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Kür der Goldenen Rosen

Vor dem Rosen-Wettbewerb in Baden-Baden: Kleine Tricks erhalten die Blütenpracht

Die Rosen im Neuheiten-Garten auf dem Beutig in Baden-Baden stehen in voller Blüte – eigentlich zu früh für die bevorstehende Prämierung. Wie halten die städtischen Gärtner die Pflanzen fit?

Baden-Badens Oberbürgermeister Dietmar Späth schnuppert an einer Rose.
Wie das duftet: Baden-Badens Oberbürgermeister Dietmar Späth schnuppert an einer Rose, die zur Prämierung ansteht. Der Duft ist eines von mehreren Bewertungskriterien. Foto: Michael Rudolphi

Viele Menschen freuen sich derzeit über das herrliche Sommerwetter. Markus Brunsing jedoch machen die aktuellen hohen Temperaturen gar nicht glücklich. Er bangt um die Rosen im Neuheitengarten auf dem Beutig in Baden-Baden. „Ich bete und hoffe, dass sie noch eine Woche durchhalten werden“, sagt der Leiter des städtischen Fachgebiets Park und Garten.

Grund: Die Blüten sollen möglichst pünktlich zum Dienstag, 21. Juni, ihre volle Pracht entfalten. An diesem Tag wird eine internationale Fachjury mit etwa 80 Rosen-Expertinnen und Experten aus zahlreichen europäischen Ländern, aber auch aus den USA, Kanada und Indien, anreisen.

Ihre Aufgabe: Sie werden die besten und schönsten Neuzüchtungen bewerten und unter anderem den begehrten Ehrenpreis der Goldenen Rose von Baden-Baden vergeben.

Blütezeit der Rose beginnt früher als in früheren Jahren

Brunsing ist zuversichtlich, die Pflanzen bis dahin von ihren besten Seiten präsentieren zu können. Um die Rosen am Blühen zu halten, hat sein Team einige Tricks parat.

Dazu gehört, sie jeden Tag ausgiebig zu wässern. „Wir versuchen, den Garten fit zu halten“, sagt der Chef des Gartenamts. Das sei nicht so einfach, denn die Blüte habe bereits Ende Mai/Anfang Juni und damit deutlich früher als in den vergangenen Jahren begonnen.

Wir versuchen, den Garten zu fit zu halten.
Markus Brunsing / Leiter des Gartenamts

Zudem ist es tagsüber zu heiß. „Nieselregen und kühle Nächte wären jetzt ideal“, sagt Brunsing. Aber die Meteorologen machen ihm in dieser Hinsicht wenig Hoffnung.

Eine Vorjury verschafft sich in Baden-Baden Eindrücke

Damit am Ende nichts schiefgeht, war zum ersten Mal in der Geschichte des Wettbewerbs bereits vor einigen Tagen eine Vorjury mit etwa 20 Bewertungsrichtern auf dem Beutig, die sich schon mal einen Eindruck von den Rosen verschaffte. Sollten die Blumen am Wettbewerbstag nicht mehr so ganz perfekt sein, können die Experten immerhin auf die vorherige Begutachtung zurückgreifen.

Drei Frauen schnuppern an einem Rosenstrauch.
Die Blütenpracht der Rosensträucher lockt jedes Jahr viele Besucher in den Neuheiten-Garten. Die besten Neuzüchtungen werden von einer internationalen Fachjury bewertet. Foto: Michael Rudolphi

„Wir haben in diesem Jahr in allen Klassen viele Top-Favoriten“, kündigt Brunsing an. „Der Wettbewerb wird dadurch besonders spannend.“ Das ist natürlich ganz nach dem Geschmack des Baden-Badener Experten, denn der Internationale Rosenneuheiten-Wettbewerb feiert sein 70-jähriges Bestehen.

1952 eröffnete der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer die Konkurrenz in der Gönner-Anlage. Den Garten auf dem Beutig gab es damals noch nicht.

Baden-Badener Oberbürgermeister Dietmar Späth ist ein Rosen-Fan

„70 Jahre sind natürlich etwas ganz Besonderes“, sagt Baden-Badens neuer Oberbürgermeister Dietmar Späth (parteilos). Dass Adenauer zum Auftakt die Schirmherrschaft übernommen habe, adele den Wettbewerb.

Der Rathaus-Chef outet sich als Rosen-Fan und verweist darauf, dass sein früherer Wirkungsort Muggensturm die Ebersteiner Rose sogar im Gemeindewappen habe. Er stamme aus einer rosen-affinen Familie mit seiner Mutter als begnadeter „Rosen-Dame“.

70 Jahre sind natürlich etwas ganz Besonderes.
Dietmar Späth / Oberbürgermeister

Mit seinem Besuch im Rosenneuheiten-Garten und dem anstehenden Wettbewerb kann Späth sich fast keinen schöneren Einstieg in sein neues Amt vorstellen, das er am 10. Juni übernommen hat. „Für Baden-Baden sind die Rosentage ein großes Ereignis mit internationaler Ausstrahlung“, sagt Späth. Er sei gespannt, welche Rosen die Jury prämieren wird.

Experten begutachten 139 Neuzüchtungen

Die Experten haben die Wahl unter 139 Neuzüchtungen von 33 Züchtern aus zwölf Ländern, unter anderem aus Japan und den USA. Die städtischen Gärtner haben die jungen Rosen im Winter 2020/21 auf dem Beutig gepflanzt.

Die Bewertung erfolgt in sechs Klassen: Teehybriden, Floribundarosen, Miniaturrosen, Bodendeckerrosen/Kleinstrauchrosen, Strauchrosen und Kletterrosen. Die Jury achtet dabei auf Gesamteindruck, Blüte, Krankheitsresistenz und Duft.

Apropos Duft: Er spielt bei der Beurteilung eine besondere Rolle. Um die beste Duftrose zu küren, schnuppern eigens vier Parfum-Spezialisten aus Frankreich und der Schweiz an den Blüten.

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