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Ab 10 Uhr geht in der Bäderstadt nichts mehr

Warnstreik legt am Freitag Bus- und Bahnverkehr in Baden-Baden lahm

Die Hinfahrt ist gewährleistet, aber wie geht es am Mittag oder Abend zurück? In Baden-Baden werden an diesem Freitag wegen eines Warnstreiks ab 10 Uhr keine Busse mehr fahren.

Auch die Merkurbergbahn wird am Freitag nicht fahren. Foto: Bernd Kamleitner

Für Arbeitnehmer und Schüler, die auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind, wird sich an diesem Freitag ein Problem ergeben: Ab 10 Uhr werden die Busse der Baden-Baden-Linie (BBL) den ganzen Tag bis in die Nacht bestreikt. Das kündigte die Gewerkschaft Verdi an.

Alle Busse, die bis 10 Uhr noch unterwegs sind, sollen bis zum Endpunkt der Linie fahren und danach in das Busdepot der BBL rollen, heißt es. Somit sollen die Schüler zumindest noch in die Schulen kommen. Die Heimfahrt muss dann allerdings organisiert werden.

Betroffen vom Warnstreik ist auch die beliebte Merkurbergbahn. Ab 10 Uhr sind dann auch keine Fahrten auf den Baden-Badener Hausberg Merkur mehr möglich. Nach Angaben der städtischen Pressestelle sollen Bergbahn und Busse am Samstag dagegen wieder nach Fahrplan fahren.

Nicht betroffen vom Streik sind Busse der DB-Regio. Auch die Anruf-Linien-Taxis verkehren am Abend wie gewohnt. Der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) kritisierte den Warnstreik. Verdi sei „voll aus der Spur geraten“. Wie in Zeiten der Pandemie die Verlässlichkeit des Nahverkehrs auf dem Rücken der Fahrgäste aufs Spiel gesetzt werde, sei nicht nachvollziehbar, heißt es in einer Pressemitteilung.

Streiks auch in Karlsruhe und Heilbronn

Hintergrund für den Warnstreik, zu dem auch in Karlsruhe und Heilbronn aufgerufen wird, sind aktuelle Tarifverhandlungen. Andreas Schackert, Verdi-Verhandlungsführer: „Die Arbeitgeber werden am Freitag spüren, wie ihre Vorschläge bei den Beschäftigten ankommen. Wir hoffen sehr, im Interesse aller, die einen guten ÖPNV täglich brauchen, dass dieses Signal verstanden wird.“

In den Tarifverhandlungen am 16. September für die rund 6.400 Beschäftigten im kommunalen ÖPNV hätten die Arbeitgeber zum Abschluss der Gespräche in Stuttgart statt einem Angebot zwei Seiten mit Vorschlägen für Verschlechterungen des Tarifvertrages vorgelegt. Damit sollten nach Verdi-Angaben die Forderungen der Gewerkschaft gegenfinanziert werden. Verdi hatte den KAV aufgefordert, diese Liste bis zum Dienstag zurückzunehmen und in konstruktive Gespräche einzusteigen. Nach KAV-Angaben würden die Verdi-Forderungen auf eine Erhöhung der Lohn- und Gehaltssumme von bis zu 25 Prozent bei den Unternehmen des Öffentlichen Personennahverkehrs hinauslaufen.

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