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Geschwindigkeitskonzept wird umgesetzt

Sechs neue Tempo-30-Abschnitte im Baden-Badener Rebland

Runter vom Gas: Das ist künftig auf weiteren Teilstrecken im Baden-Badener Rebland gefordert. Am liebsten aber wäre es der Stadtverwaltung, wenn der Durchgangsverkehr gleich draußen bliebe.

Das erste Schild: Margret Mergen und Ulrich Hildner legen in der Steinbacher Straße mit Hand an. Foto: Wilfried Lienhard

Mit dem Anbringen der ersten Tempo-30-Schilder hat am Freitag die Umsetzung des Geschwindigkeitskonzepts Rebland begonnen. Gemeinsam legten Oberbürgermeisterin Margret Mergen (CDU) und Ortsvorsteher Ulrich Hildner in der Steinbacher Straße, direkt neben der Hirsch-Brücke, Hand an.

Das Rebland sei sehr lebendig, hier lebten und arbeiteten viele Menschen, sagte Mergen bei einem Vor-Ort-Termin. Was aber oft als störend und belastend empfunden werde, seien Liefer- und Durchgangsverkehr und damit verbunden als zu hoch empfundene Geschwindigkeiten und Lärm. Vereinzelt sei Tempo 30 schon angeordnet worden, vor allem auf den Durchgangsstraßen. Jetzt sei das in einem Konzept gebündelt worden.

Gerade in der Grabenstraße in Steinbach und der Weinstraße in Neuweier sei der relativ hohe Anteil des Durchgangsverkehrs ein Motiv gewesen. „Wenn wir die zugelassene Höchstgeschwindigkeit reduzieren, überlegt es sich vielleicht der eine oder andere, ob er weiterhin durch den Ort fährt oder nicht doch lieber draußen auf der B3 bleibt“, sagte Mergen. Hildner sprach von einem Gewinn an Sicherheit: „Auch der Ortschaftsrat steht hinter dem Konzept. Was wir jetzt erreicht haben, ist gut für das Rebland.“

Neue Schaltung an der Karcher-Kreuzung

In die Entwicklung des am 5. März dieses Jahres schließlich angeordneten Konzepts waren die Bürger und Bürgerinnen, der Ortschaftsrat und die Polizeibehörden eingebunden. Es soll der Sicherheit von Anwohnern und Verkehrsteilnehmern dienen, sowohl städtebauliche als auch verkehrssicherheitsrelevante Aspekte berücksichtigen und den Lärmaktionsplan umsetzen.

Letzterer habe allerdings nur wenig Einfluss gehabt, sagte Hildner, lediglich für den unteren Teil der Poststraße habe er Änderungspotenzial aufgezeigt. Diese werde in Verbindung mit dem technischen Umbau der Ampelanlage an der Karcher-Kreuzung angegangen, hier werde an einer Programmierung gearbeitet, mit der Busse bevorzugt behandelt werden können, sagte Dirk Nesselhauf von der städtischen Tiefbauabteilung.

Gerade der Öffentliche Personennahverkehr sei ein wichtiges Thema bei den Überlegungen für Tempo 30. Er solle nicht schlechter gestellt werden als der Individualverkehr, meinte Mergen. Es dürfe nicht das Gefühl entstehen, deutlich langsamer zu sein, wenn man den Bus nutze.

Das werde bei den Strecken im Rebland auch erreicht, sagte Nesselhauf. Durch den Straßenverlauf sei es den Bussen hier oft gar nicht möglich, schneller als 30 Stundenkilometer zu fahren, ohne Sicherheit und Komfort der Fahrgäste zu riskieren. Das habe sich auch bei Testfahrten im vergangenen Sommer gezeigt.

An der Weinstraße in Baden-Baden fehlt mitunter der Gehweg

Ein anderer gravierender Punkt ist die Ausstattung der Straßen. So fehle es beispielsweise in einem Teilstück der Weinstraße (wo auch das Wohngebiet „Wohnen an der Weinstraße“ entwickelt wird) an einem Gehweg, und auch in der Steinbacher Straße sei das der Fall, so Nesselhauf.

Die Geschwindigkeitsreduzierung erhöhe die Sicherheit. Deshalb dürfte sich auch die Frage nach einem Fußgängerüberweg bei der Kreuzung Hänferstraße/Steinbacher Straße erledigt haben; Anwohner hatten zuletzt eine Unterschriftenaktion für einen „Zebrastreifen“ gestartet. Eine geringere Höchstgeschwindigkeit mache das Überqueren der Straße einfacher.

Auch gäbe es Schwierigkeiten mit der für einen Überweg notwendigen Aufstellungsfläche. Darüber sei schon vor etlichen Monaten gesprochen worden, mit der Temporeduzierung sei das Thema abgehakt.

Dass zwischen den künftigen 30er-Teilstücken in der Grabenstraße und der Mührichstraße ein kurzer Abschnitt liegt, auf dem weiterhin Tempo 50 gilt, lasse sich nicht verhindern, erläuterten Mergen und Hildner. Die Straßenverkehrsordnung schreibe als innerörtliche Höchstgeschwindigkeit Tempo 50 vor, weshalb verkehrsrechtliche Anordnungen nicht ohne weiteres möglich seien, sagte die Oberbürgermeisterin.

Gäbe es an einem Straßenabschnitt keine relevanten Einrichtungen wie Kindergarten oder Seniorenheime, werde es schwierig, sagte Nesselhauf. „Wir bilden die aktuelle Rechtslage ab“, fügte Hildner hinzu.

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