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Fünftägige Quarantäne

Vorsichtsmaßnahme: Pizzeria in Baden-Baden schließt wegen Corona-Infektion von Mitarbeitern

Die Pizzeria „87 Mamma Lina“ in Baden-Baden bleibt vorerst geschlossen. Hintergrund sind Corona-Infektionen einiger Mitarbeiter. Obwohl die Beschäftigten mit negativem Corona-Test weiterhin arbeiten dürften, zieht der Betreiber die Notbremse.

Hinweisschild an Baden-Badener Pizzeria: Die Tortoras bitten ihre Gäste um Verständnis. Foto: Christiane Krause-Dimmock

Homeoffice sei leider in der Gastronomie keine Option: Angelo Tortora musste schnell reagieren, als am Freitag vier der insgesamt 35 Mitarbeiter seines „87 Mamma Lina“ positiv auf Corona getestet worden sind.

„Das war ein Schock. Ich habe sofort die Notbremse gezogen“, sagt er Fast zwei Jahre lang hätten alle sorgsam eingehaltenen Vorsichtsmaßnahmen Wirkung gezeigt. „Jetzt hat es uns erwischt.“ Nicht nur an dem komplett ausgebuchten Wochenende, an dem insgesamt sich rund 500 Gäste angekündigt hatten, sondern auch am Wochenanfang bleibt die Küche kalt.

Woran es lag, dafür hat er keine Erklärung. „Mein Bruder Roberto und ich versuchen, alle Risiken auszuschalten. Wir sind alle geimpft, 95 Prozent der Mitarbeiter sogar geboostert.“ Doch nun ist es trotzdem passiert.

Chef des „87 Mamma Lina“ in Baden-Baden schickt alle Mitarbeiter in Quarantäne

Am Mittwoch zeichnete sich die prekäre Lage ab. Ein Schnelltest zeigte, dass ein Teammitglied positiv war. Der ebenfalls positive PCR-Test sorgte dafür, dass Angelo Tortora seine Mannschaft nochmals komplett ins Testzentrum schickte.

Keiner von uns war im Urlaub oder hatte eine Familienfeier.
Angelo Tortora, Inhaber

Drei weitere Infektionen wurden dabei entdeckt. Die Infektionskette ließ sich nicht nachverfolgen. „Keiner von uns war im Urlaub oder hatte eine Familienfeier“, sagt Tortora. Er wandte er sich sofort ans Gesundheitsamt und erfuhr zu seiner Verwunderung, dass die Nicht-Infizierten weiterarbeiten dürfen, sofern ihre Testergebnisse negativ sind.

Trotzdem habe er sich schweren Herzens entschlossen, selbst für eine fünftägige Quarantäne seines Stabs zu sorgen. „Wenn wir keinen Kontakt zueinander haben und nach fünf Tagen alle negativ sind, geht es wieder los.“ Alles andere sei ihm zu riskant, erklärt er die Hinweisschilder am Eingang des Restaurants, mit denen er um Verständnis für seine Entscheidung wirbt.

Damit sei er offenbar auch gar nicht allein, berichtet er von einem Kreditinstitut in der Innenstadt, das nach Häufung von Infektionen ebenfalls vorübergehend geschlossen habe.

Baden-Badener Restaurant-Inhaber setzt Corona-Regeln genauestens um

Nun hofft er, dass am Mittwochmorgen wieder alles gut ist. „Auch wenn wir hätten weitermachen können, das geht für mich gar nicht. Wir können nicht einmal wöchentlich das Krankenhaus beliefern und nicht sicherstellen, dass wir alle okay sind.“ Also habe er sich für den harten Weg entschieden.

Wie das Virus in sein Restaurant kam, dafür hat er keine Erklärung. „Wir halten wirklich alle Regeln ganz genau ein, tun sogar noch mehr als verlangt. Da bin ich ganz straight.“ Vergessene Handys, zu alte Impfnachweise oder nicht vorgewiesene Tests lassen sich nicht wegdiskutieren. „So schwer es fiel, wir haben diese Gäste bislang immer nach Hause geschickt.“

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