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Re-Start in der Corona-Krise

Stammgäste haben Sehnsucht: So läuft der Betrieb in der Caracalla-Therme in Baden-Baden

Die Sehnsucht war spürbar: Bei Badegästen wie Personal. Seit knapp zwei Wochen ist die Caracalla-Therme in Baden-Baden wieder geöffnet. Die Stimmung ist gut, noch unterliegen Baden, Saunieren und Co aber den Regeln der Corona-Verordnung.

Badebetrieb: Seit dem 9. Juni ist die Caracalla-Therme in Baden-Baden wieder geöffnet. Gerade die zahlreichen Stammgäste freuen sich sehr, endlich wieder in „ihr“ Bad zu können. Foto: Foto: Jörg Seiler

Das Ehepaar aus der Kurstadt gehört zu den überzeugten Gewohnheitstätern, Stammgäste in der Caracalla-Therme in Baden-Baden. Bewaffnet mit Badetasche und negativem Corona-Test heißt es für die beiden nur noch eines: Ab ins Thermalwasser. „Endlich“ – sagen sie.

Sieben Monate, seit Anfang November, hatte die Therme coronabedingt geschlossen, seit 9. Juni darf – gemäß der Auflagen der Corona-Verordnung des Landes für Bäder und Saunen – nun wieder geplantscht, geschwitzt und gewellnesst werden.

„Aktuell kommen überwiegend noch deutsche Gäste“, erklärt Steffi Genzi auf die Frage, wer denn so nach dem Re-Start in die Therme kommt.

Franzosen trudeln wieder in der Caracalla-Therme ein

Doch auch die Franzosen trudeln langsam wieder ein, schließlich genießt das Carcalla bei den Nachbarn jenseits des Rheins einen hohen Stellenwert, verdeutlicht die Abteilungsleiterin Caracalla und Friedrichsbad bei den Carasana Bäderbetrieben.

Wer einen Beweis dafür braucht, muss nur hinhören – im Testzelt vor dem Eingang, an den Kassen, es wird auch wieder französisch gesprochen. Sieben Monate zu – es war eine lange Zeit. Die Mitarbeiter überwiegend in Kurzarbeit, das Bad im Standby-Modus. Abschalten geht natürlich nicht. „Das Technikteam hat den Betrieb aufrecht erhalten“, so Steffi Genzi.

Die Wasseraufbereitung zum Beispiel, eine hochkomplexe Sache, muss laufen. Das Wasser darf nicht stehen, sonst bilden sich unerwünschte Keime. Das Leitungsnetz wurde deshalb immer wieder durchgespült und desinfiziert. Dazu kamen Reparaturen – die üblichen Verschleißsachen – und ab und an wurde auch mal eine der Saunen hoch gefahren, um zu schauen, ob noch läuft.

Nahezu alle Mitarbeiter sind nach der Wiedereröffnung wieder mit an Bord.
Steffi Genzi, Abteilungsleiterin

Und weil alles während des staatlich verordneten Stillstands gepflegt wurde, war der Re-Start kein Problem. Rein theoretisch hätte die Thermen locker früher aufmachen können, wenn man es denn gedurft hätte.

Die sieben Monate Stillstand waren nichts, was man so nebenbei einfach mal abhakt. „Zu Normalzeiten haben wir im Schnitt etwa 550.000 Gäste pro Jahr“, erklärt die Abteilungsleiterin, die in der Lockdown-Phase sehr viel Wert auf die Kommunikation mit den Mitarbeitern legte – E-Mails, Telefonate zum Beispiel sollten der Belegschaft das Gefühl geben, sie sind nicht abgehängt.

Eine Maßnahme, die sich auszahlte. „Nahezu alle Mitarbeiter sind nach der Wiedereröffnung wieder mit an Bord. Wir haben eigentlich keine Fluktuation“, so Steffi Genzi. Bei vielen anderen Bädern sei das nicht so, da gebe es zum Teil spürbaren Personalmangel.

Mitarbeiter in Baden-Baden sind hoffnungsvoll und glücklich

Eine Einrichtung wie die Caracalla-Therme lebt natürlich von einem Mitarbeiterteam, das bei den vielen, treuen Stammgästen bekannt und geschätzt ist. Tomas ist einer von den getreuen, die seit vielen Jahren zur Mannschaft gehören.

Der ausgebildete Rettungsschwimmer arbeitet als Badeaufsicht und ist in der Saunalandschaft tätig. Was war das für ein Gefühl, als es am 9. Juni wieder los ging? „Ein sehr schönes“, sagt Tomas, man habe wieder Hoffnung. Gertrud, die an diesem Sonntag Dienst in der Saunalandschaft tut, ist ebenfalls glücklich.

Auch sie gehört schon lange dazu, die Wiedersehensfreude, gerade mit dem Stammgästen, ist groß. Das hat Gertrud in den Gesprächen in den vergangenen Tagen immer wieder mitbekommen. „Wir haben wirklich sehr nette Gäste“, betont sie.

Es läuft also wieder an. Und dennoch: das ein oder andere ist doch (noch) anders. Die Corona-Verordnung des Landes für Bäder und Saunen macht natürlich weiterhin Vorgaben.

Ob das nun die Zahl der Badenden in den einzelnen Becken ist, oder die Tatsache, das Aufgüsse in den Saunen nicht verwedelt werden dürfen, es gibt keine Peelings zur Hauptpflege, die Dampfbäder sind noch geschlossen, die Abstandsregel von 1,50 Meter gilt, der Weg in und aus den Becken ist im Einbahnstraßensystem geregelt.

Maske darf in der Corona-Krise in der Umkleide bleiben

Mund-Nase-Bedeckung müssen die Gäste in der Therme allerdings nicht tragen. Die darf mit den Kleidern im Garderobenschrank in der Umkleide bleiben. Im Großen und Ganzen halten sich die Besucher an die Regeln, konstatiert Steffi Genzi.

Und natürlich gebe es immer wieder Fragen, zum Beispiel, ob eine Maskenpflicht bestehe. Das Testen für nicht Geimpfte ist auch ein Thema, aber die Badegäste kämen der Pflicht zum überwiegenden Teil ohne Murren nach.

Ein ganz gravierender Unterschied zu Vor-Corona-Zeiten findet sich jedoch in einem ganz anderen Bereich. Im Sommer ist Baden-Baden – und damit auch die Therme – Ziel vieler Reisender aus teilweise weit entfernten Ländern. „Der internationale Tourismus fehlt noch. Aber wir sind zuversichtlich, dass sich das wieder entwickelt“, sagt Steffi Genzi.

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