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Handball-Legende

Vor Steinbacher Arnold Manz war und ist kein Ball sicher

Arnold Manz ist eine Steinbacher Handball-Legende. Dem SR Yburg war und ist er so eng verbunden, dass er einst bei der Bahn kündigte, weil er an die Schweizer Grenze versetzt werden sollte.

In seinem Element: Arnold Manz am Spielfeldrand. Foto: Thomas Steuerer

Das Interview muss noch ein bisschen warten. Arnold Manz hat gerade Gino Smits am Telefon und mit dem Nationaltrainer der weiblichen A-Jugend etwas zu besprechen.

Der Rat der Steinbacher Handball-Legende ist gefragt. „Sorry“, sagt er schließlich, „das ließ sich nicht verschieben.“ Keine Ursache: Die Szene ist ein weiteres Indiz dafür, wie Manz für seinen Sport brennt – und das seit vielen Jahrzehnten.

Zehn, zwölf Jahre alt sei er gewesen, Mitte der 60er Jahre, als er wie fast alle seiner Mitschüler zum SR Yburg ging, um dem Handball zu frönen: „Das war damals selbstverständlich.“ Heute sei es anders, angesichts der großen Angebotsvielfalt müsse um die Sportwilligen und die besonders Talentierten gekämpft werden. Letzteres ist auch eine passgenaue Beschreibung für ihn selbst.

Arnold Manz hätte zum TSV Rintheim wechseln können, beim damaligen Erstligisten absolvierte er ein Probetraining. Doch hatte er gerade zu studieren begonnen und blieb in heimischen Gefilden.

Der TuS Schutterwald hatte schon mehrmals angeklopft, ehe Manz sich mit 28 Jahren doch noch für den Wechsel entschied. „Ich war sehr eng verbunden mit dem SR Yburg“, entgegnet er auf die Frage, warum er erst so spät gewechselt sei. Das ging so weit, dass er seine Arbeitsstelle bei der Bahn kündigte, weil er an die Schweizer Grenze versetzt werden sollte.

Verschiedene Stationen als Trainer

Dass er es dann doch noch in der Zweiten Liga versuchte, lag an Trainer Armin Emrich – und: „Ich musste mich erstmals wieder behaupten und wollte wissen, ob ich es packe.“ Tat er. Bereits im zweiten Jahr war Manz Spielführer in Schutterwald. Zurück im Rebland, führte Manz das Team 1987/88 als Spielertrainer in die Regionalliga.

Stationen als Spielertrainer und Trainer in Rotenfels, bei der A-Jugend in Schutterwald – unter anderem mit dem späteren Weltmeister Oliver Roggisch –, und Phönix Sinzheim folgten. Dass er später den Frauenhandball in Südbaden maßgeblich mitprägen würde, hätte er sich nicht träumen lassen, als Rudi Eckerle ihn fragte, ob er sich vorstellen könne, als Stützpunkttrainer der weiblichen Jugend beim Südbadischen Handballverband auszuhelfen.

Manz hatte an eine kurze Zeit gedacht, doch wurden daraus spannende fast drei Jahrzehnte als Verbandstrainer. Sechs Jahre lang war er auch Co-Trainer bei den DHB-Nachwuchsmannschaften.

Ich war sehr eng verbunden mit dem SR Yburg.
Arnold Manz Handballtrainer

In Steinbach und mit der neu gegründeten SG Steinbach/Kappelwindeck gelang es, den Handballsport bei Frauen und weiblicher Jugend auf ein neues Niveau zu heben. Die Erfolgsliste ist lang, dass die SG sich seit Jahren in der Dritten Liga halte, sei keineswegs selbstverständlich.

Es gab auch Kritik am Trainer

Die Kritik, dass Spielerinnen zur SG gelotst würden, kennt Arnold Manz: „Da gibt es immer Gegenwind. Aber es ist nicht so, dass ich sie herhole, sondern sie kommen zu uns, weil sie sich hier auf höchstem Niveau präsentieren können.“ Umgekehrt weckten einige SG-Spielerinnen andernorts Begehrlichkeiten, und so freut der Trainer sich, dass es in der Corona-Zeit keine Abgänge gab.

Wie lange er sich noch engagieren will? Wenn er jemanden finde, der die Sache mit Herzblut angeht, dann könne das schnell gehen: „Ich muss das Gefühl haben, dass es weitergeht, aber vielleicht nehme ich mich auch zu wichtig“, sagt er. Sicher sei nur: „Der Tag, an dem ich das ganze Spiel über nur auf der Bank sitze, ist der letzte als Trainer.“

Noch gelte: „Ich muss immer etwas machen.“ Das muss gar nicht Handball sein. Mit den Alten Herren des SR Yburg setzt Manz auch mal dem Fußball nach, er hat eine Volleyball-Freizeitgruppe mit aus der Taufe gehoben, war unter der Regie von Hermann Oser Leichtathletik-Trainer, fährt Kajak und Rad, und auch das Steinbacher Freibad gehört zum Manzschen Sportkaleidoskop.

Inzwischen engagiert sich Manz unter andeem in der Seniorengemeinschaft

Sein Vater Josef war dort Bademeister, und das machte die Mitte der 50er Jahre eröffnete Einrichtung auch für den Sohn zu einer zweiten Heimat: „Den ganzen Sommer über brachten wir Kinder im Kännchen das Essen ins Bad, sonntags betreuten wir die Wechselkabinen, und im Winter musste Eis gepickelt werden, damit die Platten im Becken nicht absprangen.“

Und tatsächlich muss es nicht immer nur Sport sein. Manz kümmert sich mittlerweile mit einigen Mitstreitern um das Programm der Steinbacher Seniorengemeinschaft. Wie das Angebot ankommt, freut ihn: „Da sieht man viele leuchtende Gesichter.“ Aber das wäre schon ein Thema für ein weiteres Interview.

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