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Bürger-Info geht in die zweite Runde

Verantwortliche favorisieren einen zentralen Standort für das Klinikum Mittelbaden

Es ist eine Entscheidung für die kommenden 30 bis 40 Jahre: Wie soll die medizinische Versorgung für die Menschen im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden künftig gewährleistet sein?

Wie stellt sich das Klinikum Mittelbaden zukunftsfähig auf? Die Krankenhäuser wie etwa der Standort Baden-Baden-Balg sind in die Jahre gekommen. Die Gesellschafter wollen die Weichen für die kommenden Generationen stellen. Foto: Andrea Fabry

Was die Zukunft des Klinikums Mittelbaden (KMB) angeht, herrschte bei der zweiten Online-Bürger-Information, dieses Mal aus dem Kongresshaus Baden-Baden, zumindest auf dem Podium weitgehend Einigkeit: Hartwig Rihm, Ex-Bürgermeister von Au am Rhein und ehrenamtlicher Stellvertreter des Rastatter Landrats Toni Huber, Baden-Badens OB Margret Mergen, Thomas Iber, Medizinischer KMB-Geschäftsführer, sowie Daniel Herke, Kaufmännischer KMB-Geschäftsführer, sprachen sich einhellig dafür aus, ein zentrales Groß-Klinikum zu bauen.

Drei Standorte sind nicht im Sinne der Patienten.
Hartwig Rihm, ehemaliger Bürgermeister Au am Rhein

Dieses sollte dann die bestehenden Akut-Kliniken Baden-Baden-Balg, Rastatt und Bühl ersetzen. „Drei Standorte halte ich für problematisch. Das ist nicht im Sinne der Patienten“, betonte Rihm. Ein Neubau böte dem Klinikum die riesige Chance, sich weiterzuentwickeln. Es sei richtig, alle medizinischen Leistungen an einem Ort zu bündeln.

Die Krankenhäuser aus den 1970er-Jahren entsprechen nicht heutigen Standards

Nach Herkes Ansicht sprechen alle Aspekte für eine Ein-Standort-Lösung, für die auch die Beschäftigten votiert hätten. Die vorhandenen Krankenhaus-Strukturen aus den 1970er Jahren entsprächen nicht mehr den heutigen Standards, machte Iber deutlich.

Ein zentrales Klinikum hätte den Vorteil, dort alle Kompetenzen zu bündeln, um bei Erkrankungen, die eine interdisziplinäre Zusammenarbeit erforderten, die bestmögliche Versorgung bieten zu können.

Die bisherigen Umstrukturierungen reichen nicht aus.
Margret Mergen, Oberbürgermeisterin Baden-Baden

Mergen lenkte den Fokus darauf, dass die Entscheidungen zur künftigen Klinik-Struktur für die kommenden zwei Generationen tragfähig sein müssten. „Die bisherigen Umstrukturierungen reichen nicht aus, um zukunftsfähig aufgestellt zu sein“, bekräftigte Mergen, die auch stellvertretende Vorsitzende des KMB-Aufsichtsrats ist. In einem Neubau könnten medizinische Experten unter einem Dach arbeiten. Zudem sei es dann leichter, gutes Personal zu finden.

Rund 60 Besucher beteiligen sich an der Online-Bürger-Info

Zwischen 50 und 60 Besucher verfolgten virtuell das von SWR-Fernsehreporter Teo Jägersberg moderierte Gespräch. Vor der Fragerunde stellte Agnes Zimolong, Geschäftsführerin der Kölner Firma aktiva, die Eckpunkte des Struktur-Gutachtens vor, das das KMB in Auftrag gegeben hatte.

Ihr Fazit: „Wir sehen die Vorteile einer Ein-Standort-Lösung sehr deutlich.“ Ein zentrales Klinikum biete die besten Voraussetzungen, um die hohe Versorgungsqualität im Landkreis Rastatt und Stadtkreis Baden-Baden langfristig zu sichern.

Die meisten Fragen drehten sich um dieses Zukunfts-Szenario mit Blick auf die Kosten, das medizinische Angebot und das Personal. Daniel Herke, Kaufmännischer KMB-Geschäftsführer, erläuterte, in den kommenden Jahren seien allein rund 56 Millionen Euro erforderlich, um den Status quo an den bestehenden Krankenhäuser aufrecht zu erhalten. Beispielsweise läuft in Balg der Umbau für das seit Langem geplante Eltern-Kind-Zentrum.

Im Groß-Klinikum sind rund 670 Betten vorgesehen

Mergen wies darauf hin, dass es einfacher sei, einen Neubau zu errichten und dann dorthin umzuziehen, als die bestehenden Häuser zu sanieren. Herke zufolge reichen die für ein Zentral-Klinikum berechneten rund 670 Betten aus, um die Versorgung für die nächsten 30 bis 40 Jahre zu gewährleisten. Zudem müsse ein möglicher Standort Erweiterungs-Optionen bieten.

Iber versuchte Bedenken zu zerstreuen, dass eine zentrale Groß-Klinik die Versorgung des ländlichen Raums vernachlässige. Der Medizinische Geschäftsführer betonte, die Erreichbarkeit in 30 Minuten müsse sichergestellt sein. Zudem blieben die vier Notarzt-Standorte, darunter einer im hinteren Murgtal, erhalten.

Herke versicherte, es werde beim Personal keine Kündigungen geben. Alle Beschäftigten erhielten beim Umzug ein Angebot. Es werde jedoch eine Fluktuation geben, weil in den nächsten zehn Jahren ein großer Teil des Personals in Ruhestand gehen werde.

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