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Kultur in Baden-Baden trotzt Corona

Refik Anadol verwandelt im Kurhaus digitale Daten in Kunst

Wegen der Corona-Krise ist das kulturelle Leben an der Oos seit Monaten eingeschränkt. Für Kulturinteressierte gibt es aber in Baden-Baden wieder einige Angebote.

Eigens für Baden-Baden geschaffen: Das Werk „Bosphorus” des Medienkünstlers Refik Anadol lässt Besucher im Bénazetsaal des Kurhauses ins Marmarameer am Bosporus eintauchen. Foto: Bernd Kamleitner

Eigentlich wäre jetzt Hochsaison: Baden-Baden zeigt sich von seiner schönsten Seite und empfängt Besucher aus aller Welt. Ihre schönen Seiten präsentiert die Bäderstadt auch in diesen Tagen, aber die Zahl der Gäste liegt deutlich unter dem ansonsten in dieser Jahreszeit üblichen Schnitt. Die Ursache ist kein Geheimnis: Corona-Krise. Auch das kulturelle Angebot ist eingeschränkt, doch es ist nicht völlig erlahmt. Dabei geht die Stadt unter anderem neue Wege: zum Beispiel mit der Ausstellung „Digital Dreams” des Medienkünstlers Refik Anadol.

„Das, was wir haben, müssen wir ins Schaufenster stellen”, betont Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU). Die Rathauschefin lässt daher kaum eine Gelegenheit aus, um auf das trotz Corona-Krise bestehende kulturelle Angebot an der Oos hinzuweisen. So haben etwa die Museen Frieder Burda, die Kunsthalle, das LA8 sowie das Stadtmuseum wieder geöffnet - entsprechend der Hygienevorschriften mit Abstandsregelungen. Das Theater ist in der Sommerpause. Ab 5. September wird wieder gespielt. Am 12. September steht das Theaterfest auf dem Programm.

Istanbuler Künstler nutzt künstliche Intelligenz

Mit Stolz erwähnt Mergen beim Thema Kultur an der Oos derzeit gerne ein besonderes Ausstellungsstück im „Schaufenster” der Kulturstadt. Im Kurhaus können Besucher in eine völlig neue Welt eintauchen. Sie erleben eine moderne Komponente von Malen nach Zahlen. Schöpfer ist der in Istanbul geborene und inzwischen in Los Angeles lebende Medienkünstler Refik Anadol. In seinen Installationen erforscht er mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz den Raum zwischen digitalen und physischen Gebilden und zeigt auf, wie aus Millionen digitalen Daten Kunst entstehen kann.

Persönlich ist der Künstler natürlich nicht anwesend, aber er führt die Besucher in einem Begleitfilm mit interessanten Informationen zu seinen Werken durch die Schau. Die umfasst drei Werke, sogenannte Datenskulpturen, die in drei unterschiedlichen architektonisch reizvollen Räumen des Kurhauses präsentiert werden.

Raumgreifende Installation mit riesiger Projektionsfläche

Ein Höhepunkt ist die raumgreifende Installation „Bosphorus”: Im Bénazetsaal tauchen die Besucher ins Marmarameer am Bosporus ein. Es verbindet das Schwarze Meer mit der Ägäis. Auf einer riesigen Projektionsfläche auf dem Boden des Saals und auf einer Großleinwand auf der Bühne sind über 30 Tage gesammelte Hochfrequenz-Radardaten des türkischen Wetterdienstes zu erleben.

Im Werk „Nature Dreams” wurden 68 Millionen (!) Naturfotos verarbeitet. Passend zur Schau hat Baden-Baden Events (BBE) auf elektronische Eintrittskarten umgestellt. Buchung und Einlass sind mit dem Ticket auf dem Smartphone also kontaktlos möglich.

Weitere Kulturveranstaltungen in Baden-Baden

Noch bis zum 30. August läuft zudem im Rosenneuheitengarten auf dem Beutig das Mondkino. Immer Donnerstag bis Sonntag werden Kinohits gezeigt. Zum zehnjährigen Bestehen wurde das Angebot auf insgesamt 20 Spieltage ausgedehnt. Auch für diese Veranstaltung musste ein eigener Hygieneplan entwickelt werden. Tickets gibt es nur online im Vorverkauf (www.mondkino.de).

Rockig wird es am Mittwoch, 12. August, 18.30 Uhr, auf dem Merkur, wenn dort die Holiday Blues Band aufspielt. Tickets für maximal 500 Besucher gibt es online auf der Homepage der Stadtwerke (www.stadtwerke-baden-baden.de).

Für eine begrenzte Anzahl an Besuchern gibt es im Kurhaus auch Live-Konzerte: mit der Duo Akustik-Show Lotte (20. August), Rhythm & Blues mit Will Russ jr. (27. August) und mit den Söhnen Mannheims (3. September). Tickets unter www.badenbadenevents.de. Vor dem Konzert erhalten die Besucher einen Einblick in die Ausstellung „Digital Dreams”, die noch bis zum 4. September gezeigt wird.



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