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Nach Bürgerentscheid

Umwandlung der Baden-Badener Fieser-Brücke in Fußgängerzone verzögert sich

Eine Brücke und eine Straße mal schnell in eine Fußgängerzone umwandeln, das geht nicht im Handumdrehen. In Baden-Baden verzögert sich deshalb die Umsetzung des Bürgerentscheids zum Bereich Fieser-Brücke/Kreuzstraße.

Wird Fußgängerzone: die Fieser-Brücke in Baden-Baden. Die Umsetzung des Mehrheitswillens beim Bürgerentscheid dauert jedoch länger als geplant. Foto: Bernd Kamleitner

Noch rollen Autos über die Fieser-Brücke in Baden-Baden. Bisweilen auch in Zeiten, in denen die bekannteste Brücke in der Bäderstadt für den Verkehr eigentlich gesperrt ist. Das wird zumindest vorerst ein gewohntes Bild bleiben. Damit verzögert sich die für dieses Wochenende zunächst avisierte Umwandlung der Fieser-Brücke und der Kreuzstraße in eine Fußgängerzone. Grundlage ist das Ergebnis des Bürgerentscheids vom 26. September.

Unter anderem gibt es materielle und personelle Engpässe bei der Firma, die die Poller liefert, die den Autos künftig die Durchfahrt verwehren sollen. Vorrichtungen für die versenkbaren Pfähle sind dagegen schon installiert, hieß es zuletzt aus dem Rathaus.

Auf einen konkreten Termin für die Umsetzung des Bürgerentscheids will sich der zuständige Bau-Bürgermeister Alexander Uhlig daher im Moment nicht festlegen. „Am Wochenende wird das noch nicht sein“, bestätigt der parteilose Kommunalpolitiker im Gespräch mit dieser Redaktion. Er geht eher von Ende Oktober aus.

Choreografie für Bänke und Blumenkübel

Aus einer Brücke und einer Straße mit Verkehr eine Fußgängerzone zu machen, so wie es die Bürger mit ihrem Votum der Stadtverwaltung aufgetragen, das lässt sich offensichtlich nicht im Handumdrehen umsetzen. Nach Angaben von Uhlig stehen Gespräche von Mitarbeitern seines Dezernats 2 etwa mit Anliegern und der Bürgerinitiative Fußgängerzone Fieser-Brücke/Kreuzstraße an. Dabei wird es zunächst darum gehen, wie die Bänke und Blumenkübel auf der denkmalgeschützten zentralen Verbindung zwischen der Altstadt und dem Kurviertel künftig angeordnet werden sollen.

Derzeit markieren Blumenkübel auf der insgesamt 37 Meter breiten und mit Millionenaufwand sanierten Brücke einen Fahrbahnbereich. Auf dem dürfen zwischen 19 Uhr am Abend bis elf Uhr am Vormittag Fahrzeuge verkehren. Das war die Lösung, die eine Gemeinderatsmehrheit im April beschlossen und danach eine Bürgerinitiative auf den Plan gerufen hatte.

Bürgerentscheid korrigiert Ratsentscheidung

Die forderte eine Fußgängerzone für den Bereich Fieser-Brücke und Kreuzstraße und hatte mit einem Bürgerbegehren Erfolg, das in den Bürgerentscheid mündete. Mit Letzterem wurde die Entscheidung des Stadtparlaments am 26. September korrigiert.

„Wir wollen bei der Umsetzung alle Betroffene ins Boot holen“, sagt Uhlig. Demnach muss das weitere Vorgehen auch mit dem Kutschenbetrieb, dem Betreiber der City-Bahn und Vertretern der Taxi-Branche abgestimmt werden. Welche Regelung für sie künftig gelten sollen, ist noch offen.

Verkehrsrechtliche Anordnung ist erforderlich

Aus diesen Abstimmungen wird sich ein Plan für die Beschilderung ergeben, ergänzt Jonas Sertl von der Städtischen Pressestelle. Der wiederum ist Grundlage für die erforderliche verkehrsrechtliche Anordnung der Straßenverkehrsbehörde. Hier kommt dann eine weiteres Dezernat der Stadt ins Spiel: Dezernat 3. Es wird von Sozial-Bürgermeister Roland Kaiser geleitet. Dabei sind außerdem gesetzliche Fristen zu beachten.

Zudem muss die Planung für den Übergang von der Fieser-Brücke zu den Kurhaus-Kolonnaden vorangetrieben werden. Diese Fläche soll ebenfalls Fußgängerzone werden, ist aber auch Bestandteil einer zentralen Radverkehrsachse und ein Knackpunkt.

Über eine künftige bauliche Lösung könnte der Bauausschuss des Gemeinderats schon in seiner nächsten Sitzung am 21. Oktober einen Beschluss fassen, kündigt Uhlig an. Das sei jedenfalls geplant. Sofern das Wetter es zulässt, könnte dann vielleicht noch im Januar mit dem Umbau in diesem Bereich begonnen werden.

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