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Gutachten listet Mängel auf

Stadt Baden-Baden möchte den Ortsteil Lichtental sanieren

Eine städtebauliche Untersuchung liegt bereits vor. Die geplante Sanierung des Baden-Badener Ortsteils Lichtental kostet voraussichtlich rund 7,7 Millionen Euro.

Handlungsbedarf: Ein Gutachten eines Planungsbüros empfiehlt, den Klosterplatz (rechts oben im Bild mit dem Bus) vor der denkmalgeschützten Zisterzienserinnen-Abtei Lichtenthal umzugestalten. Foto: Fabry

Da die Sanierung von Baden-Oos in absehbarer Zeit ausläuft, möchte die Stadt als nächstes Projekt Lichtental angehen und dieses perspektivisch vorbereiten. Nach Angaben des Rathauses haben das baden-württembergische Wirtschaftsministerium und das Regierungspräsidium Karlsruhe bereits signalisiert, dieses Vorhaben unterstützen zu wollen. Die Verwaltung möchte auf der Basis einer ersten Grobanalyse einen Förderantrag für ein künftiges Sanierungsgebiet Lichtental stellen. Der Hauptausschuss des Gemeinderats soll in seiner nächsten Sitzung diesem Vorgehen zustimmen.

Viele Straßen sind sanierungsbedürftig

Das von der Gesellschaft für Stadtentwicklung und Stadterneuerung (GSE) beauftragte Planungsbüro Baldauf in Stuttgart legt dar, dass es in dem Quartier zum Teil erhebliche städtebauliche Missstände gebe. Das Gutachten listet sanierungsbedürftige Straßen auf, bei denen teilweise Fuß- und Radwege fehlen.

Der öffentliche Raum bietet demnach wenig Aufenthaltsqualität. Die Zahl der Parkflächen ist unzureichend. Zahlreiche Leerstände bedingen strukturelle Defizite. Denkmalgeschützte Gebäude haben mitunter bauliche Mängel. Zentralen Orten fehlt eine ansprechende Gestaltung. Die Experten machen zudem auf Defizite im Wohnumfeld aufmerksam.

Der Platz vor dem Kloster Lichtenthal soll attraktiver werden

Das Planungsbüro sieht besonderen Handlungsbedarf beim Klosterplatz, bei der Fläche vor dem Gasthaus „Zum Goldenen Löwen“ sowie beim Brahms- und Clara-Schumann-Platz. Die Stadtplaner regen weiter an, die Haupt-, Maximilian, Gustav-Stroh-, Geroldsauer-, Seelachstraße und den Kirchweg sowie die Beuerner Straße umzugestalten. Sie haben auch die Fläche des jetzigen Depots der Verkehrsbetriebe im Blick, machen dazu aber noch keine Aussage, weil zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar sei, ob die Stadtwerke den Betriebshof verlagern werden.

Stadtplaner plädieren für eine Nachverdichtung des Viertels

Um Lichtental aufzuwerten, schlägt das Planungsbüro vor, Wohnraum zu schaffen und Gewerbe/Dienstleistung anzusiedeln – das Ganze durch eine Nachverdichtung des Quartiers. Zudem sei es erforderlich, denkmalgeschützte und ortsbildprägende Ensembles zu sanieren. Um das Stadtklima zu verbessern, empfehlen sie, Lärm und Abgase zu reduzieren.

Die Experten legen einen Schwerpunkt darauf, die Hauptstraße zu sanieren und umzunutzen. Sie plädieren dafür, den Verkehr zu reduzieren und öffentliche Stellplätze zu schaffen. Es sei wichtig, die dortigen Geschäftslagen attraktiver zu machen, um die Nahversorgung zu gewährleisten und die bestehenden Zentren zu erhalten.

Das Rathaus rechnet mit Zuschüssen

Das Fachbüro rät dazu, die Plätze im Quartier umzugestalten und dadurch die Lebensqualität zu steigern sowie die Verkehrssituation zu verbessern. Ein weiterer Vorschlag: Die Stadt soll den Oosbach entlang der Beuerner und Geroldsauer Straße aufwerten. Die Planer veranschlagen für die Sanierung vorläufig rund 7,7 Millionen Euro, von denen etwa 4,6 Millionen als Zuschüsse fließen könnten. Um die Förderung zu erhalten, müssten die Vorhaben im Zeitraum von 2021 bis 2029 erfolgen.

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