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Ein Freundeskreis pflegt den Dahliengarten in der Lichtentaler Allee

Verkauf von Sträußen in Baden-Baden finanziert die Dahlien von morgen

Auch ohne das wegen Corona ausgefallene Dahlienfest hat der Freundeskreis genug mit den Blumen in der Lichtentaler Allee zu tun. Neben der Pflege gehört dazu auch das Binden von Sträußen.

In voller Pracht: Im Dahliengarten blühen 64 verschiedene Sorten, darunter die mehrfarbige Kazusa Shiranami. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Die mehr als handgroßen Blüten stehen in voller Pracht. Doch Paten- und Dahlienfest sind trotzdem gestrichen. Dessen ungeachtet ist der Freundeskreis, der seit vielen Jahren schon stattliche Summen aufbringt, um den prächtigen Garten in der Lichtentaler Allee am Leben zu halten, auch wieder aktiv am Start.

Zweimal wöchentlich wird selbst Hand angelegt. Seit Corona die Events eingeschrumpft hat, werden nicht nur die Dahlien ausgeschnitten und angebunden. Inzwischen entwickelt die erste Vorsitzende Lale Breitenbucher eine andere floristische Leidenschaft. Bis zu 50 Sträuße bindet sie an manchen Tagen und verkauft diese zusammen mit ihren Kolleginnen, um das Grundkapital für die Knollen der nächsten Saison zu schaffen.

„Wir können dafür natürlich nicht einfach die Beete plündern“, winkt sie lachend ab. „Dann wäre die herrliche Pracht ja schnell dahin.“ Stattdessen bedienen sie und ihre Kolleginnen sich der mächtigen Blüten, die für ihre Stiele zu schwer sind und abknicken. Just diese bunte Pracht muss zwangsläufig aus den Beeten herausgeschnitten werden und wird seit geraumer Zeit zu den erwähnten kleinen Bouquets verarbeitet.

Käufer mit konkreten Vorstellungen

Die Auswahl ist groß. „Hier wachsen in jedem Jahr 64 verschiedene Dahliensorten.“ Ausgewählt werden sie jeweils von Gartenamtschef Markus Brunsing, der auch dafür sorgt, dass die Bepflanzung immer wieder ein wenig variiert. 20 bis 30 werden jeweils ausgetauscht, berichtet die Vorsitzende, während sie munter Sträuße bindet für zufälligen Passanten und Fans der dicken Blüten, die von der Aktion erfahren haben. Dabei geht es keineswegs wahllos zur Sache.

Lale Breitenbucher beim Binden von Sträußen. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Die Käufer haben meist sehr konkrete Vorstellungen, welche Arten und Sorten sie mit nach Hause nehmen möchten. Eine Erfahrung, die auch jeweils bei der Wahl der schönsten Dahlie gemacht wird. Hier hat wohl jeder seinen Liebling, für den gestimmt wird. „Das soll auch trotz Corona in diesem Jahr der Fall sein.“

Weil die Feste gestrichen sind, muss ausnahmsweise online abgestimmt werden. Per Mail. Unter Nennung des Namen, der Adresse und Telefonnummer sowie der Lieblingsdahlie kann noch bis zum 14. September per Mail gewählt werden. Dabei winken wie in jedem Jahr auch Preise.

Bei Sonnenschein aber auch bei Regen sind wir hier tätig.
Ursula Rogge, Helferin

Damit die Beete bis dahin in möglichst tadellosem Zustand bewundert werden können, sind zwei Gärtnerfirmen am Start. „Die finanzieren wir auch“, erklärt Lale Breitenbucher. Ganz viele Hände werden allerdings von den Mitgliedern des Freundeskreises angelegt. Montags und donnerstags arbeiten sie sich von Beet zu Beet. „Bei Sonnenschein aber auch bei Regen sind wir hier tätig“, liebt Ursula Rogge diese Einsätze mit ihrer Gruppe, die jeweils montags vor Ort ist. „Man tut etwas Sinnvolles, ist an der frischen Luft und man hat Kontakt zu anderen“, schwärmt sie.

Einen eigenen Garten habe sie außerdem. Das sei also keineswegs der Grund, warum sie hier mitwirkt. Die Dahlien haben sie fasziniert, seit sie eine Führung mit Markus Brunsing miterlebt hat, berichtet sie. Seither gehört sie zu den vielen Helfern, die mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz einen wichtigen Baustein zum Erhalt der Anlage bilden, die 50 Jahre nach ihrer Erschaffung durch den damaligen Gartenamtsdirektor Walter Rieger aus Kostengründen 2002 aufgegeben wurde. Ega und Herrmann Späth stießen damals die Gründung des Freundeskreises an, so dass die Besucher seit 2005 wieder „ihren“ Dahliengarten genießen können.

Eine Begeisterung, die inzwischen auch Hedy Betzler teilt. Noch nicht ganz so lange wie Ursula Rogge, doch ebenfalls mit viel Leidenschaft. Und das umso mehr, als sie zwischenzeitlich ihren eigenen Garten aufgegeben habe. „Ich habe mich von meiner Nachbarin gerne anstecken lassen“, erklärt sie lachend.

Freude mache es auf jeden Fall, berichtet sie von den besonders schönen Momenten, wenn die Besucher ihnen über die Schultern schauen, von der Schönheit dieser besonderen Blumen schwärmen und den Ehrenamtlichen obendrein ihr Lob aussprechen.

Info:

Wahl der schönsten Dahlie unter info@dahliengarten-baden-baden.de

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