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Gebäude beim Kinder- und Jugendheim

Neue Sporthalle in Baden-Baden löst Unmut aus: Anwohner beklagen sich über Größe

Das Kinder- und Jugendheim Baden-Baden plant eine neue Sporthalle. Doch es regt sich bereits Protest in der Nachbarschaft. Anwohner stören sich an der geplanten Größe.

Achim Meier, Geschäftsführer des Kinder- und Jugendheims, hofft, dass die Abrissarbeiten in den Sommerferien beginnen können. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Die Heizkörper stehen vor und bilden Gefahrenquellen. Fest in ihren Verankerungen sitzen sie ohnehin nicht mehr richtig. Die Energieeffizienz der Sporthalle ist schaurig. Dafür sorgen neben den in den 60er Jahren verbauten Materialien wie Glasbausteinen letztlich auch allerlei Schäden am Gebäude selbst.

Dass das Kinder- und Jugendheim nun in den Genuss einer stattlichen Zuwendung kommt, mit welcher das Bauwerk erneuert werden soll, sei ein echter Segen, so der kaufmännische Geschäftsführer der Einrichtung, Achim Meier, der hofft, dass bereits zum Ende der Sommerferien mit den Abbrucharbeiten begonnen werden kann.

Doch die Freude ist nicht ganz ungetrübt. Aus der Nachbarschaft kommen Klagen. Auch die BNN erreichten aufgebrachte Schreiben, weil der Neubau größer werden soll als das Bestandsgebäude. Das stimmt, erklärt Architekt Martin Wurz vom Architekturbüro Wurz & Partner.

Anwohner in Baden-Baden sind wegen Größe der neuen Sporthalle besorgt

Doch überdimensioniert ist die geplante Halle keineswegs, spricht er von der kleinsten Variante einer Einfeldhalle, die obendrein auch ein wenig asymmetrisch ins Gelände eingefügt wird, um auch der bereits vorhandenen Kletterwand ein wenig Raum zu geben. Und das hinter dick gedämmten Wänden. Die werden, so ist zu erwarten, viel von den Geräuschen abfangen, über welche die Anwohner sich rückblickend beklagen.

Obendrein plane man in keiner Weise Bauten, die gegen irgendwelche Vorschriften verstoßen, kann Wurz den Unmut in gewisser Weise zwar verstehen, verweist aber zugleich darauf, dass hier eine sehr spezielle Konstellation herrsche. Während die jetzige Halle aus dem Jahr 1964 stammt, erfolgte die Wohnbebauung im Franz-Fehringer-Weg erst im Jahr 1971.

Wenn nun die neue Halle kommt, dann, so fürchtet Anwohnerin Kirsten Maurer-Fritz könnten hier laut Bauantrag bei Veranstaltungen bis zu 400 Personen Sitzplätze finden. Doch andere Events als bislang sind dort gar nicht geplant, beruhigt Achim Meier. Nicht anders als bislang werde man dort wohl wie gehabt die Schulabschlussfeiern und den traditionellen Adventsbasar durchführen. Von Party oder auch von sportlichen Events oder Wettbewerben könne in keiner Weise die Rede sein.

Das ist in der neuen Sporthalle in Baden-Baden geplant

Doch was wird denn in dem neuen Gebäude überhaupt stattfinden? „Schulsport, sobald das wieder in dieser Form möglich ist.“ Selbstredend könnten die jungen Leute, die in der Einrichtung leben, dort auch am Nachmittag verschiedene Sportarten ausüben, sobald auch das wieder denkbar ist. Doch im Moment ist es das noch nicht und so hat die Pandemie – wenn man es denn überhaupt so sehen mag – zumindest den Vorteil, dass die Bauarbeiten nicht für den Ausfall von Sportstunden verantwortlich sind.

Aber hätte man die neue Halle nicht an einem anderen Teil des Geländes errichten können, lautet eine Frage der Anwohner. Denn der Neubau wird deutlich näher an die Straße heranreichen als das Bestandsgebäude. Das geschieht zum einen in völlig legitimer Weise, betont der Architekt. Zum anderen wären weitere Varianten, die ebenfalls geprüft worden sind, bei weitem teurer und zum Teil auch schwieriger zu bewerkstelligen gewesen.

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