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Spendenkonto eingerichtet

Überschwemmung in Jalta: Baden-Badener Ehepaar leidet mit Bewohnern der Partnerstadt

In Jalta auf der Krim hat es im Juni schlimme Überschwemmungen gegeben. Ein Ehepaar aus Baden-Baden leidet mit den Menschen in der Partnerstadt und hat ein Spendenkonto eingerichtet.

„Schulterhoch stand das Wasser in der Stadt“, berichtet die Baden-Badenerin Uta Ell von Nachrichten, die sie und ihr Mann aus Jalta erhalten. Foto: Luba Gribkova

Das Entsetzen ist bei Uta und Gérard Ell noch immer groß angesichts der Bilder und Nachrichten, welche sie seit Tagen aus Jalta bekommen. „Das ist eine Überschwemmungskatastrophe wie 1912, vor fast 100 Jahren.“

Von dem starken Dauerregen am 18. Juni berichtet das pensionierte Lehrer-Paar und von den katastrophalen Überschwemmungen, die in der Stadt und ringsum in der Umgebung von Jalta Häuser, Brücken und Straßen zerstörten. In Windeseile traten die Bergflüsse über die Ufer, überfluteten die Innenstadt, schoben Autos ineinander, die teilweise sogar im Meer landeten.

„Schulterhoch stand das Wasser in der Stadt“, berichtet Uta Ell von Nachrichten, die sie und ihr Mann aus Jalta erhalten. „Die Menschen konnten ihre Häuser nicht mehr verlassen.“ Doch damit habe der Albtraum keineswegs geendet. Denn alles, was die Fluten in die See wuschen, kehrte als schlammige Masse zurück. „Es wird befürchtet, dass 75 Prozent der Küste verwüstet wurden.“ Viel schmerzlicher ist jedoch ein Todesopfer, das es zu beklagen gibt.

Menschen in Jalta mussten zwei Tage lange ohne Licht und Wasser ausharren

Zwei Tage lang mussten die Betroffenen ohne Licht und ohne Wasser ausharren. „Zwischenzeitlich hat man Notunterkünfte errichtet. Aber viele Menschen haben alles verloren“, berichtet das Ehepaar. Die Ells, die dank der langjährigen Verbindung zu Baden-Badens Partnerstadt gute Kontakte auf die Krim haben, machten sich daran, unkonventionelle Hilfsmaßnahmen anzustoßen. „Wir haben leider gar keine Möglichkeit Sachspenden ins Land zu bringen,“ bedauert Uta Ell.

Die politische Lage und auch Corona lassen keinen Spielraum. Die Lage sei fatal, deshalb haben sie ein Spendenkonto eingerichtet, damit dank privater Kontakte den Menschen vor Ort möglichst postwendend geholfen werden kann. „Das ist ein ganz sicherer Weg“, verspricht Uta Ell und hat auch gute Nachrichten.

Trotz aller Dramatik, die sich dort gegenwärtig abspiele, gebe es auch kleine Lichtblicke. „Wir hören und sehen Bilder von der Bevölkerung, die jetzt ganz dicht zusammensteht. Man hilft sich gegenseitig“, sagen die Ells. Die Bereitschaft erstreckt sich auch auf Menschen, die nicht von der Katastrophe betroffen sind.

Baden-Badener Ehepaar macht sich Sorgen um Schule

Wie es allerdings mit der „Schule Nummer 12“ weitergehen wird, einem Projekt, welches dem Lehrerehepaar Ell sehr am Herzen liegt, wisse man nicht. „Sie ist schwer betroffen, weil sie unmittelbar am Flußufer gelegen ist.“ Hierauf habe die Vorsitzende des „Freundeskreises Baden- Baden“ in Jalta, Luba Gribkowa, die auch gleichzeitig Ansprechpartnerin für die Städtepartnerschaft Baden- Baden/Jalta ist, aufmerksam gemacht.

„Die 1911 erbaute Schule liegt im historischen Zentrum der Stadt, zwei Minuten von der Promenade und dem Meer entfernt. Das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss wurden von den Wassermassen völlig zerstört.“ Da die Schule schwerpunktmäßig musisch ausgerichtet ist, verfügte sie über viele Musikinstrumente, die durch die Flut vernichtet wurden. Auch hier wird Hilfe beim Wiederaufbau gebraucht werden, Uta Ell hofft auf rege Unterstützung. „Das Ausmaß ist immens. Das kann man gar nicht erfassen.“

Sturzflutartige Bäche hätten so viel Geröll mit sich gebracht, dass viele Häuser darunter begraben wurden. „Es sind vor allem die älteren Menschen, die nicht wissen, wie sie finanziell überleben können.“ Mit einem Spendenaufruf soll geholfen werden, die größte Not zu lindern. „Baden-Baden hat sich in der Vergangenheit immer sehr spendenfreudig gezeigt, wenn es darum ging, in Not Geratene zu unterstützen.“

Auch in der Stadtverwaltung ist die Betroffenheit sehr groß. „Wir stehen im regen Kontakt mit Jalta“, ist Petra Heuber-Sänger vom Kulturbüro entsetzt über die Ausmaße der Flut.

Spendenkonto

Spenden sind noch bis zum 20. Juli 2021 auf das Sonderkonto „Katastrophenhilfe Jalta“, Empfänger Gerhard und Ute Ell möglich. Konto-Nr. Sparkasse Baden- Baden/Gaggenau IBAN DE53 6625 0030 0030 3630 22, BIC SOLADES1BAD Verwendungszweck: Katastrophenhilfe

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