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Mord-Ermittlungen

Totes Kind in Baden-Baden: Sollte Brand ein Sexualdelikt vertuschen?

Im Fall des sechsjährigen Mädchens, das im Dezember nach einem Brand in Oosscheuern tot aufgefunden worden war, geht die Staatsanwaltschaft von Mord und einem Sexualdelikt aus.

Die Ermittlungen laufen: Am Montagmittag ist die Spurensicherung noch dabei, in dem Reihenhaus nach Beweisen zu suchen.
Ende Dezember suchen Ermittler in dem Reihenhaus in Baden-Baden-Oosscheuern nach Beweisen. Foto: Sarah Gallenberger

Mitbewohner hatten am 19. Dezember 2021 gegen 6 Uhr einen Brand in einem Wohnhaus im Baden-Badener Stadtteil Oosscheuern gemeldet, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft Baden-Baden.

Vor Ort stellten die Rettungskräfte von Feuerwehr und Polizei fest, dass es in einer Wohnung im Erdgeschoss des Anwesens zu einer Brand- und starken Rauchentwicklung gekommen war.

Aus einer Wohnung im Obergeschoss wurden ein Erwachsener, ein Heranwachsender und eine Jugendliche gerettet, vor dem Haus stand bereits ein sechsjähriger Junge, der eine Rauchgasvergiftung erlitten hatte und notärztlich betreut wurde.

Im Schlafzimmer wurde die Leiche eines sechsjährigen Mädchens entdeckt. Der im Ermittlungsverfahren beschuldigte Wohnungsinhaber wurde wenig später mit erheblichen Schnittverletzungen und einer Rauchgasvergiftung in einem hinter dem Haus befindlichen Garten liegend aufgefunden. Er musste intensivmedizinisch versorgt werden.

Wohnung angezündet, um von Sexualdelikt abzulenken?

Die Staatsanwaltschaft Baden-Baden veröffentlichte am Freitag nun weitere Einzelheiten zum aktuellen Ermittlungsstand.

Danach gehen die Staatsanwaltschaft Baden-Baden und das Kriminalkommissariat Rastatt davon aus, dass sich das sechsjährige Mädchen, eine Spielplatzfreundin des Sohnes des Beschuldigten, mit dem Einverständnis seiner Mutter zur Übernachtung in der Wohnung des Beschuldigten aufgehalten habe.

Ein Polizeisiegel klebt nach einem Brand in Baden-Baden an der Haustür.
Ein Polizeisiegel klebt nach dem Brand in Baden-Baden Oosscheuern an der Haustür. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Die Spuren deuteten darauf hin, dass der Beschuldigte dem Mädchen in der Nacht zum 19. Dezember eine stark blutende, rasch zum Tod führende Schnittwunde zugefügt und sexuelle Handlungen vorgenommen habe. Anschließend habe er in seiner Wohnung ein Feuer angezündet und dabei in Kauf genommen, dass sein Sohn und die im Obergeschoss schlafenden Mitbewohner durch den erstrebten Brand getötet werden könnten.

Seine Schnittverletzungen habe er sich anschließend selbst beigebracht. Das Feuer sei aufgrund der starken Rauchentwicklung entdeckt worden und habe gelöscht werden können, bevor wesentliche Gebäudeteile in Brand geraten seien.

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