über ihre Erfahrungen mit dem Palliativ-Team. Foto: Christina Nickweiler

Wenn Brigitte Mast an die letzten Tage im Leben ihres Vaters denkt, dann erinnert sie sich an die Hilfe, die ihr Vater, aber auch sie selbst durch das Palliativ-Team Mittelbaden (Pate) erfahren hat. Christine Oser hat die Arbeit der Palliativorganisation ebenfalls in guter Erinnerung.

Beide Varnhalterinnen gehören zu den Rebland-Bazis, das ist der hiesige Fanclub des FC Bayern. Die Rebland-Bazis unterstützen zu Beginn des Jahres das Palliativ-Team, das in diesem Jahr das 15-jährige Bestehen feiert.

Mehr als 130 Mitglieder sind bei den Rebland-Bazis organisiert, die mittlerweile auf 20 Jahre zurückblicken können. „Wir haben uns beim Roller in der ehemaligen Gaststätte Fremersberg gegründet“, erzählt der Vorsitzende, Dietmar Oser, beim Gespräch mit dieser Redaktion.

1.000 Euro sind durch die Arbeit beim Wintertreffen der Rebland-Bazis vor einiger Zeit in einen Spendentopf geflossen, der nun dem Palliativ-Team übergeben wurde.

Palliativmedizinerin Elke Fischer berichtet von Arbeit des Palliativ-Teams

Elke Fischer, Palliativärztin und Vorsitzende des Vereins „Palliativ Team Mittelbaden“, kurz „Pa Te“
Elke Fischer, Palliativärztin und Vorsitzende des Vereins „Palliativ Team Mittelbaden“. Foto: Palliativ Team Mittelbaden

Bei der offiziellen Übergabe vor wenigen Tagen in Varnhalt berichtete die Baden-Badener Palliativmedizinerin, Elke Fischer, über die langjährige Arbeit von Pate, dessen Versorgungsgebiet sich über den Landkreis Rastatt und vor allem Baden-Baden inklusive des Reblands erstreckt.

Die Palliativmedizinerin weiß um das Spannungsfeld der palliativen Versorgung, in dem einerseits Mediziner darauf konditioniert sind, Menschenleben zu retten und andererseits in der Gesellschaft die Themen Krankheit und Endlichkeit tunlichst verdrängt werden.

Dennoch findet Elke Fischer, dass das Bewusstsein in der Bevölkerung über die Palliativversorgung für Menschen, die durch eine unheilbare Krankheit mit absehbarem Tod konfrontiert sind, allmählich gewachsen ist. Wenn jemand nicht mehr geheilt werden könne, bedeute das, dass der Patient sehr wohl noch Hilfe bekomme.

Rebland Batzis haben gute Erfahrungen mit dem Palliativ-Team gemacht

Worum geht es bei der Palliativversorgung? Brigitte Mast fallen hierzu spontan einige Begriffe ein, die sie selbst erfahren hat: menschliche Wärme, Zuneigung, Gespräche, auch für die Angehörigen da sein. Christine Oser ergänzt: „Ich habe den Eindruck, die Mitarbeiter arbeiten aus dem Herzen heraus, um den letzten Dienst am Menschen in Würde zu leisten.“

Andere als primär medizinische Qualitäten sind beim palliativen Konzept erforderlich. „Wir haben nicht nur das medizinische, auch das familiäre und seelsorgerische Umfeld im Blick“, betont Elke Fischer. Sie spricht von einem interdisziplinär aufgestellten Team, das neben den palliativmedizinischen Kräften unter anderem auch Psychologen, Hospizkräfte und Seelsorger vorhält.

„Wir sind alle eng vernetzt und unterstützen in der Entscheidung, was für die Familie am besten ist“, sagt sie. Zum Palliativ-Team gehört ebenso eine Ärztin, die in der Onkologie der Stadtklinik für eine gute Vernetzung und Überleitung für die palliative Versorgung zu Hause sorgt.

Während der Palliativarzt mit einer adäquaten Einstellung der Medikamente die belastenden Symptome wie etwa Atemnot, Schmerzen, Krämpfe und Angst für den Patienten im Auge behält, stellt die Pflegefachkraft eine sensible Palliativpflege sicher. „Der Hausarzt ist auch mit an Bord“, sagt die Palliativärztin.

Laut Elke Fischer unterhält das Pflegepersonal einen intensiven Kontakt zu den Patienten und deren Angehörigen. „Die Schwestern besuchen regelmäßig die Patienten mit ihren Familien“, schildert sie. Wenn die Angehörigen in den emotionalen Extremsituationen gut begleitet würden, dann könnten die Patienten oft in Frieden sterben.

Auch das Palliativ-Team sucht immer nach gutem Personal

„Es ist schwierig, neues Personal zu kriegen. Man braucht eine gewisse Berufserfahrung und Lebenserfahrung“, findet Elke Fischer. Deswegen wird die Spende der Rebland-Bazis in die Ausbildung fließen, damit sich Pflegekräfte qualifizieren können.

75 Behandlungsfälle müssen Fischer zufolge für eine erfolgreiche Ausbildung dokumentiert sein. Für den Vorsitzenden der Rebland-Bazis ist das auf jeden Fall „gut angelegtes Geld“.

Welches Resümee zieht die Palliativärztin nach 15 Jahren Arbeit mit Pate? „Für mich ist das eine total befriedigende Arbeit, auch wenn es um den Abschied geht. Ich tauche für eine bestimmte Zeit in das Leben von anderen Menschen ein. In Grenzsituationen sind Menschen offen, das berührt mich sehr“, meint Elke Fischer. Ganz wichtig für sie: „Man darf nicht lügen, wenn es um den Zustand geht.“

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