Skip to main content

Kunde hatte sich vorab beschwert

Ärger um Wahl-Abos beim Theater Baden-Baden

Hans-Jürgen Rexroth ärgert sich darüber, dass das Theater Baden-Baden trotz pandemiebedingter Schließungen die Frist für die Einlösung von Wahl-Abos so kurz gehalten hat, dass sie verfielen.

Eine der Karten des Ehepaars Rexroth. Foto: Hans-Jürgen Rexrodt

„Das Theater Baden-Baden verlängert die Gültigkeit aller 2019 erworbenen Wahl-Abonnements sowie der Abo-Tauschgutscheine, ausgestellt wegen der Covid-19-Pandemie, letztmalig bis zum 28. Februar 2022.“

Diese Pressemeldung, die das Theater am 14. Januar veröffentlichte, kommt ein wenig zu spät, um Hans-Jürgen Rexroths Ärger über den Umgang einer Angestellten des Theaters mit „treuen Abonnenten“ wie ihm zu mildern.

Vielleicht hat ja sogar der Beschwerdebrief, den der Rastatter am 13. Januar nicht nur ans Theater, sondern auch an die Presse sandte, zu der besagten Verlängerung der Abo-Gültigkeit beigetragen. Diese beträgt eigentlich exakt zwei Jahre ab dem Erwerb der Karten und war vom Theater pandemiegeschuldet bereits bis 31. Dezember 2021 verlängert worden. Ein Blick zurück.

Im April 2019 erwarb Rexroth als Geburtstagsgeschenk für seine Frau ein Sechser-Abo für das Theater Baden-Baden. Die ersten zwei Karten löste das Paar noch 2019 ein, die restlichen legte es vorrangig wegen der Lockdowns, aber auch wegen unpassender Termine und den Theaterferien vorerst auf Eis.

„Anfang Dezember 2021 haben wir zwei weitere Karten für ein Stück am 30. des Monats eingelöst. Die freundliche Dame am Ticket-Service sagte uns zu, dass die verbleibenden auch noch im Januar 2022 Gültigkeit hätten.“

Als die Rexroths sich am 12. Januar aufmachten, um die Karten einzulösen, teilte man ihnen mit, dass diese seit zwei Tagen nicht mehr gültig seien, wie Rexroth es schildert. „Eine völlig andere Information also.“ Ob seiner offensichtlichen Verärgerung habe man ihm die Telefonnummer einer Dame vom Abonnement-Büro gegeben.

Wir haben keinerlei Verständnis für den Umgang mit uns.
Hans-Jürgen Rexroth, Theater-Besucher

„Ich rief sie an und sie erklärte mir, dass der Lockdown nur acht Monate gedauert habe und wir genug Zeit gehabt hätten, die Karten einzulösen. Auf unsere Argumente ging sie nicht ein.

Letztlich bot sie uns eine Ehrenkarte als Ausgleich an. Uns standen aber zwei Karten zu!“ Zu einer Einigung sei es nicht gekommen. Es gehe ihnen keineswegs um die 25 Euro, die eine Karte koste, so Rexroth. „Als Rentner ist man ja gut ausgestattet.“

Was ihn und seine Frau empöre, sei vielmehr die „Ungerechtigkeit“ respektive das spröde Verhalten der Mitarbeiterin. „Die Corona-Zeit ist für das Theater und seine Besucher schon schwer genug. Wir haben keinerlei Verständnis für den Umgang mit uns.“

Marie Leibing, Verwaltungsleiterin des Theaters, bedauert die Unannehmlichkeiten, die dem Ehepaar entstanden, und versteht die Verärgerung. Rechtlich gesehen, sagt sie, sei die Gültigkeit der Abo-Karten nun einmal auf zwei Jahre begrenzt und nur aufgrund von Corona zunächst noch bis zum 31. Dezember verlängert worden.

„Rein sachlich konnte unsere Mitarbeiterin zum Zeitpunkt des Telefonats keine andere Auskunft geben.“

Unser Ziel ist und bleibt es in der Tat, unseren Besuchern durch unsere Vorstellungen Freude, Abwechslung und kulturelle Information zu bringen.
Marie Leibing, Verwaltungsleiterin des Theaters

Dass dieses Gespräch zu so viel Unmut geführt habe, tue ihr leid. Bei der Auskunft vom Ticket-Service im Dezember habe es eventuell ein Missverständnis gegeben, erklärt sie: „Wenn die Karten für eine Vorstellung reserviert, aber nicht in Tickets umgetauscht waren, wären die Wahl-Abo-Gutscheine tatsächlich zum 31. Dezember verfallen.“

Leibing hofft in jedem Fall, mit der Entscheidung des Theaters, die Einlösung der Wahl-Abos zu verlängern, den Unmut der Rexroths zu besänftigen.

„Wir zeigen Kulanz, weil wir pandemiegeschuldet große Zurückhaltung bei den Buchungen registrieren. Diese erfolgen zudem kurzfristiger als früher. Insofern ergibt es sicher Sinn, die üblichen Maßgaben ein wenig zu lockern.“

Mit Bezug auf Worte von Hans-Jürgen Rexroth zum ureigenen Ansinnen des Theaters sagt sie: „Unser Ziel ist und bleibt es in der Tat, unseren Besuchern durch unsere Vorstellungen Freude, Abwechslung und kulturelle Information zu bringen!“

nach oben Zurück zum Seitenanfang