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Mangel an Wettkämpfen

Sportlerehrung gibt es in Baden-Baden erst wieder 2022

Nicht nur die Fußball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele fielen in diesem Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. Auch zahlreiche Meisterschaften auf regionaler Ebene mussten abgesagt werden – mit Konsequenzen für die Sportlerehrung in Baden-Baden.

Titelverteidiger: Mit seinem siebten Platz bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2019 in Doha avancierte Carl Dohmann in Baden-Baden zum „Sportler des Jahres“. In diesem Jahr musste der Top-Geher, wie viele andere Athleten, lange pausieren. Foto: Oliver Weiken/dpa

Der dritte Freitag im Januar ist im Kalender der Sportler aus Baden-Baden fett markiert. Denn an diesem Termin ehrt die Stadt traditionell ihre herausragenden Athleten für besondere Leistungen im Vorjahr. Doch daraus wird zu Beginn des Jahres 2021 nichts, die am 22. Januar geplante Ehrung wird abgesagt, wie der Sportausschuss (SPOA) der Stadt den Vereinen vor wenigen Tagen mitteilte.

„Aufgrund der fehlenden sportlichen Wettkämpfe und Turniere in diesem Jahr sowie der ungewissen Situation bezüglich der Durchführung hat sich der SPOA gemeinsam mit der Stadt Baden-Baden und Bürgermeister Roland Kaiser hierauf verständigt“, heißt es im entsprechenden Rundschreiben.

Wir kommen wahrscheinlich gar nicht in den Bereich, in dem es Goldmedaillen gibt.
Armin Zeitvogel, Präsident des Sportausschuss Baden-Baden

Armin Zeitvogel, Präsident des Sportausschusses, sieht keine Alternative zu dieser Entscheidung. Wegen der Corona-Pandemie konnten in diesem Jahr nur wenige Meisterschaften ausgetragen werden, in den Kampfsportarten lief gar nichts.

Durch den im Vergleich zu anderen Kommunen strengen Anforderungen für eine Ehrung schätzt Zeitvogel, dass es 2020 ohnehin nur wenige Kandidaten für die Auszeichnung gibt. „Wir kommen wahrscheinlich gar nicht in den Bereich, in dem es Goldmedaillen gibt“, so Zeitvogel, der daraus auch eine fehlende Chancengleichheit ableitet. Denn aus dem Kreis der mit der Goldmedaille gekürten Athleten schlägt der Sportausschuss in den drei Kategorien Sportler, Sportlerin und Mannschaft den jeweiligen Jahressieger vor.

Titelverteidiger Dohmann kaum im Einsatz

Anfang 2020 gingen diese Titel an Geher Carl Dohmann (SCL Heel Baden-Baden) für seinen siebten Platz bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Doha (Katar), Kampfsportlerin Elke Streich (1. Badener Karate Dojo/Tokon Baden-Baden) für ihren zweiten Platz bei der Europameisterschaft (Kata-Einzel/Frauen 50+) und die Mädchen-Mannschaft (U14) der Ooser Schachgesellschaft (OSG) Baden-Baden für den Gewinn der deutschen Meisterschaft.

Gerade das Beispiel Dohmann zeigt, wie schwierig das bald beendete Jahr für Spitzensportler war. Erst im November absolvierte der deutsche Top-Geher seinen ersten Wettkampf nach dem WM-Auftritt im September 2019. Insgesamt bestritt Dohmann, der eigentlich mit einem Start bei den auf 2021 verlegten Olympischen Spielen in Japan plante, lediglich drei Rennen.

Ehrung via Live-Stream keine Option

Neben dem sportlichen Aspekt gab es auch einen zweiten Grund für die Absage der Sportlerehrung. Wegen der Corona-Auflagen wäre es nicht möglich gewesen, wie üblich rund 200 Gäste einzuladen. Eine Ehrung auf dem Postweg oder eine Online-Ehrung via Livestream seien keine Option gewesen. „Das ganze Gemeinschaftsgefüge wäre weggefallen, wir wollten den würdevollen Rahmen“, sagt Ausschuss-Präsident Zeitvogel.

Leistungen werden erst im Januar 2022 gewürdigt

Die Sportler, die im Jahr 2020 außergewöhnliche Ergebnisse erzielten, sollen bei der kommenden Sportlerehrung ausgezeichnet werden. Wie üblich am dritten Freitag des Jahres, also am 21. Januar 2022. Dann werden ausnahmsweise wieder die Leistungen von zwei Jahren zusammengefasst, so wie es bis 2012 üblich war. „Da haben wir immer vier Stunden gebraucht, das war sehr langatmig“, erinnert sich Zeitvogel. Seit 2013 findet die Sportlerehrung im jährlichen Rhythmus statt, stets in der Akademiebühne im Stadtteil Cité.

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